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Bildung

22.11.2017

Mehr Grundschüler, weniger Gymnasiasten und Realschüler

Bild: Symbolfoto: Matthias Becker

Das Wittelsbacher Land wächst: Es gibt höhere Übertrittsquoten, ein neues Gymnasium und eine neue Realschule – dennoch sind es weniger Schüler an weiterführenden Schulen

Aichach-Friedberg Der Trend ist schwer erklärbar, aber er hält weiter an. Seit Jahren sinkt die Zahl der Schüler an den weiterführenden Schulen des Landkreises – obwohl viele Entwicklungen eigentlich etwas anders anderes erwarten lassen. Erstens: Die Zahl der Einwohner geht kontinuierlich nach oben. Heute leben fast 6000 Menschen mehr im Wittelsbacher Land als zur Jahrtausendwende – Wachstum: rund fünf Prozent. Zweitens: Die Übertrittsquoten aus den Grundschulen in weiterführende Schulen steigen seit Jahren. Drittens: Die Zahl der Grundschüler ist aus dem Tal mittlerweile heraus und geht seit einigen Jahren wieder stetig nach oben. Und viertens: Der Kreis hat seit 2000 mit hohen Investitionen in Neubauten Schüler ins Wittelsbacher Land zurückgeholt, die bislang vor allem in Augsburg unterrichtet wurden.

Dennoch geht die Zahl der im Kreis unterrichteten Realschüler und Gymnasiasten, seit Jahren zurück. Aber auch Fachoberschule oder die zwei Berufsschulen melden sinkende Zahlen (siehe Infoartikel). In den drei Gymnasien und vier Realschulen werden jetzt weniger junge Menschen unterrichtet als vor sechs Jahren in damals noch zwei Gymnasien und drei Realschulen.

Erklärbar ist die Entwicklung demografisch. Die Geburtsjahrgänge waren bis zur jüngsten Erholung mehr als eine Dekade lang deutlich schwächer als vor 15 oder 20 Jahren. Die Elterngeneration aus der Babyboomer-Zeit der 60er Jahre hatte mehr Kinder, aber die haben ihre Schullaufbahn meist schon durchlaufen. Und bis das künftig wieder neunjährige Gymnasium durchschlägt, dauert es noch zehn Jahre.

Sollten die Zahlen wieder ansteigen, ist Aichach-Friedberg darauf vorbereitet. Seit Jahrzehnten investiert der Landkreis kontinuierlich in seine Schullandschaft. Allein seit der Jahrtausendwende belaufen sich die Ausgaben auf 125 Millionen Euro. Alle drei bestehenden Realschulen und das Gymnasium Aichach wurden in dieser Zeit erweitert. Neu gebaut wurden seither die Fachoberschule (FOS) in Friedberg, die Realschule in Bergen (Affing) mit neuer Sporthalle und das dritte Kreisgymnasium in Mering. Hier fehlt noch die Mensa. Dazu kommen die laufende Sanierung des Gymnasiums in Friedberg. Gleiches steht für einen Gebäudeteil der Aichacher Realschule an. Die CSU-Fraktion hat vor Kurzem angekündigt, dass innerhalb der nächsten fünf Jahre weitere knapp 110 Millionen Euro in die Schulinfrastruktur fließen soll. Neben den bereits laufenden Projekten wird die Friedberger Förderschule neu gebaut (wir berichteten) und für den künftigen Gesundheitszweig muss die Fachoberschule erweitert werden.

Bei den Gymnasien ist der rückläufige Schülertrend bereits seit sieben Jahren zu beobachten. Damals wurden an zwei Schulen (nach Abzug der Gastschüler) noch rund 2300 Kinder und Jugendliche unterrichtet – dabei besuchten zu dieser Zeit noch sehr viele Schüler aus dem Landkreis-Süden das Rudolf-Diesel-Gymnasium in Hochzoll (Stadt Augsburg). Aktuell sind es an drei Gymnasien zusammen 1940. Während das im Aufbau befindliche Mering jedes Jahr rund 100 Schüler dazubekommt, verlieren die beiden anderen Einrichtungen kontinuierlich. Den größten Schülerschwund verzeichnet seit Jahren Friedberg. Gegenüber dem Schuljahr 2010/2011 mit 1273 Schülern sind es aktuell mit 771 aus dem Kreis rund 40 Prozent weniger.

In Aichach ist die Zahl von 1084 (2011/2012) auf 795 gesunken – rund 35 weniger als im Vorjahr. In den vier Realschulen werden derzeit (nach Abzug der Gastschüler) 2257 Jugendliche unterrichtet. Im vergangenen Schuljahr waren es 2367 und beim Höchststand im Schuljahr 2012/2013 noch 2761.

Auch die zuletzt einzige weiterführende Schule im Kreis mit Wachstum, die Berufliche Oberschule (FOS/BOS) Friedberg, meldet heuer rückläufige Schülerzahlen. Mit 850 Schülern ist sie aber immer noch die Größte der acht Bildungseinrichtungen. Mit der neuen Ausbildungsrichtung Gesundheit dürften die Zahlen wieder steigen. Neben den etablierten Zweigen Technik, Wirtschaft und Sozialwesen soll der Schwerpunkt Gesundheitswesen in der Region Augsburg nur am Standort Friedberg angeboten werden. "Weiterer Bericht S. 2

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