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Weihe

16.07.2018

Pöttmes‘ neues Feuerwehrfahrzeug glänzt

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Nach dem Sonntagsgottesdienst segnete Pfarrer Thomas Rein das neue Einsatzfahrzeug. Und auch die aktiven Feuerwehrleute wurden in den Segen mit eingeschlossen, damit sie immer wieder gesund von dem Einsatz heimkehren.

Feuerwehr freut sich über ihr neues, fast eine halbe Million Euro teure Auto. Es verfügt über eine besondere Ausstattung, die den Aktiven die Arbeit erleichtert

Von Andreas Dengler

Pöttmes Bei strahlendem Sonnenschein segnete gestern Pfarrer Thomas Rein das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (kurz HLF 20) der Pöttmeser Feuerwehr. Das neue knallrote Gefährt glänzte in der Sonne, als es auf den Marktplatz einbog. Für den feierlichen Anlass war es mit Blumen und Schleifen verziert worden. Hinter dem Steuer saß der ehemalige Kommandant Anton Hartwig. Sein Beifahrer war der aktuelle Kommandant Richard Hammerl. Hartwig stand der Gemeinde und seinem Nachfolger beim Kauf beratend zur Seite. „Es ist einfach top“, sagte Hammerl zufrieden mit dem neuen Gefährt. Dabei handelt es sich um einen der Ersatz für das im vergangenen Juli verunglückte Tanklöschfahrzeug.

Zur Fahrzeugsegnung kamen neben den Mitgliedern der Feuerwehr Pöttmes und den Vertretern der Ortsteilwehren auch Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko (CSU), stellvertretender Landrat Manfred Losinger (CSU) und Bürgermeister Franz Schindele (Bürgerblock). Auch die Führungsriege der Kreisbrandinspektion Aichach-Friedberg war dabei.

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Schindele sprach von einem besonderen Tag für die ganze Marktgemeinde. Von dem neuen Fahrzeug werde jeder Bürger im Ernstfall profitieren. Losinger, selbst aktiver Feuerwehrmann, brachte seinen Pöttmeser Kameraden eine Schutzmedaille des heiligen Christophorus mit. „Ich hoffe, ihr findet noch ein Plätzchen dafür“, sagte er zu Kommandant Hammerl bei der Übergabe. Die Katastrophen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, welch unterschiedlichen Aufgaben die Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen bewerkstelligen müssten. „Wer hätte gedacht, dass im Landkreis ein Tornado wütet und sich ein Zugunglück ereignet“, sagte Losinger. Mit dem neuen Fahrzeug und dessen Ausstattung seien die Helfer bestens gewappnet. Auch Kommandant Hammerl betonte, dass durch die Entwicklung der Gemeinde wie dem neuen Kinderhort, der neu eröffneten Radiologiepraxis und den entstandenen Gewerbe- und Wohngebieten unterschiedlichste Rettungseinsätze auf die Wehr zukommen könnten und „dafür ist eine entsprechende Ausrüstung notwendig.“ Kreisbrandrat Christian Happach gratulierte der Wehr zum neuen Fahrzeug und hob die Wichtigkeit der Pöttmeser Stützpunktwehr im Wittelsbacher Land hervor.

Es ist der Ersatz für das 2017 verunglückte Fahrzeug

Mit insgesamt fünf Fahrzeugen, 45 Aktiven und zehn Jugendlichen zählt die Pöttmeser Wehr zu den größten Gruppen im nördlichen Landkreis. Ein Jahr lang mussten die Pöttmeser jedoch mit nur vier Fahrzeugen auskommen. Der Vorgänger des neuen HLF 20 verunglückte in Pöttmes auf dem Weg zu einer Einsatzstelle. Beim Abbiegen geriet das Fahrzeug ins Schleudern, prallte gegen einen Stromverteiler und kippte um. Bis heute stecke der Schock über den Unfall noch in den Knochen, sagten der Fahrer und die Insassen von damals. Aber ganz außergewöhnlich ist der Unfall nicht: Denn mit solchen Fahrzeug ist das Unfallrisiko achtmal höher als mit einem normalen Gefährt. Das liegt an der schweren Beladung, der Stresssituation und den restlichen Verkehrsteilnehmern. Glück im Unglück hatten die Pöttmeser: Es wurde niemand ernsthaft verletzt. Bereits vor dem Unfall hatte der Marktgemeinderat übrigens geplant, das 24 Jahre alte Tanklöschfahrzeug zu ersetzen.

Der Nachfolger ist digital sehr gut ausgestattet und verfügt über eine Rettungskarte und ein Navigationsgerät. Mit ein paar Klicks können die Helfer mit der Rettungskarte alle technischen Details eines verunglückten Fahrzeugs ermitteln. So gehe keine Zeit mehr verloren. Die Bergung könne schnell begonnen werden, sagte Kreisjugendwart Magnus Hammerl, der bei der Pöttmeser Wehr aktiv ist. Aber auch der integrierte Stromerzeuger erleichtert die Arbeit enorm. Bereits seit vier Wochen ist das neue Gefährt ausgeliefert. Seitdem üben die Helfer fast täglich mit dem neuen HLF 20.

Besichtigung Am Sonntag, 16. September, veranstaltet die Feuerwehr einen Besichtigungstag. Dann kann das neue Einsatzfahrzeug genau unter die Lupe genommen werden. Außerdem sind Vorführungen geplant, wie das neue HLF 20 im Ernstfall zum Einsatz kommt.

Ausmaß Das Fahrzeug ist 8,6 Meter lang, 2,5 Meter breit und 3,5 Meter hoch. Mit 16 Tonnen zählt es zu den schwereren Einsatzfahrzeugen.

Ausstattung Neben einem Wassertank, der 2500 Liter fasst, ist das HLF 20 mit 600 Arbeitsgeräten ausgestattet.

Besatzung Eine komplette Löschgruppe, bestehend aus neun Mitgliedern, kann damit ausrücken. Durch Trittbretter sind das Einsteigen und das Herausnehmen der Gerätschaften für die Mannschaft leichter und sicherer. Und auch ein vorübergehender Personalmangel kann mit der Ausstattung besser überbrückt werden.

Kosten 472000 Euro kostet das neue Fahrzeug. Gut die Hälfte muss die Marktgemeinde Pöttmes aufbringen. 119000 Euro Zuschuss kommen vom Freistaat, 55000 Euro vom Landkreis. Weitere knapp 50000 Euro bezahlte die Versicherung für das verunglückte Fahrzeug. Das ist exakt die Summe, die die Marktgemeinde über den Verkauf einnehmen wollte. (ande)

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