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Seltenes Virus

23.06.2017

Tödliche Hirnentzündungen: Bornaviren töten Pferde in Österreich

Bornaviren verursachen bei Pferden und Schafen eine tödliche Hirnentzündung. Anzeichen für die Bornasche Krankheit sind Desorientierung und Verhaltensstörungen.
Bild: Symbolbild: Patrick Pleul (dpa)

Das Bornavirus ist ein seltener Erreger, der bei Pferden eine tödliche Hirnentzündung auslösen kann. Derzeit scheint es einen Ausbruch der Krankheit in Österreich zu geben.

In Mitteleuropa kommt es sporadisch immer wieder zu Ausbrüchen des Bornavirus, Auslöser der Bornaschen Krankheit, die Schafe und Pferde betrifft. Nun ist laut der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eine Region in Oberösterreich betroffen - allerdings zum ersten Mal. Zuvor waren dort keine Bornaviren nachgewiesen worden. Außerdem unterschieden sich die gefundenen Erreger laut Vetmeduni Wien vom Bornavirus in benachbarten Regionen wie Bayern.

Sind Pferde oder Schafe mit der Bornaschen Krankheit infiziert, so zeigen sie Symptome wie Verhaltensstörungen und Desorientierung. Die Bornaviren lösen bei den Tieren eine Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks aus, die tödlich endet. Der Erreger wird ausschließlich über einen Zwischenwirt übertragen - die Feldspitzmaus, die unter Artenschutz steht. Die Spitzmäuse zeigen selbst keinerlei Symptome, sind aber ein Leben lang Träger des Bornavirus.

Bornaviren in Österreich kommen vielleicht aus Rheinland-Pfalz

Innerhalb von zwei Jahren waren in einem Gebiet, das sich über nur 17 Kilometer erstreckt, vier Pferde erkrankt. Tests an Feldspitzmäusen aus dieser Region zeigten, dass die Mäuse das Bornavirus in sich tragen. Entdeckt wurde der Erreger von zwei Tiermedizinern aus der Region, die bei vier Pferden eine neurologische Erkrankung diagnostizierten. Ihr Verdacht, dass das Bornavirus dafür verantwortlich sein könnte, wurde bestätigt.

Die Forscher stellten fest, dass die nachgewiesenen Bornaviren mit einem Virusstamm aus Rheinland-Pfalz verwandt sind und nicht, wie der geographischen Nähe nach zu vermuten, mit Erregern aus Bayern. Die Forscher waren überrascht, ein solches Bornavirus in einer bislang nicht als Risikogebiet bekannten Region zu finden. Für Menschen ist der Erreger ungefährlich. Ein wissenschaftlicher Artikel zu Bornaviren in Österreich wurde im Fachblatt "Emerging Microbes & Infections" veröffentlicht. sh

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