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Aichach-Friedberg

13.06.2019

Landkreis: Einbrüche rütteln die Geschäftswelt auf

Zahlreiche Firmen im Landkreis haben in diesem Jahr Einbrüche gemeldet. (Symbolfoto)
Bild: Alexander Kaya

Plus Viele Firmen im Landkreis wurden in diesem Jahr schon von Einbrechern heimgesucht. Betroffene denken über eine Bürgerwehr nach. Die Polizei hat eine Theorie.

Unruhe macht sich in der Geschäftswelt im Wittelsbacher Land breit. Derzeit häufen sich Einbrüche in Geschäfte und Firmengebäude. Blumenläden, Autowerkstätten, Juweliere oder gar Metzgereien, Bäckereien und Wertstoffhöfe sind seit Ende Februar zum Ziel der Einbrecher geworden.

Mal erbeuten die Täter gar nichts oder nur wenige hundert Euro, dann wieder Geldbeträge im fünfstelligen Bereich. Oft ist der angerichtete Sachschaden weit höher als die Beute. Für die Aichacher Polizei ist das ein Hinweis darauf, dass hier verschiedene Einbrecher unterwegs sein dürften. Im Moment tappen die Ermittler allerdings eher im Dunkeln. Die Spurenauswertung läuft.

Aichach-Friedberg: Hilft eine Bürgerwehr?

Für die Geschäftsinhaber im Landkreis ist die Situation alles andere als erfreulich. Es wird diskutiert, ob eine Bürgerwehr hilfreich wäre. Zum Teil wollen diejenigen, die schon mehrfach Einbruchschäden beseitigen mussten, auch gar nicht über das Thema sprechen.

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Andere haben Geld zusammengelegt und eine Belohnung von 1500 Euro für die Ergreifung der Täter ausgesetzt. Oliver Heib ist einer von ihnen. Der Inhaber des Akku- und Batteriehandels in der Donauwörther Straße in Aichach betont, dass er die Polizei in Aichach nicht kritisieren wolle. „Die machen wirklich gute Arbeit“, sagt er. Heib wünscht sich jedoch, dass die Ermittler personell besser aufgestellt würden. Er schlägt vor, eine Art Spezialeinheit zu gründen, so wie es auch eine Mordkommission gibt. Außerdem fände Heib höhere Strafen für die Täter sinnvoll. „Ich will, dass das Problem erkannt wird“, erklärt der Geschäftsinhaber. Die Politik müsse dafür sorgen, dass sich etwas ändert. In einem Schreiben hat Oliver Heib sich deshalb an Landrat Klaus Metzger und den CSU-Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko gewandt.

Polizei: Bis 2023 sollen 500 Stellen pro Jahr geschaffen werden

Nachdem das Thema Polizei Ländersache ist, hat der Landtagsabgeordnete dazu Stellung bezogen und erklärt, dass die Bayerische Polizei mit 42500 Stellen den höchsten Personalstand aller Zeiten aufweise. Bis 2023 sollen pro Jahr 500 weitere Stellen geschaffen werden, bis der Personalstand auf 45000 Polizisten erhöht ist. „Ich darf Ihnen versichern, dass ich mich dafür einsetzen werde, dass unser Landkreis von diesen zusätzlichen Stellen profitiert“, schreibt Tomaschko.

Ein unbekannter Einbrecher ist in eine Aichacher Metzgerei eingedrungen.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Der Landtagsabgeordnete verweist auf eine Software namens Precobs. Der Name steht für Pre Crime Observation System. Die Software basiert auf der Erkenntnis, dass nach einem Einbruch für eine gewisse Zeit mit erhöhter Wahrscheinlichkeit ganz in der Nähe noch einmal eingebrochen werden könnte. Die Polizei würde dort dann verstärkt Streife fahren. In München und Mittelfranken werde mit der Software gearbeitet.

Jeder soll ein bisschen mehr nach dem anderen schauen

Nadine Siegert hat eine weitaus kostengünstigere. Die Inhaberin des Aichacher Blumengeschäfts schlägt vor, dass jeder ein bisschen mehr nach dem anderen schaut. Damit meint sie, dass jeder die Polizei rufen könnte, wenn er zufällig sieht, dass sich jemand nachts an einem Fenster zu schaffen macht oder über einen Zaun steigt. Einfach nicht wegschauen, lautet ihre Lösung. Auch bei der Aichacher Polizei wird diskutiert. Der Stellvertretende Dienststellenleiter Peter Löffler bestätigt das. Die Beamten hätten reagiert und Maßnahmen ergriffen.

Aus ermittlungstaktischen Gründen könne die Polizei aber nichts davon preisgeben. Nur so viel: An manchen Tatorten wurden Spuren gesichert, die jetzt ausgewertet werden. Noch sei kein Täter ermittelt, erklärt Peter Löffler. Die Polizei vermutet, dass professionelle Einbrecher es wahrscheinlich nicht auf Geschäfte mit vermeintlich kleineren Geldvorräten abgesehen hätten. Deshalb dürfte es sich um andere Tätergruppen handeln. Die Spekulationen reichen von Beschaffungskriminalität über Gelegenheitsdieb bis hin zu jugendlicher Mutprobe.

Von diesem Muster heben sich manche Fälle im Landkreis ab, wie etwa fünf Einbrüche, die innerhalb von nur einer Nacht Ende Mai in Kühbach verübt wurden. Hier erbeuteten die Täter 11000 Euro.

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