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Sitzung I

19.03.2015

Jeder Ortsteil erhält einen eigenen Defi

In Aindling wird über die Sicherheit der Bürger und ein neues Freizeitangebot diskutiert

Aindling kauft 15 Geräte. Zwei Räte stimmen dagegen. Neßlacher werden befragt, ob sie den Schockgeber überhaupt wollen

Am Ende der Diskussion waren nicht alle Marktgemeinderäte glücklich über die Entscheidung des Gremiums. Gertrud Hitzler und Peter Reich (beide CSU/Freie Wählergemeinschaft) waren zwar nicht gegen die Anschaffung von Defibrillatoren (Defis), sie halten die Vorgehensweise der Gemeinde bei diesem Thema aber für falsch. Deshalb stimmten sie dem Beschluss, in naher Zukunft 15 öffentlich zugängliche Geräte zu kaufen, nicht zu. Ein Exemplar kostet je nach Hersteller etwa 2500 Euro plus Steuer. Defis werden als Schockgeber bei Herzrhythmusstörungen, wie etwa Kammerflimmern, eingesetzt.

Bereits vor eineinhalb Monaten hatte der Gemeinderat sehr emotional über das Thema diskutiert. Auch diesmal entwickelte sich ein heftiger Schlagabtausch. Dabei ging es vor allem um die Paten, die für jedes Gerät gefunden werden sollen. Diese verpflichten sich, das Gerät in Schuss zu halten. Das ist nach Expertenansicht zwar nicht schwierig, aber eine dauer- und gewissenhafte Aufgabe. Nach Möglichkeit sollten sich die Paten auch zu Ersthelfern am Defis ausbilden lassen und ihr Wissen an andere weitergeben.

Hitzler und Reich waren der Meinung, es müssten sich zuerst Bürger melden, die bereit seien, sich um den Defi zu kümmern. Erst dann sollte das Gerät für den entsprechenden Ortsteil oder einen Bereich im Kernort besorgt werden. Hitzler hatte bereits in der Februar-Debatte betont, sie halte es für „unverschämt“, Defis anzuschaffen und dann Bürger, etwa Vereinsvertreter, zu nötigen, sich darum zu kümmern. Die allermeisten Gemeinderatsmitglieder sahen dies aber anders. Für sie ist es höchste Zeit, die Geräte zu ordern. Manfred Büchele (Bürgerwille ’76) warf sogar in den Raum, ob es überhaupt eines Kümmerers bedarf. Die Maschinen seien doch so ausgelegt, dass sie im Notfall jeder ohne Vorwissen bedienen könne. Auch Bernd Aichele (Bürgerwille ’76) fragte provokativ: „Wie lange wollen wir das Thema noch hinausschieben?“

So führten Aichele, Büchele und auch Michael Pollety (CSU/Freie Wählergemeinschaft) die Riege der Räte an, die einen Defi pro Ortsteil forderten. Auch Bürgermeister Tomas Zinnecker schloss sich diesem Ansinnen an: „Wir haben den Kernort und zehn Ortsteile. In Aindling selbst würden sich auf jeden Fall die Schule, die Raiffeisenbank und der Marktanger als Standorte anbieten.“ Zudem brachte Zinnecker einen Defi für den U-Weiher ins Spiel. Über die genauen Standorte wird in einer eigenen Sitzung beraten. Davor solle die Feuerwehr gebeten werden, geeignete Plätze vorzuschlagen. Die First Responder in Aindling verfügen bereits über zwei Defis. In Gaulzhofen gibt es ein öffentlich zugängliches Gerät.

Zudem soll jetzt geklärt werden, ob auch der kleinste Ortsteil Neßlach mit seinen zehn Einwohnern einen Defi erhält. Der Tenor: Wenn die Menschen dort einen wollen, sollen sie auch einen bekommen. Zumal die First Responder nach Neßlach den längsten Weg haben, wie Büchele unterstrich.

Gemeinderatsmitglied Helga Holland (SPD) geht derweil mit gutem Beispiel voran. Ihr Arbeitgeber habe ihr zwei Arbeitstage zur Verfügung gestellt, um sich zum Defi-Ersthelfer ausbilden zu lassen, erzählte sie.

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