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BC Aichach

09.03.2011

Neuem Sportpark droht das Aus

An der Straße nach Walchshofen soll der neue Sportpark für den BC Aichach entstehen.
Bild: Erich Echter

Weil Frankreich die Förderung für Photovoltaik zurückfährt, bekommt Aichach jetzt wohl kein neues Stadion.

Volker Weingartner ist es als Geschäftsmann von Welt nicht fremd, auch mal unternehmerische Rückschläge hinnehmen zu müssen. Seine Hochwasserschutzwände vermarktet der Thierhauptener rund um den Erdball. Weingartner, 40, operiert an etlichen Fronten und muss es notgedrungen verkraften, wenn manche Dinge mal nicht so laufen wie gewollt.

Auch bei seinem kleinerem Unternehmen, seiner Freizeitbeschäftigung BC Aichach, läuft gerade nicht alles wie gewollt. Der sportliche Erfolg ist da, der Aufstieg in die Fußball-Landesliga wahrscheinlich, aber die Rahmenbedingungen bereiten weiter Sorgen. Dies zu verbessern, daran arbeitet der BCA-Vorsitzende akribisch – und muss nun dort einen „unternehmerischen Rückschlag“ hinnehmen, wie Weingartner es nennt. Grund: Die Finanzierung, wichtigste Voraussetzung für den geplanten Sportpark in Aichachs Norden, scheint wieder mehr als fraglich.

Frankreich macht bei 500 Megawatt den Deckel drauf

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Weingartner wollte die Kosten für das neue BCA-Zuhause, rund 2,2 Millionen Euro, mit einem Solarpark in Frankreich und dessen Einspeisevergütung abdecken. Nun bremst der dortige Premierminister François Fillon die Solarförderung in seinem Land weiter stark ab. Am Donnerstag wird im europäischen Nachbarland ziemlich sicher eine Neuregelung verabschiedet: Sie beinhaltet eine Kürzung der Einspeisevergütung um 20 Prozent gegenüber September 2010; und sie begrenzt die neu installierte Leistung pro Jahr auf 500 Megawatt. Frankreich macht also einen Deckel drauf und Weingartners französischem Energievorhaben, das weit gereift war und in das der 40-Jährige schon Geld gesteckt hat, geht der Saft aus.

Der BCA-Vorsitzende steht in ständigem Kontakt mit einem Anwalt, der sich um seine Sonnenernergie-Belange in Frankreich kümmert. Weingartner weiß allerdings bereits, dass die limitierten 500 Megawatt mit anderen Projekten bereits abgedeckt sind, ohne seinen Solarpark. Der 40-Jährige spricht von einer „schwierigen Situation“, „ärgerlich“ sei es, wenn es so kommt, fügt er hinzu.

Von den Mitgliedern des BC Aichach hatte sich Weingartner bereits frühzeitig das Einverständnis abgeholt, den Sportpark in Frankreich zu finanzieren. Nun muss sich der umtriebige Macher wieder etwas Neues einfallen lassen, nachdem die deutsche und die französische Variante eines Solarparks wegen gekürzter Förderung wegstarben.

Global Player Weingartner hat noch einige Kostentilger in Verbindung mit erneuerbarer Energie im Sinn. Die allerdings seien etwas „risikoreicher“ als die bisherigen. Er, als Unternehmer, sei es gewohnt, mit gewaltigen Summen zu jonglieren. Aber: „Ich weiß nicht, was ich den Mitgliedern alles zutrauen kann“, so Weingartner.

Bisher diskutierten die Mitglieder des BC Aichach stets über die Finanzierung des Sportparks. Womöglich sprechen sie bald darüber, ob man das Großprojekt an sich überdenken sollte. Im Raum steht eine abgespeckte Version, eine Spaltung zwischen Trainings- und Spielstätte, ein Sportpark light sozusagen: Im Norden Aichachs könnte ein Trainingsgelände mit zwei, drei Plätzen und einem Kabinentrakt entstehen; und als Spielstätte der Fußballer könnte künftig das Josef-Bestler-Stadion, Ex-Landkreisstadion, herhalten. Billiger als 2,2 Millionen Euro wäre dies allemal. Weingartner und seine Mitglieder werden wohl bald auch darüber mal diskutieren.

Daten und Fakten

Ort Der Sportpark soll im Norden Aichachs entstehen zwischen der Flurstraße und der B 300.

Fläche Da der Solarpark wegfällt, benötigt der BC Aichach eine Fläche von rund 6,2 Hektar.

Kosten Die Kosten belaufen sich auf rund 2,2 Millionen Euro. Ursprünglich war geplant, den Sportpark über einen Solarpark zu finanzieren.

Umfang Ein Fußballhauptfeld mit Tribüne und Funktionsgebäuden, zwei Trainingsfelder, zwei Kleinspielfelder, ein Aufwärmplatz, eine Asphaltschützenanlage, Parkfläche für 500 Besucher und ein Sportheim.

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