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Aichach

31.01.2020

Kita-Pläne für Neusa-Nähsaal sind geplatzt

In den Nähsaal der Neusa-Halle (weißes Gebäude in der Bildmitte) wird keine Kindertagesstätte einziehen. Das Gebäude ist schadstoffbelastet. Gegenüber ist das Jugendzentrum (Juze) untergebracht, in dem langen Gebäude am oberen Bildrand der Sportverein Türkspor. Nun soll auf dem benachbarten Neusiedl-Grundstück eine dreigruppige Kita entstehen. Auf dem Luftbild ist noch das Neusiedl-Haus (links) zu sehen, das mittlerweile abgerissen ist.
Bild: Erich Echter

Plus Das Gebäude auf dem Neusa-Gelände in Aichach ist schadstoffbelastet. Das zwingt zum Umplanen. Was jetzt geplant ist.

Aus dem erhofften Befreiungsschlag wird nichts, stellte Bürgermeister Klaus Habermann bedauernd fest: In den Nähsaal auf dem Neusa-Gelände in Aichach wird keine Kindertagesstätte (Kita) einziehen. Wie im Aichacher Stadtrat berichtet wurde, haben Untersuchungen der Neusa-Halle ergeben, dass das Gebäude so mit Schadstoffen belastet ist, dass eine Nutzung als Kita laut Gutachter ausgeschlossen ist. Dort ist früher Leder verarbeitet worden.

Vier Krippen- und drei Kindergarten-Gruppen hätten dort ab Anfang 2021 nach einer Sanierung für rund 3,9 Millionen Euro Platz finden sollen. Das hätte der Stadt, die den Rechtsanspruch der Eltern auf Kinderbetreuung erfüllen muss, einiges an Luft verschafft. Die schlechte Nachricht, dass daraus nichts wird, traf den Stadtrat am Donnerstag nicht völlig überraschend. Der Bauausschuss war in seiner jüngsten Sitzung in nichtöffentlicher Sitzung bereits informiert worden. Eine Lösung für das Problem präsentierte der stellvertretende Bauamtsleiter Michael Thalhofer jetzt im Stadtrat.

Über Standort einer größeren Einrichtung wird kontrovers diskutiert

Als Ersatz ist ein Neubau für sechs Gruppen im Gespräch. Die Kostenschätzung dafür laut Thalhofer: rund 4,2 Millionen Euro. Über den Standort hatte der Bauausschuss kontrovers diskutiert, wie Thalhofer berichtete. Die CSU hatte schon im Juli 2019, als es um die Sanierung der Neusa-Halle ging, zunächst für einen Neubau an einem anderen Standort plädiert, um das Neusa-Gelände anderweitig nutzen zu können.

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Weil der Neubau unabhängig vom Standort auf keinen Fall so schnell zu verwirklichen ist wie die Sanierung, soll ein Bau für drei Gruppen als Zwischenlösung dienen. Der soll für rund 1,1 Millionen Euro in Holzständerbauweise aus Modulen auf dem 1260 Quadratmeter großen Nachbargrundstück entstehen. Dort ist die Neusiedl-Villa mittlerweile abgerissen worden. Der große Vorteil: Das Bauwerk könnte später einmal versetzt werden, um zum Beispiel bei Sanierungen in anderen Einrichtungen als Ausweichquartier zu dienen, so Thalhofer.

Zudem soll er die ungeliebten Mietcontainer in der Holzgartenstraße ersetzen, in denen zwei Gruppen untergebracht sind. Für diese läuft der Mietvertrag im September 2020 aus. Der Holzständerbau soll laut Thalhofer ein Gründach bekommen, das im Sommer für angenehmes Raumklima sorgt.

Das Haus auf dem Neusiedl-Grundstück ist abgerissen. Dort soll eine Kindertagesstätte für drei Gruppen in Holzständerbauweise entstehen.
Bild: Erich Echter

Die Pläne für den Ersatzbau stießen im Stadtrat auf einhellige Zustimmung. Großes Lob gab es von allen Seiten für die Bauverwaltung, die eine schnelle und gute Lösung präsentiert habe. Habermann verwies auf die zwei Krippengruppen, die in Ecknach geschaffen werden, und die dritte Gruppe, die am Oberbernbacher Weg entsteht. Die dreigruppige Kita biete die Möglichkeit, die zwei Gruppen aus den Containern am Holzgartenweg aufzunehmen und Reserve für eine dritte Gruppe. „Wir brauchen diese Plätze“, sagte der Bürgermeister. Für das Projekt steht eine Förderung von 50 Prozent im Raum, so Thalhofer. Auf den Zuschuss wolle man nicht verzichten, betonte Habermann. Die Stadt hofft nun, dass dem Vorhaben schnell die Unbedenklichkeit von der Regierung von Schwaben bescheinigt wird. In Abstimmung mit der Regierung von Schwaben soll die Planung beginnen. Damit war der Stadtrat einstimmig einverstanden.

Runder Tisch nach der Kommunalwahl

Zurückgestellt hat der Stadtrat eine Entscheidung über die Vorplanung für einen größeren Neubau für sechs Gruppen. Laut Habermann wäre auf dem Neusa-Gelände ein Standort beim Vereinsheim von Türkspor favorisiert. Die CSU schlug nun vor, erst einen Runden Tisch zur Zukunft des gesamten Geländes abzuhalten, und zwar erst nach der Kommunalwahl. Diesem Vorschlag stand sowohl der Bürgermeister als auch der übrige Stadtrat positiv gegenüber. Die Zurückstellung wurde einstimmig beschlossen. In der Sitzung fehlten Karl-Heinz Schindler und Walter Jöckel (beide SPD) sowie Helmut Beck (CSU).

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