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Gesundheit

08.06.2018

WM 2018: Fußballgucken kann aufs Herz schlagen

Mitfiebern beim Fußballgucken macht nicht nur Spaß – es ist auch purer Stress für den Körper.
Bild: Sebastian Stenzel, dpa

Mitfiebern beim Fußballgucken macht nicht nur Spaß – es ist auch purer Stress für den Körper. Was das mit dem Herz macht und wie Sie sich schützen können.

Millionen Fans werden zur Fußballweltmeisterschaft in Russland wieder echte Krimis durchleiden – vor allem bei den Spielen der deutschen Mannschaft. Für manche kann das schmerzhaft oder sogar tödlich enden. Denn Fußball kann aufs Herz schlagen, wie Studien belegen. Hier gibt es Fragen und Antworten im Überblick:

Welche Gefahren drohen?

Statistiken zeigen, das Fußballgroßereignisse oftmals nicht nur mit einem Anstieg von Überfällen, Alkoholexzessen oder Verkehrsunfällen einhergehen, sondern dass auch vermehrt Herzinfarkte auftreten. Emotionaler Stress verursacht oft einen Anstieg von Puls und Blutdruck.

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"Ein Mensch mit einem gesunden Herzen kann allein durch die Aufregung beim Anschauen eines Fußballspiels normalerweise weder einen Herzinfarkt noch einen plötzlichen Herztod erleiden", erklärt Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung. Bei herzkranken Menschen kann dieser emotionale Stress aber lebensbedrohlich werden.

Was genau kann emotionaler Stress auslösen?

Bei Menschen mit koronaren Herzerkrankungen kann es in den vorgeschädigten Gefäßwänden bei starkem Blutdruckanstieg und durch Ausschüttung von Stresshormonen zu kleinen Einrissen kommen, an denen sich Blutgerinnsel bilden. Dies wiederum kann zur Verstopfung der Herzkranzgefäße führen.

Der Herzmuskel wird dann nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt und kann in Teilen absterben. Es entsteht ein Herzinfarkt. Bei mangelnder Blutversorgung des Herzmuskels kann es auch zu Herzrhythmusstörungen kommen und im Extremfall zum plötzlichen Herztod.

Wie hoch ist das Risiko?

Für Schlagzeilen sorgte eine Studie von Wissenschaftlern der Ludwig-Maximilians-Universität München, die zur Fußball-WM 2006 in Deutschland anhand von Notarztprotokollen untersuchten, wie sich emotionaler Stress auswirkt. Dabei zeigte sich, dass während der sieben Einsätze der deutschen Mannschaft fast dreimal so viele Patienten wegen akuter Herzprobleme in die Klinik mussten wie an anderen Tagen.

Bei Menschen mit einer Erkrankung der Herzkranzgefäße war das Risiko sogar fast viermal höher. Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine Studie in Großbritannien: An dem Tag, an dem die Engländer 1998 gegen den Rivalen Argentinien verloren, stieg die Zahl der Herzinfarktpatienten um 25 Prozent.

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Wie können sich Fans vor einer Herzattacke schützen?

Patienten können vom Arzt prüfen lassen, ob ein zusätzlicher Blutdrucksenker, sogenannter Betablocker, genommen werden muss. Notfalls aber heißt es: Weg vom Fernseher und warten, bis sich das Spiel entspannt. Denn jedes weitere Mitleiden und Wüten treibt den Stresspegel nach oben und erhöht das Infarktrisiko.

Wer das Gefühl hat, dass der Blutdruck steigt, sollte sich hinlegen und eine Weile entspannen, raten Experten. Wichtig ist auch, ruhig und gleichmäßig zu atmen, was zur Entspannung und somit zur Senkung des Blutdrucks sowie der Herzfrequenz beitragen kann.

Gilt das auch für gesunde Menschen?

Menschen mit einem gesunden Herzen sind durch den WM-Stress normalerweise nicht gefährdet. Gleichwohl sollten auch sie in den kommenden Wochen auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und einen mäßigen Alkoholkonsum achten, um das Herz-Kreislauf-System nicht zusätzlich zu belasten. Wer sich sonst ausgewogen ernährt, kann sich ruhig mal Kartoffelchips gönnen.

Ist auch Alkohol Stress für das Herz?

Auch zu viel Alkohol kann den Blutdruck erhöhen. Der Herzmuskel muss das Blut dann gegen einen hohen Widerstand in die Blutgefäße pressen, was oft eine enorme Belastung für das Herz ist. Große Alkoholmengen können zudem zu Herzrhythmusstörungen führen. Gegen ein Glas Bier oder Wein ist aber nichts einzuwenden. (afp)

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