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Zugunglück von Aichach

28.01.2019

Menschliches Versagen? Strafbefehl gegen Fahrdienstleiter erlassen

Zwei Todesopfer forderte das Aichacher Zugunglück im Mai 2018.
Bild: Erich Echter (Archiv)

Die Staatsanwaltschaft Augsburg beantragt Strafbefehl gegen den 25-jährigen Fahrdienstleiter wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen. Wie es zu dem Fehler kam.

Es ist keine Überraschung mehr: Der 25-jährige Fahrdienstleiter muss sich für das Aichacher Zugunglück vom 7. Mai 2018 verantworten. Das Amtsgericht Augsburg hat gegen ihn am Montag Strafbefehl ausgestellt. Dieser sieht eine zehnmonatige Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung in 13 Fällen und fahrlässiger Gefährdung des Bahnverkehrs vor. Damit kommt das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft Augsburg nach, wie diese in einer Presseerklärung mitteilte.

Strafbefehl gegen Fahrdienstleiter: Es war wohl menschliches Versagen

Der Beschuldigte war an jenem verhängnisvollen Abend alleinverantwortlich für den Zugverkehr am Aichacher Bahnhof. Er hätte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit einer Hilfssperre am mechanischen Stellwerk die Einfahrt die Einfahrt eines weiteren Zuges auf das Gleis verhindern sollen.

Dort, etwa 500 Meter vor dem Aichacher Bahnhof, steht bereits ein Güterzug. Mit der so genannten „Hinsehensprüfung“ hätte der Fahrdienstleiter seinen Fehler bemerken können.

Beim Zugunglück in Aichach starben im Mai 2018 zwei Menschen.
Bild: Matthias Balk, dpa

Doch diese hat er nach Ansicht der Staatsanwaltschaft unterlassen. Er gab die Einfahrt des aus Dasing kommenden Personenzugs frei. Ein fataler Fehler. Laut Staatsanwaltschaft fuhr der Personenzug nahezu ungebremst auf den stehenden Güterzug auf. Dabei wird der 37-jährige Lokführer ebenso getötet wie eine 73-jährige Zugpassagierin, drei Menschen werden schwer, zwölf leicht verletzt.

Bei dem Zusammenstoß eines Personen- und eines Güterzuges sind in Aichach am Montag zwei Menschen gestorben. Retter waren mit einem Großaufgebot vor Ort.
18 Bilder
Zugunglück bei Aichach: Regiobahn fährt in Güterzug
Bild: Matthias Balk, dpa

Ermittler: Menschliches Versagen führte zu Zugunglück von Aichach

Offenbar war es menschliches Versagen. Hinweise, dass Betäubungsmittel, Alkoholeinfluss oder etwa eine Ablenkung durch Handynutzung oder Gespräche Ursache des Fehlers waren, haben die Ermittler nicht gefunden.

Das Unglück hatte deutschlandweit für enormes Aufsehen, in der Folge entbrennt eine Diskussion über die Sicherheit des Bahnverkehrs, Kritik an der Bahn wird laut. Diese hat inzwischen angekündigt, mechanische Stellwerke in Deutschland nachzurüsten. Aichach gehört in diesem Jahr zu den erste Bahnhöfen, an denen die technische Neuerung umgesetzt wird.

Lesen Sie dazu die Artikel: Nach Unglück von Aichach: Die Bahn rüstet 600 Stellwerke nach und Sohn einer Getöteten kritisiert Aufarbeitung der Bahn.

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