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Ausstellung

06.07.2020

Ganz unterschiedlich, und doch verbunden

Als „Experiment“ bezeichnet Angelika Schweiger aus Schrobenhausen ihre ausgestellten Mischtechnik-Drucke (links). Rechts „Prickelnd“ in großformatigem Acryl.
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Als „Experiment“ bezeichnet Angelika Schweiger aus Schrobenhausen ihre ausgestellten Mischtechnik-Drucke (links). Rechts „Prickelnd“ in großformatigem Acryl.

Für die Ausstellungsreihe „Wechselspiel – Spielwechsel“ des Aichacher Kunstvereins haben sich drei Künstlerinnen auf ein besonderes Projekt eingelassen. Das Ergebnis ist jetzt im Köglturm in Aichach zu sehen

„Wie privat ist die Kunst?“ – Unter diesem, bewusst provokant gewählten Titel stellen derzeit im Aichacher Köglturm drei seit Jahren befreundete Künstlerinnen ihre Gemälde und Zeichnungen – und damit auch so manche Intimitäten aus. Angelika Schweiger ( Schrobenhausen), Agnes Krumwiede und Dorina Csiszár (beide Ingolstadt) sind seit Jahren miteinander befreundet. Für die Ausstellungsreihe „Wechselspiel – Spielwechsel“ des Aichacher Kunstvereins haben sie sich auf ein besonderes Projekt eingelassen.

Wie privat darf Kunst sein, ohne die eigene Privatsphäre zu verletzen? Wie viel Intimität gebe ich preis, um das Interesse und die Fantasie des Betrachters anzuregen? Derartige Fragen stellten sich die drei Freundinnen, als sie vor zwei Jahren auf die Idee kamen, sich gegenseitig Postkarten zu schreiben, um daraus am Ende ein Gesamtkunstwerk zu formen. Die mittlerweile mehr als 300 künstlerisch gestalteten Karten geben einen intensiven künstlerisch-persönlichen Einblick in die Privatwelt der Schreiberinnen. Als Symbol der Verbundenheit thront die Installation unter dem Dach des Köglturms. Die interaktive Kommunikation wird damit – bewusst oder unbewusst – über alle anderen ausgestellten Werke der Künstlerinnen gestellt.

Mancher Besucher wird sich dabei ertappen, nicht nur die gemalten Bilder der Postkarten, sondern auch die Zeilen auf der Rückseite genauer zu betrachten. Obwohl sie Alltägliches erzählen, so zeugen sie doch von tiefer Verbundenheit – von der Entwicklung der Kinder und deren Kreativität, von angewandten Maltechniken, Filmempfehlungen und der Freude über Vergangenes und Kommendes.

Nicht nur die Interaktion untereinander, sondern auch zwischen Künstler und Ausstellungsort sei immer eine spannende Herausforderung, betonte Kunstvereins-Vorsitzender Werner Plöckl bei der Ausstellungseröffnung. Den drei Künstlerinnen ist im Köglturm beides gelungen, wenngleich – oder gerade weil – sich ihre ausgestellten Werke in Kunstform und Technik völlig voneinander unterscheiden.

Die im Aichacher Kunstverein aktive Angelika Schweiger aus Schrobenhausen hat sich der abstrakten Kunst verschrieben. Bei ihren großformatigen Acryl-Bildern lässt sie sich meist von der Natur inspirieren. Sie legt Wert auf ihr eigenes „Un-Format“, wie sie sagt, und lässt die Rahmen dafür eigens aus Metall anfertigen. Zu ihren besonderen Exponaten zählen zwei als „Experiment“ bezeichnete Mischtechnik-Drucke auf der Grundlage von Holz- und Linolschnitten.

Meist in Öl gehalten und sehr farbkräftig sind die figürlichen Bilder der in Ingolstadt lebenden Pianistin und freien Künstlerin Agnes Krumwiede. Ihre ausgestellten Werke sind sehr detailgetreu und erinnern fast an Kunstfotografie. Krumwiede benutzt dabei verschiedenste Untergründe, wie Leinwand, Kork-, Gips- oder Holzfaserplatten. Ihre kleinformatige „Murmeln“-Serie hat sie auf gerostetem Corten-Stahl gemalt. Oftmals stehen ihr nahestehende Menschen im Fokus ihrer Bilder, wie beim Bildzyklus „Meine genialen Freundinnen“ oder dem großformatigen „Mädchen mit Johannisbeere“. In ausdrucksstarken Naturbildern hat Krumwiede Orte des Schreckens wie Buchenwald verarbeitet – nicht als Schauplatz dargestellt, vielmehr als Ruhe ausstrahlende Plätze der Besinnung.

Durch einen unverwechselbaren Stil zeichnen sich auch die Bilder und Zeichnungen von Dorina Csiszàr aus Ingolstadt aus. Ihre Motive findet die Künstlerin oftmals in alten Werkstätten und Fabrikgebäuden.

In schwarzer Tusche mit Kohle und Graphit auf Papier hat sie alte Maschinen, ineinandergreifende Radgewerke oder historische Fernsprech-Vermittlungsanlagen festgehalten. Die eleganten, feingliedrigen Abstraktionen bilden einen gelungenen Kontrast zur Farbigkeit in den Werken ihrer beiden Ausstellungskolleginnen.

und Öffnungszeiten Die Ausstellung „Wie privat ist die Kunst?“ im Aichacher Köglturm (Hinterm Turm 4) ist bis 2. August jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr sowie auf Anfrage geöffnet. An jedem Öffnungstag wird eine der Künstlerinnen anwesend sein. Der Eintritt ist frei, aufgrund der aktuellen Schutz- und Hygienevorschriften kann es jedoch zu Wartezeiten kommen.

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