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Testlauf

23.04.2015

Zusteller könnten Pakete bald in den Kofferraum Ihres Wagens liefern

Der Online-Händler Amazon testet in Deutschland die Lieferung von Bestellungen in den Kofferraum der Kunden.
Bild: Amazon (dpa)

Das Auto steht auf dem Firmenparkplatz, zum Feierabend ist das Paket im Kofferraum - statt im Briefkasten. Amazon, Audi und DHL haben große Pläne für neue Zustellungsverfahren.

Der Online-Händler Amazon testet in Deutschland die Lieferung von Bestellungen in den Kofferraum der Kunden. Der Zusteller bekommt dabei einen Einmal-Code, mit dem er den Kofferraum des geparkten Autos öffnen kann, wie Amazon am Mittwoch in einer Pressemitteilung schrieb. Das Verfahren wird von Mai an in einem Pilotprojekt in der Nähe von München in Zusammenarbeit mit Audi und DHL ausprobiert. Der Lieferweg soll nur Kunden des Zusatzdienstes Amazon Prime offenstehen. 

In Arbeit sei auch eine ähnliche Lösung zum Abholen von Retouren. Doch Audi bremst die Euphorie: "Wir befinden und in einer relativ frühen Phase der Erprobung," sagt Audi-Sprecher Moritz Drechsel.

Offene Frage: Welche Technik erhebt welche Daten?

Die Idee: Der Nutzer muss bei der Bestellung zunächst den ungefähren Standort seines Fahrzeugs angeben. Der Zusteller bekommt danach mit Zustimmung des Besitzers die exakte Position des Fahrzeugs über den Dienst Audi Connect übermittelt. Der Zugang zum Kofferraum ist auf einen kurzen Zeitraum begrenzt und an die Bestellung gebunden. Wird der Kofferraum geschlossen, ist er wieder verriegelt.

Zu konkreten technischen Details wollte sich Audi auf Nachfrage nicht äußern. Laut Angaben von Drechsel soll der Dienst in wenigen Jahren verfügbar sein - und dann auch für das Gros der Audi-Fahrer: "Die Technik wird auf jeden Fall als Nachrüstlösung verfügbar sein," sagt Drechsel. Langfristig solle die Kofferraum-Zustellung allen Prime-Mitgliedern unabhängig von der Automarke angeboten werden, schreibt Amazon.

Datenschutz: Wollen Amazon, Audi und DHL zu viel wissen?

Datenschützer stehen dem Vorhaben neutral gegenüber: "Jeder privatwirtschaftliche Dienst basiert auf Freiwilligkeit. Wenn die Firmen Erhebung und Verwendung der Daten transparent darstellen, dann ist das datenschutzrechtlich kein Problem," sagt ein Sprecher des Bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht in Ansbach auf Nachfrage.

Das aktuelle Pilotprojekt ist nicht das erste Experiment dieser Art, auch Volvo hatte die Lieferung in Autos mit einem ähnlichen Verfahren ausprobiert. Die Idee soll ein häufiges Problem bei Zustellungen lösen - dass Kunden tagsüber nicht zu Hause sind, wenn der Paketbote klingelt. AZ / dpa

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