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Schiltberg

24.11.2019

Kommunalwahl 2020: Fabian Streit tritt als Bürgermeisterkandidat an

Fabian Streit (rechts) tritt in Schiltberg als Bürgermeisterkandidat an.
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Fabian Streit (rechts) tritt in Schiltberg als Bürgermeisterkandidat an.
Foto: Sabrina Rauscher

Plus Der Rapperzeller wird in Schiltberg mit 64:37-Stimmen als Bürgermeisterkandidat nominiert. Die Aufstellung der Ratsliste endet nachts mit großer Ungewissheit.

Fabian Streit ist jetzt Bürgermeisterkandidat in Schiltberg. Zwei Drittel der Wahlberechtigten (64:37-Stimmen) haben den Rapperzeller bei der Versammlung der „Listengemeinschaft CSU/Freie Wähler und Parteilose“ am Donnerstag im Bürgerhaus den Rapperzeller nominiert. Über 100 Interessierte hatten sich dort eingefunden, um die Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters und die künftigen Gemeinderatsmitglieder zu bestimmen. Letzteres sollte nach Unstimmigkeiten beim Auszählverfahren zu einer Herausforderung werden. Erst weit nach Mitternacht endete die Versammlung – mit Ungewissheit und Verärgerung bei einigen Kandidaten. Die Auflösung folgte erst am gestrigen Freitag durch die Verwaltungsgemeinschaft.

Welche Ziele Fabian Streit ins Auge fasst

Wahlleiter Xaver Ostermayr erklärte den Anwesenden zunächst das Prozedere der Kandidatenbestimmung, die in geheimer Form durchgeführt werden muss. Vor der Wahl des Bürgermeisterkandidaten stellte sich Fabian Streit den Anwesenden noch einmal vor und schilderte die Ziele, die er sich im Falle seiner Wahl als neuer Schiltberger Bürgermeister gesteckt hat. So sollen vor allem die Projekte, die Streit in seinen Jahren als Gemeinderat und seit 2014 als Dritter Bürgermeister mit auf den Weg gebracht hat, zur Ausführung kommen.

Der Rapperzeller führte unter anderem die geplante Schulerweiterung, den Mobilfunk- und Internetausbau, Hochwasserschutzmaßnahmen und die neuen Einsatzfahrzeuge der Ortsteilfeuerwehren Allenberg und Ruppertszell an. „Für mich als Bürgermeisterkandidat steht an erster Stelle, die Probleme in der Gemeinde gemeinsam anzupacken, richtungsweisend in die Zukunft zu schauen und nicht parteipolitisch gelenkt zu sein“, verkündet der 53-jährige Chef eines Handwerksbetriebs. Er wolle er sich auch für eine bessere Zusammenarbeit mit den Vereinen und Landwirten einsetzen, betonte er.

Zusätzlich will Streit den Austausch mit der Kirche vertiefen, da die Gemeinde nun die Verwaltung beider Friedhöfe im Gemeindebereich übernommen hat. Auch die Erschließung neuer Baugebiete liegt Streit am Herzen, „damit unsere Kinder die Chance haben, zu einem vernünftigen Preis bei uns in der Gemeinde bauen zu können“.

Schiltberg bekommt einen hauptamtlichen Bürgermeister

Wie berichtet, wird in Schiltberg ab Mai nächsten Jahres erstmals ein hauptamtlicher Bürgermeister arbeiten. Das hat der Gemeinderat bereits im Januar mit einer Gegenstimme beschlossen. Amtsinhaber Josef Schreier, 60, tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an. Das hat er bereits vor einem Jahr angekündigt. Schreier ist seit 2000 im Amt.

Vor zwei Wochen hat Albert Wagner angekündigt, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren.Dazu wurde bereits eine eigene Wählergemeinschaft gegründet.Damit diese bei der Wahl antreten kann, benötigt sie Unterstützungsunterschriften..

Neue Gesichter gab es bei den Gemeinderatskandidaten, die sich in der Versammlung nach der Nominierung Streits der Reihe nach vorstellten. Nicht zur Wiederwahl stellten sich neben dem amtierenden Bürgermeister Josef Schreier die Gemeinderäte Gertraud Neuberger, Alois Rieblinger und Erwin Zandtner. Für eine weitere Amtsperiode stellten sich Xaver Breitsameter, Patrick Daurer, Peter Kellerer, Johann Pauker, Sandra Schmid, Michael Schmidberger, Fabian Streit, Tobias Wenhardt und Kaspar Wörle zur Verfügung. Zusätzlich erklärten sich zehn Gemeindebürger bereit, als Neukandidaten „frischen Wind“ in das Gremium zu bringen.

Versammlung zieht sich bis weit nach Mitternacht

Nun stand eine weitere Wahl an, um die Reihenfolge auf der Liste mit den 19 Namen zu bestimmen. Im Schiltberger Gemeinderat sitzen zwölf Gemeinderäte. Auf der Liste können bis zu 24 Plätze besetzt werden. Mit der zweifachen Nennung der ersten fünf Kandidaten sind bei der Wahl im März alle 24 Plätze besetzt. Hierzu hatte sich die Versammlung mehrheitlich für ein Blockwahlverfahren entschieden, bei dem die komplette Liste mit einem einzigen Kreuz bestätigt werden konnte.

Zusätzlich bestand aber die Möglichkeit, Kandidaten zu streichen. Somit konnten die Versammlungsteilnehmer die spätere Reihenfolge auf der Liste beeinflussen. Diese Streichungen sollten die Versammlung bis weit nach Mitternacht hinauszögern. Denn bei der Auszählung der Stimmen hatten nur lediglich zehn von 19 Kandidaten eine Zustimmung von 50 Prozent.

Ergebnis stellt Wahlausschuss vor Rätsel

Ein Fall der so bisher nie dagewesen ist und den Wahlausschuss nun vor die Frage stellte, ob die neun Kandidaten mit einem Ergebnis von unter 50 Prozent gestrichen werden müssen. Das ist nicht so, ließ sich aber am späten Abend nicht mehr auflösen. Das hätte nämlich zur Folge gehabt, dass die Liste unvollständig gewesen wäre. Das brachte die Stimmung unter den noch anwesenden Kandidaten in Wallung. Letztendlich konnten die Teilnehmer das Bürgerhaus nur mit Ungewissheit verlassen, denn die Verantwortlichen wollten sich zur Absicherung noch die Meinung der Verwaltungsgemeinschaft einholen.

Am Freitagmorgen kam von der VG in Kühbach Entwarnung. Die 50-Prozent-Hürde, also eine Mehrheit, gilt bei der Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten, aber nicht bei der Aufstellung der Liste für den Gemeinderat. So finden sich jetzt alle 19 Kandidaten aufgelistet nach Anzahl ihrer Stimmen aus der Nominierungsversammlung auf dem Wahlzettel. (mit cli)

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