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Aichach-Friedberg

17.05.2020

So läuft der Biergarten-Start im Wittelsbacher Land

„Für die Mitarbeiter haben wir Masken im Bayernlook angefertigt.“Die Betreiber von Biergärten haben in den vergangenen Tagen die Abstände zwischen den Tischen gemessen. Heute dürfen sie wieder öffnen.
Bild: Symbolfoto: Thomas Frey/dpa

Plus Am Montag beginnt die Biergartensaison. Wirte im Wittelsbacher Land freuen sich, wieder loslegen zu können. Manche Regeln können sie aber nicht verstehen.

„Endlich!“, ruft Walter Fischer. Die Begeisterung ist dem Betreiber des Sommerkellers Affing am Telefon anzuhören. „Endlich können wir wieder loslegen!“ Seit Mitte März mussten sämtliche Lokale geschlossen bleiben, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Ab heute darf die Außengastronomie unter Auflagen öffnen. In Walter Fischers Worten: Die Biergärten dürfen endlich loslegen.

„Wir haben uns wochenlang vorbereitet, haben alle Hygienemaßnahmen getroffen“, erzählt Fischer. So haben er und seine Mitarbeiter zum Beispiel Hygieneständer aufgebaut, damit sich Gäste die Hände desinfizieren können. „Für die Mitarbeiter haben wir Masken im Bayernlook angefertigt.“ Vorbereitung für eine neue Normalität. Die Tische müssen in bestimmten Abständen stehen. Außerdem wird es im Sommerkeller einen Einweiser geben, der die Gäste empfängt und sie den Tischen zuweist. Der Biergarten sei in drei Bereiche aufgeteilt, erklärt Fischer. Einen für Familien mit Kindern, einen für Singles und Pärchen, und ein dritter Bereich ist für größere Familiengruppen gedacht. Das Areal für junge Familien hat Spielecken, Alleinstehende können an zwei Enden des Tisches Platz nehmen, Gruppen brauchen eigene Tische.

Biergärten: Wermutstropfen sind die Öffnungszeiten

Ein Wermutstropfen sind für Walter Fischer die Öffnungszeiten. „Wir dürfen nur bis 20 Uhr offen haben und das, obwohl die Innengastronomie ab nächster Woche bis 22 Uhr aufhaben darf“, sagt der Wirt. Trotzdem macht es laut Fischer ihm und seinen Mitarbeitern Spaß, die Herausforderungen zu meistern, solange man nur offen haben darf. „Für uns ist das einer der schönsten Arbeitsplätze, die es gibt.“

Der Landgasthof Brummer in Reicherstein macht ebenfalls diese Woche auf, allerdings erst am Donnerstag zum Feiertag Christi Himmelfahrt. Wirt Johann Brummer sagt, auch sie hätten sich gemäß den Regelungen vorbereitet. Allerdings sei bei ihnen draußen durch die vorgeschriebenen Abstände weniger Platz. Mundschutz, Desinfektionsmittel und Handschuhe stehen für die Öffnung parat. Das Geschirr wird durch die Industriespülmaschinen den Hygienevorgaben gerecht. „Aber das war davor schon Standard“, sagt Brummer.

In Kühbach braucht der Wirt zwei weitere Mitarbeiter

Der Brauerei-Biergarten in Kühbach braucht zwei weitere Mitarbeiter, um die Regelungen umzusetzen. Schließlich müssen Sitzplätze zugewiesen und Adressen sowie Ankunftszeit der jeweiligen Gäste aufgeschrieben werden. Außerdem muss jemand darauf achten, dass sämtliche Regeln eingehalten werden. „Das ist schon ein Riesenaufwand“, sagt Sigi Schenk. Er war jahrelang Pächter des Biergartens, inzwischen hat seine Tochter übernommen. „Ob es sich mit dem zusätzlichen Personal so richtig rechnet aufzumachen, weiß man nicht“, sagt Schenk. Problematisch sieht er auch, wie der 1,5 Meter Abstand beim Bedienen eingehalten werden soll. Es sei auf jeden Fall ein Schritt nach vorn, dass die Biergärten aufmachen dürften. „Auf längere Sicht wird sich schon noch herausstellen, wie es läuft.“

Kaspar Wagner vom Gasthaus Wagner im Aichacher Ortsteil Untergriesbach hat in den Tagen vor der Öffnung Stunden damit verbracht, die Abstände zwischen seinen Bierbänken akribisch mit dem Meterstab auszumessen. „Wir waren selber überrascht, aber wir haben trotz der Abstände ganz schon viele Sitzplätze.“ Wenn das Wetter stimmt, wollen sie ihren Biergarten aufmachen. „Wir haben alles umgestellt, Desinfektionsmittel vorbereitet“, sagt Wagner.

Biergartensaison in Aichach eine Herausforderung

Der Wirt rechnet damit, dass die Leute erst einmal verhalten reagieren und nicht in Massen in den Biergarten kommen. „Aber wir nehmen es, wie es kommt“, sagt Wagner. Wenn schönes Wetter sei, dann würden das schon einige nutzen. Das Gasthaus bietet aber auch weiterhin Essen zum Mitnehmen an. „Das läuft super“, sagt Wagner. Er schwärmt von seinen Stammgästen, die jedes Wochenende Essen bestellen, und auch von neuen Gästen. Mithilfe seines Sohns sei das Abholgeschäft in den sozialen Medien gut angelaufen. „Dass die Leute das so annehmen, macht Freude“, so der Wirt.

Aber auch er freut sich darauf, seine Gäste jetzt wieder an den Tischen sitzen zu haben. „Wir sind gerüstet und haben Personal in Kurzarbeit, das wir aktivieren können“, sagt Kaspar Wagner. Logistisch werde die Biergartensaison mit all den Regelungen eine Herausforderung. „Aber wenn die Leute uns unterstützen, wird das eine gute Sache.“

Lesen Sie dazu den Kommentar: Biergarten offen: Sommer gerettet

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