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Mittelalterliche Markttage

11.09.2018

Nach Unfall in Aichach: Ein Verletzter noch in Klinik

Die Mittelalterlichen Markttage in Aichach waren schon vorbei, da passierte beim Abbau noch ein schwerer Unfall. Vier Helfer wurden dabei verletzt, einer von ihnen schwer.
Bild: Nicole Simüller

Nach den Mittelalterlichen Markttagen brach das Dach eines Vereinsstandes beim Abbau ein. Wie es den vier Verletzten geht und wie es zu dem Unfall kam.

Drei der vier Helfer, die am Sonntagabend bei Abbauarbeiten nach den Mittelalterlichen Markttagen in Aichach verletzt und ins Krankenhaus gebracht wurden, sind bereits wieder zu Hause. Den Vierten allerdings hat es schwerer erwischt. Er liegt nach wie vor im Klinikum Augsburg.

Der Unfall geschah gegen 19.30 Uhr am Stand der Königlich privilegierten Feuerschützen Aichach. Franz Marb, Erster Schützenmeister des Vereins, sagte am Montag: „Der Schock ist sehr, sehr groß.“ Er selbst war wie weitere Vereinsmitglieder mit Abbauarbeiten nach dem Fest beschäftigt, als es plötzlich krachte. Mit eigenen Augen sah er den Unfall zwar nicht. Doch ihm sei sofort klar gewesen, dass seine Vereinskameraden betroffen waren. „Ich bin gleich hingelaufen.“ Der Bayerische Rote Kreuz kam mit mehreren Fahrzeugen auf den Stadtplatz. Auch ein ADAC-Rettungshubschrauber wurde nach Aichach beordert. Er kreiste über der Innenstadt und suchte einen Platz, um zu landen.

Kurz nach dem Unfall und unmittelbar vor Redaktionsschluss unserer Zeitung teilte die Polizei auf Nachfrage mit, zwei Personen seien schwer verletzt worden (wir berichteten). Anderthalb Stunden später lagen der Polizei nähere Erkenntnisse vor: Zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass vier Helfer verletzt worden waren, einer davon schwer. Er wurde nach Angaben der Polizei wie die drei anderen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Der Hubschrauber flog ohne einen der Verletzten wieder ab.

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Verein will Verletzten noch am Montag besuchen

Marb zufolge hat der schwerer verletzte Helfer sich einen Unterarm und das Becken gebrochen. „Den Umständen entsprechend geht’s ihm gut.“ Er habe aus dem Krankenhaus bereits Grüße an seine Vereinskameraden ausrichten lassen. Sie machten sich gestern auf den Weg, um ihn im Klinikum zu besuchen. Der Mann verfügte Marb zufolge über Erfahrung mit dem Abbau nach den Mittelalterlichen Markttagen.

Trotz des Unfalls brachten die Feuerschützen ihre Aufräumarbeiten am Sonntag vollständig zu Ende. Um 23 Uhr seien sie fertig gewesen, berichtet Marb. Danach habe sich der Verein im Schützenheim zusammengesetzt, um zu besprechen, was wenige Stunden zuvor geschehen war. Marb schildert, worum es dabei ging: „Was können wir machen, dass so etwas nicht mehr passiert? Was müssen wir an der Statik der Hütte ändern?“

Dem Schützenmeister zufolge waren die Helfer vor dem Unfall dabei, das Dach der Hütte abzudecken. Nur fünf Bretter waren noch übrig. Zwei Helfer seien oben auf dem Dach gesessen, obwohl der Verein ein Gerüst für die Abbauarbeiten dabei gehabt habe. „Bei einem Balken ist das Gewicht anscheinend zu schwer geworden“, so Marb. Das Dach mit den beiden Männern stürzte ein und traf zwei weitere Helfer, die in unmittelbarer Nähe darunter standen. „Das hätte nicht sein müssen“, sagt Marb ganz klar. Doch jetzt sei vorrangig, dass die vier Verletzten wieder auf die Beine kämen.

Wie Helfer in solchen Fällen versichert sind

Für Unfälle dieser Art sind die Mitglieder der Feuerschützen über den Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) versichert. Die Versicherung greift laut Marb bei Großveranstaltungen wie den Mittelalterlichen Markttagen und bei Wettbewerben oder anderen Veranstaltungen, an denen der Verein teilnimmt. Dieser zahle pro Mitglied einen festen Jahresbeitrag an den BSSB.

Auch die Stadt als Veranstalterin der Mittelalterlichen Markttage reagierte am Tag nach dem Unfall betroffen. Bürgermeister Klaus Habermann und sein Stellvertreter Helmut Beck waren sofort zu den Verletzten geeilt. Martina Baur, zum ersten Mal als Marktmeisterin für das Fest verantwortlich, räumte einige Hindernisse aus dem Weg, damit der Rettungsdienst mit den Verletzten möglichst schnell durchkam. Sie hatte es selbst krachen gehört, als das Dach der Hütte einbrach. „Es ist schlimm, wenn so was passiert“, sagte sie am Montag.

Der Unfall beschäftigt auch die Aichacher Polizei. Polizeichef Erich Weberstetter sagte: „Wir werden den Fall der Staatsanwaltschaft vorlegen. Die prüft, ob sie gegen jemanden ermitteln wird.“ Das ist in solchen Fällen üblich. Allerdings habe sich die Sache vermutlich erledigt, wenn die beiden Helfer, die unter dem einstürzenden Dach standen, keinen Strafantrag stellten.

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