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Verzögerung

07.10.2019

Internetausbau: In Pöttmes und Baar hakt’s weiter

In kleineren Orten der Gemeinden Pöttmes und Baar kommt es zu Verzögerungen beim Internetausbau.
Bild: Berthold Veh (Symbolbild)

Plus Schon Ende 2018 sollte die Technik aufgerüstet sein. Doch zahlreiche Nutzer in kleineren Orten der beiden Gemeinden brauchen noch immer Geduld. Das hat Gründe.

Noch immer warten im Markt Pöttmes und in Baar zahlreiche Nutzer auf den Internetausbau. Im Sommer 2016 hatte er begonnen, bis Ende 2018 sollte er laut Vertrag abgeschlossen sein. Doch nach wie vor sind die Arbeiten nicht beendet.

Die Technik sollte auf zweierlei Weise aufgerüstet werden. Einmal per VDSL. Dabei werden Glasfaserkabel zu den Verteilerkästen verlegt. Von dort werden die Haushalte per Kupferkabel angeschlossen. Manche Internetnutzer bekommen teure, aber bei der Übertragung deutlich schnellere Glasfaserkabel bis ins Haus. An manchen Orten ist das wirtschaftlicher, als einen Verteilerkasten aufzurüsten.

Beim Glasfaseranschluss gibt es 100 Megabit pro Sekunde

Wer einen Vertrag mit der Firma DSL mobil abschließt, die den Auftrag für den Ausbau erhalten hatte, bekommt eine Anbindung mit mindestens 30 Megabit pro Sekunde. Größtenteils stehen jedoch, je nach Leitungslänge zu den Verteilerkästen, bis zu 50 Megabit pro Sekunde oder mehr zur Verfügung. Bei einem Glasfaserhausanschluss kann eine Geschwindigkeit von mindestens 100 Megabit pro Sekunde gebucht werden.

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In der Marktgemeinde Pöttmes sind laut Daniel Maile von der Bauverwaltung die Verteiler inzwischen aufgerüstet. Jetzt werden die Glasfaseranschlüsse gebaut. Die Hauseigentümer seien mehrfach angeschrieben worden, ob sie einen kompletten Anschluss bis ins Haus, ein Leerrohr oder nichts von alledem wollten, so Maile. Die Rückmeldungen seien eher dürftig gewesen. Umso mehr Resonanz bekam die Gemeinde jedoch von denen, die bereits einen schnelleren Internetanschluss bekommen haben: „Viele wollen eher noch mehr Bandbreite“, so Maile.

Viele Bürger in kleineren Orten müssen sich weiterhin gedulden

Davon sind die Anwohner in den kleinsten Pöttmeser Ortsteilen, den Mühlen und Weilern noch ein gutes Stück entfernt. Seit etwa Mitte September liegt die verkehrsrechtliche Anordnung für Stuben vor, die erforderlich ist, ehe die Arbeiten beginnen. Danach soll es in Immendorf weitergehen. Das ist Maile zufolge der größte noch ausstehende Posten. Ebenfalls noch nicht versorgt seien Wagesenberg, Sedl-brunn, die Mühlen und die Weiler. Auch Teile von Au, Pertenau und Seeanger fehlen noch. Was die Zahl potentieller Internetnutzer angeht, sei das Meiste erledigt, sagt Maile. Doch was die Arbeiten über große Distanzen anbelangt, hapere es noch. In Baar ist Maile zufolge seit einiger Zeit ein Bautrupp dauerhaft vor Ort. Derzeit laufe der Glasfaserausbau. Begonnen wurde an der Alemannenstraße. Seit etwa Ende August würden im westlichen Teil von Baar die Hausanschlüsse an mehreren Straßenzügen gebaut, darunter Alemannenstraße, Wirtsäcker, Keltenstraße. Auch in Unterbaar fehlt noch ein Teil.

Der Ärger in Pöttmes und Baar über die Verzögerung ist groß

Der Ärger in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pöttmes, zu der Pöttmes und Baar gehören, über die Verzögerung ist groß. Wiederholt fanden Gespräche zwischen der VG, ihrem Rechtsanwalt und dem Internetanbieter statt. Mehrfach berichtete Firmenchef Matthias Korber auch im Pöttmeser Marktgemeinderat vom Stand der Dinge – und musste dabei immer wieder zeitliche Verzögerungen einräumen. Seinen früheren Angaben zufolge hängen sie vor allem mit der angesichts des Booms in der Baubranche mangelnden Verfügbarkeit von Tiefbaufirmen zusammen.

Der Ausbau in Bayern wird durch den Freistaat mit zwei Milliarden Euro gefördert. Damit wird er für Gemeinden wie Pöttmes oder Baar auch in entlegeneren und für Firmen unrentablen Gebieten finanzierbar. Das Ausbauprogramm erhöhte jedoch den Zeitdruck: Alle beteiligten Gemeinden mussten eigentlich bis Ende 2018 fertig sein, um das Fördergeld ausbezahlt zu bekommen. Dementsprechend voll waren und sind die Auftragsbücher bei den Tiefbaufirmen. Pöttmes und Baar erhielten eine Fristverlängerung bis Ende dieses Jahres. Allein für den Markt Pöttmes stehen Fördergelder von 925000 Euro im Feuer. Könnte der Ausbau nicht fristgerecht abgeschlossen werden, gingen sie verloren.

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