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Gemeinderat I

17.06.2017

Sielenbach stellt Heizung auf Nahwärme um

Nicht alle Mitglieder des Gremiums sind vom grundsätzlichen Schritt für die kommunalen Gebäude Rathaus, Feuerwehr und Bauhofhalle überzeugt. Bürgermeister Martin Echter erwägt, auch Schule anzuschließen

Eine umfangreiche Tagesordnung hatte der Sielenbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zu bewältigen. Viele Entscheidungen standen an. Die meisten fielen schnell und einstimmig. Eine Entscheidung machten sich die Räte allerdings sehr schwer: den Umstieg bei der Heizung von Pellets auf Nahwärme von den Biogasbauern Josef Held aus Sielenbach und Markus Held aus Andersbach (Stadt Aichach).

Erst im Jahr 2012 hatten das Gemeindezentrum, Rathaus, die Feuerwehr und die Bauhofhalle eine neue Heizung bekommen, die mit Pellets geschürt wird. Damals war man von dem nachwachsenden Rohstoff überzeugt. Nun sieht die Sache anders aus. „Wenn wir jetzt nicht anschließen, dann verpassen wir’s“, mahnte Bürgermeister Martin Echter. Bei den Gemeinderäten regte sich jedoch vereinzelt Widerstand. Das sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, wurde argumentiert. „Langfristig betrachtet, ist es der richtige Weg“, meinte dagegen der Bürgermeister.

Andreas Schneider war der Ansicht: „Was da ist, ist da. Wir sollten die Anlage nutzen.“ Damit meinte er die Biogasanlagen, von denen er „persönlich kein Freund“ sei. Die 4000 Euro Anschlusskosten würden nur eine Nebenrolle spielen. Der Bürgermeister gab zusätzlich zu bedenken: „Wenn Kinderkrippe und Kindergarten hinzukommen, reicht der Pelletsraum nicht mehr aus.“ Einen Anschluss an die Nahwärme hielt auch Johann Finkenzeller für sinnvoll. Einige Räte befürchteten, die Pellets-Heizung könnte anfällig sein. Zweiter Bürgermeister Franz Moser prophezeite: „Die Heizung ist jetzt fünf Jahre alt, in zehn Jahren ist sie 15, dann geht’s los.“ Er bezog sich auf wahrscheinliche Reparaturarbeiten, die hohe Kosten verursachen könnten. Moser ergänzte: „Wir sind das Sonnendorf.“ Seiner Ansicht nach habe man damit eine „gewisse Vorreiterrolle“. Rosi Lutz wollte wissen, ob man in zehn Jahren nicht vielleicht auch noch anschließen könnte. Dann, wenn sowieso eine neue Heizung fällig wird. Diese Idee stieß bei den anderen Räten aber auf keine Gegenliebe.

Dass das Gemeindehaus am Breitenwiesweg und die acht neuen Sozialwohnungen an die Nahwärme angeschlossen werden, war überhaupt keine Frage. Für den Grundsatzbeschluss gab es hingegen vier Gegenstimmen.

Bürgermeister Martin Echter überlegt bereits, ob auch die Schule mit der Nahwärme der Biogasanlagen beheizt werden soll. Darüber könne man zumindest streiten: „Wir kriegen die Hackschnitzel dafür kaum noch her.“ Als Nächstes stehen jedoch Gespräche mit den Biogasbauern Josef Held aus Sielenbach und Markus Held aus Andersbach an. (AN)

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