Newsticker
Gesundheitsminister wollen Besuchseinschränkungen in Senioren- und Pflegeheimen lockern
  1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Wie Supermärkte Plastikverpackungen aus Regalen verbannen wollen

Plastikmüll

21.01.2019

Wie Supermärkte Plastikverpackungen aus Regalen verbannen wollen

Die Supermärkte versuchen immer mehr, auf Plastik-Verpackungen beim Gemüse zu verzichten.
Bild: Daniel Karmann, dpa (Symbolbild)

Immer mehr Obst und Gemüse lässt in Supermärkten die Hüllen fallen - nun ist die Bio-Gurke bei Rewe dran. In Zukunft soll das Plastik ganz verschwinden.

Das war´s mit der Kunststoff-Hülle: Die Supermarktkette Rewe verzichtet ab sofort darauf, Bio-Gurken einzupacken - und zwar das ganze Jahr über. Das Gemüse brauche im Winter keinen Folien-Schutz mehr auf seinem Weg von Spanien ins Regal, erklärt das Unternehmen. Möglich machen es neue Transportprozesse. Damit gesellt sich die Gurke zu Banane, Knollensellerie, Blumen- und Weißkohl, Fenchel und Zucchini - alle in der ökologischen Variante. Statt einer Plastik-Folie tragen sie nur noch Etiketten oder Banderolen.

Also sind allein die langen Transportwege Schuld an der Kunststoff-Hülle? Dario Sarmadi, Pressesprecher bei Foodwatch, hat eine weitere Erklärung. "Gurken und auch andere Bio-Gemüsesorten werden in Plastik verpackt, um sie von konventionellen Produkten zu unterscheiden." Der Kunde solle nicht aus Versehen zur normalen Gurke greifen, obwohl er eigentlich die Bio-Variante wollte. Grundlage sei eine EU-Verordnung. Dennoch gehe es auch ohne Plastik, findet Sarmadi. "Es gibt verschiedene, innovative Lösungen - beispielsweise Papier-Banderolen oder das Laser-Siegel."

Hat im "Natural Branding"-Test von Rewe gut abgeschnitten: die Süßkartoffel.
Bild: Henrik Josef Boerger, dpa (Symbolbild)

Bei Rewe und Edeka: „Natural Branding“ ersetzt Plastik-Hüllen

Die Laser-Logos entstehen beim sogenannten "Natural" oder "Smart Branding". Ein Laser entfernt die oberste Pigmentschicht der Schale, um das Obst oder Gemüse mit einem Schriftzug zu versehen, ohne es dabei zu beschädigen. Sowohl Rewe als auch Edeka testen diese Methode zurzeit. Denn das "Branding" funktioniere nicht bei jeder Frucht, erklärt Kristina Schütz, Pressesprecherin der Rewe-Group. "Damit das Logo zu sehen ist, muss die Schale entsprechend beschaffen sein. Ist sie extrem dünn und hat das Produkt zudem einen hohen Wasseranteil, wird das Lasern schwierig."

Im Test bewährt habe sich die Süßkartoffel, die in den Rewe-Märkten inzwischen bundesweit mit der alternativen Kennzeichnung angeboten wird. Schütz rechnet vor: Würden allein alle Süßkartoffeln in Deutschland ein "Natural Branding" anstatt einer Verpackung erhalten, ließen sich pro Jahr eine Tonne Plastik und sechs Tonnen Papier sparen. Edeka hat schon mehrere Produkte mit dem gelaserten Schriftzug im Sortiment, dazu zählen Avocados, Kürbisse, Kiwis, Zitrusfrüchte und Gurken.

Gemeinsam mit der "Welt-Naturstiftung" (WWF) hat die Edeka-Gruppe ein Bewertungssystem für ihre Verpackungen entwickelt. Es solle testen, ob eine neu entwickelte Verpackung wirklich nachhaltig ist, sagt Regina Jud von der Unternehmenskommunikation und fügt hinzu: "Oder ob ökologische Probleme schlicht verlagert werden."

Plastik-Strohhalme, Einweggeschirr und Wattestäbchen sind bald aus den Regalen verschwunden

Plastik-Strohhalme, Einweggeschirr und Wattestäbchen sollen in den Märkten von Rewe, Edeka und Kaufland bald der Vergangenheit angehören. Stattdessen sollen Alternativen aus Edelstahl, Pappe und Papier die Regale füllen. Was viele Kunden in verpackungsfreien Läden schätzen, gibt es inzwischen auch in einigen Rewe-Märkten: Mehrwegnetze ersetzen die Plastikbeutel in der Gemüseabteilung.

Edeka und Rewe wollen noch einen Schritt weitergehen. Beide testen gerade Mehrweg-Boxen für die Fleisch-, Wurst- und Käsetheken. Wenn alles klappt, könnten Kunden eine Dose kaufen, die Lebensmittel darin mitnehmen und die Box beim nächsten Einkauf wieder abgeben. Zurzeit bereiteten die hygienischen Anforderungen aber noch Probleme, erklärt Rewe-Sprecherin Schütz.

Bis 2030 hat sich die Rewe-Gruppe, zu der auch der Discounter Penny und der Toom-Baumarkt gehören, ein hohes Ziel gesetzt: Alle Eigenmarken sollen in umweltfreundlichen Materialien verpackt sein. Kaufland will diese Vorgabe sogar schon bis 2025 erreichen.

Plastikhalme haben in Supermärkten bald ausgedient. Rewe setzt als Alternative beispielsweise auf Edelstahl-oder Papier-Halme.
Bild: Ralf Hirschberger, dpa (Symbolbild)
Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren