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Sexsucht

02.03.2016

Hypersexualität: Wenn Sexsucht Lust in Frust verwandelt

Sexsucht - oder Hypersexualität - trifft auch in Deutschland viele Menschen.
Bild: Symbolbild, Friso Gentsch (dpa)

Hypersexualität - oft Sexsucht genannt- ist eine ernstzunehmende Krankheit. Auch in Deutschland sind immer mehr Menschen betroffen. Doch wann wird Lust zur krankhaften Sucht?

Sexsucht - in Fachsprache Hypersexualität - wird von manchen Menschen nicht als richtige Krankheit angesehen. Doch Wissenschaftler konnten belegen: Sexsucht hat gravierende Auswirkungen und trifft auch in Deutschland bis zu sechs Prozent der Menschen - vor allem Männer.

Am vergangenen Wochenende trafen sich Psychologen, Psychotherapeuten und Psychiater zu einer Tagung rund um das Thema Sucht in Österreich. Auch die Hypersexualität war dabei ein Thema, berichtet die österreichische Tageszeitung Kurier.

Sexsucht: Hypersexualität trifft auch junge Menschen

Bei  der Tagung sprach auch die Psychologin Christina Raviola über Sexsucht. Sie leitet das Institut für klinische Sexualpsychologie in Wien. Raviola sagte dem Kurier über Hypersexualität: "Sexsucht ist nicht der ideale Begriff, es handelt sich um ein heterogenes Störungsbild."

Das heißt: Meistens ist ein Mensch nicht nur süchtig nach Sex. Oft kommt eine Spielsucht oder eine Internetsucht hinzu. Wie in dem Fall eines 22-jährigen Studenten von dem die Psychologin berichtet. Er kapselte sich bei Sexsucht immer mehr von der Außenwelt ab, um ständig Pronos im Internet zu sehen.

Die meisten ihrer Patienten mit Hypersexualität seien zwischen 20 und 40 Jahren alt, sagte die Psychologin der österreichischen Zeitung. In jüngster Zeit kämen aber auch vermehrt Jugendliche wegen Sexsucht zur Therapie. Denn sie kommen immer früher mit Sexualität in Kontakt, da Pornos so leicht zu bekommen seien.

Hypersexualität: Bei Sexsucht erreichen Betroffene keine Befriedigung

Aber: Nicht jeder der Pornos guckt oder häufig Sex haben möchte, ist auch gleich sexsüchtig. Nur wenn ein Leidensdruck hinzukomme und keine Befriedigung erreicht werde, liege auch Hypersexualität vor, so Raviola. "Wer mehrmals pro Tag masturbiert und ständig auf der Suche nach sexuellen Reizen ist, ist schon mitten drin im Suchtverhalten."

Dazu kommen nach ihrer Aussage im Kurier noch weitere Rahmenbedingungen für Hypersexualität: Etwa ein hoher Zeitaufwand, um seine Lust zu befriedigen, auch Probleme in der Beziehung oder ein Wegbrechen von Kontakten zu Freunden und Bekannten.

Worin die Auslöser für Sexsucht liegen, lasse sich hingegen nicht so leicht feststellen. Sicher ist, dass Stress eine Rolle bei Hypersexualität spielt und auch eine gewisse Risikoberetischaft. Dazu kommen Hormone und neurobiologische Strukturen, sagt Riviola im Gespräch  mit dem Kurier.

Sexsucht-Therapien boomen in den USA

Auch in den USA verbreitet sich Hypersexualität immer mehr. Die Therapien gegen Sexsucht boomen. "Das Problem greift um sich, mehr Leute als wir denken haben damit zu kämpfen", sagt der Suchtexperte und Buchautor Craig Cross darüber.

Sexsucht führe zum Kontrollverlust, sagen Experten wie Cross. Hypersexualität könne sich wie Alkoholismus negativ auf das Leben auswirken,

Groß in die Öffentlichkeit kam das Thema Hypersexualität in den USA, als sich 2010 Golf-Star Tiger Woods gegen Sexsucht behandeln ließ. Er machte eine Therapie, die ihn mehrere zehntausend Euro kostete. AZ, afp

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