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Festtag in Unterschneitbach

01.06.2016

Die Glocken läuten wieder

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Weihbischof Josef Grünwald (zweiter von links) segnet die Kreuze, die aus Holz vom alten Dachstuhl gefertigt wurden. Von rechts Pater Emanuel, Stadtpfarrer Herbert Gugler und Kirchenpfleger Georg Ostermaier.

Unterschneitbach feiert den Abschluss der Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche St. Emmeran. Ehrengästegäste loben den Kirchenpfleger. Besucher besteigen den Turm

Aichach-Unterschneitbach Es war ein Tag zum Feiern und zum Danken für die Pfarrei St. Emmeran im Aichacher Stadtteil Unterschneitbach. Nach rund eineinhalb Jahren war die Sanierung der kleinen Kirche abgeschlossen. Die Glocken läuteten nach dieser langen Zeit zum ersten Mal wieder. Mit dem Festgottesdienst fand das Ende der Sanierung einen würdigen Rahmen.

Ministranten, die Fahnenabordnungen der Ortsvereine und die Kommunionkinder aus Unter- und Oberschneitbach zogen mit den Geistlichkeiten ins Gotteshaus ein. Zu dem Fest war Weihbischof Josef Grünwald gekommen, um der Kirche den Segen zu erteilen. Er zelebrierte den Festgottesdienst mit Stadtpfarrer Herbert Gugler und Pfarrer Hans Menzinger, einem gebürtigen Unterschneitbacher. Auch Landrat Klaus Metzger, Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann und sein Stellvertreter Helmut Beck sowie mehrere Stadträte wohnten den Feierlichkeiten bei.

Für den Weihbischof war es ein Festgottesdienst im doppelten Sinn. Denn auf den Tag genau vor 56 Jahren wurde er in Dillingen zum Priester geweiht, wie er sagte. Es freute ihn besonders, dass dem Gottesdienst so viele Kinder und junge Leute beiwohnten. In seiner Predigt stellte er die Kirche in den Mittelpunkt des Ortes. Besorgt äußerte er sich über die Entwicklung in der Glaubensgemeinschaft. „Der geistige Bau Kirche bekommt Risse“, sagte er. Und fügte hinzu: „Der Mensch ohne Gott wird heimatlos“. Markus Pettinger an der Orgel und Kantor Georg Huber trugen zur feierlichen Gestaltung bei. Zum Schluss dankte Stadtpfarrer Gugler dem Kirchenpfleger Georg Ostermaier und allen, die ihn in irgendeiner Weise unterstützt hatten.

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„Kommt alle und feiert kräftig mit“, lud Gugler die Gottesdienstbesucher zur anschließenden weltlichen Feier ein, die im Hof von Martin Ostermaier, dem Bruder des Kirchenpflegers, gegenüber der Kirche stattfand. Musikalisch wurden die Gäste von der Blaskapelle Sielenbach empfangen.

Georg Ostermaier ließ die Zeit von der Planung bis zum Ende der Sanierung noch einmal kurz Revue passieren. Bereits am 24. Juli 2007 wurde mit der Planung begonnen. Die Sanierung konnte man im August 2014 starten. Die Kosten für die gesamte Renovierung belaufen sich auf rund 535000 Euro. Finanziell wurde die Pfarrei von der Diözese Augsburg (etwa 60 Prozent), der Bayerischen Landesstiftung, der Stadt Aichach und von Bürgern, die spendeten, unterstützt.

Dem Kirchenpfleger wurde bis zum Ende der Sanierungsarbeiten viel an Organisationstalent abverlangt. Dafür bekam er von den Ehrengästen „geballtes Lob“, wie Bürgermeister Habermann sich ausdrückte. Für Landrat Metzger wurde die Unterschneitbacher Kirche nicht nur renoviert, sondern „ein Stück Heimat erneuert“. Noch vor dem Mittagessen segnete Weihbischof Grünwald die Kreuze, die von der Schreinerei Schalk aus Holz vom alten Dachstuhl gefertigt wurden. Habermann ließ sich gleich eines der Kreuze für sein Arbeitszimmer reservieren. Gegen 14 Uhr versammelten sich viele der Gäste wieder in der Kirche zu einer Führung und Turmbesteigung mit dem Unterschneitbacher Wolfgang Brandner, Vorsitzender des Heimatvereins und Archivpfleger. Ausführlich beschrieb er das Hauptbild mit dem Heiligen Emmeran, die kleineren Bilder und die Heiligenfiguren. 13 mal sei Emmeran in der Kirche zu sehen. Die etwa 900 Jahre alte Kirche wurde mehrere Male erweitert und 1760 so ausgestattet, wie man sie kennt, sagte er.

In kleineren Gruppen führte Brandner die Besucher auf den Glockenturm, wo die vier Glocken jetzt nebeneinander hängen. Ganz links die älteste Glocke aus dem Jahr 1719, sie wurde im 2. Weltkrieg in der Kirche belassen. Die zweitälteste der Glocken aus dem Jahre 1724 musste abgegeben werden und kam später wieder zurück. Seit der Renovierung hängt sie als vierte Glocke wieder mit im Glockenstuhl. 1949 stiftete eine Unterschneitbacher Familie die dritte Glocke. Die neueste und mit 365 Kilo die Schwerste, wurde 1965 von Emmanuel und Maria Friedl aus Unterschneitbach gestiftet.

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