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Aichach-Friedberg

07.10.2019

So viel darf eine Wohnung im Landkreis kosten

Etwa 850 Familien oder Alleinstehende suchen bezahlbaren Wohnraum im Landkreis Aichach-Friedberg. Sie stehen auf einer Warteliste der Wohnbau GmbH.
Bild: Symbolfoto/dpa/Susann Prautsch

Plus Das Amt für Soziale Leistungen hat die angemessenen Unterkunftskosten angehoben. Kaltmieten sind gestiegen. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp. 850 auf Warteliste.

Wohnen wird immer teurer. Auch im Landkreis Aichach-Friedberg sind die Kaltmieten in den vergangenen zwei Jahren weiter gestiegen. Damit sich sozial schwächere Landkreisbewohner weiterhin ein adäquates Dach über dem Kopf leisten können, hat der Landkreis die Preisliste für angemessene Unterkunftskosten gerade wieder aktualisiert. Die Liste gibt Vermietern, Wohnungssuchenden und Mitarbeitern des Aichacher Jobcenters Auskunft darüber, zu welchen Bedingungen Sozialhilfe- und Hartz-IV-Empfänger eine Wohnung bezahlt bekommen können. Die Sätze orientieren sich an den Durchschnittswohnungen in den jeweiligen Regionen des Landkreises. Sie gelten ab September.

Alle Sätze sind angehoben worden

Unter dem Strich sind die Sätze für alle Wohnungstypen in allen Städten und Gemeinden im Landkreis angehoben worden. Das bedeutet, dass Leistungsbezieher mehr Geld für’s Wohnen bekommen, ganz gleich, welche Größe oder Lage die Wohnung hat. Edgar Nahles leitet das Amt für Soziale Leistungen. Er führt die Anhebungen auf „ein großes Plus bei den Kaltmieten“ zurück. Nur geringfügige Anpassungen seien hingegen bei den Betriebskosten nötig gewesen. Hier habe es vereinzelt sogar Senkungen gegeben. Die Heizkosten bleiben unverändert.

Tiefer in die Tasche greifen müssen die Mieter im Wittelsbacher Land vor allem für Unterkünfte, die Platz für drei bis vier Personen bieten. Die Wohnungen haben meist in etwa eine Größe zwischen 75 und 90 Quadratmetern. Sie werden von besser verdienenden Familien mit weniger Personen in einem Haushalt ebenso gesucht wie von größeren Familien mit kleinem Einkommen, wie Edgar Nahles erklärt. Vor zwei Jahren noch haben Leistungsbezieher zwischen 552 und 679 Euro Miete (mit Betriebskosten) für diese Unterkünfte erhalten. Jetzt belaufen sich die Kosten je nach Region auf 804 bis 818 Euro.#

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Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich nicht entspannt

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt hat sich nicht entspannt. Edgar Nahles sagt, dass im Landkreis zwar keine große Wohnungsnot herrsche. Die Nachfrage nach kostengünstigem Wohnraum sei aber weiterhin groß. Das erzeuge steigende Mieten. Dieser Druck hatte sich laut Edgar Nahles zunächst entlang der Bahnlinie Richtung München verstärkt. „Für die Leute aus München ist das Preisniveau in unserem Landkreis immer noch sehr günstig“, erklärt er. Sie suchen sich eine Wohnung im Wittelsbacher Land, von der aus sie nach München zur Arbeit pendeln können.

Doch inzwischen weiten sich die steigenden Mieten entlang der Zuggleise vom südlichen Landkreis kommend immer weiter in den Landkreisnorden aus. Münchenpendler mit gutem Einkommen haben es allerdings leichter, die Mieten im Wittelsbacher Land aufzubringen, die freilich deutlich unter dem Mietpreis-Niveau der Landeshauptstadt liegen. Auszubildende, anerkannte Flüchtlinge, ältere Menschen mit kleiner Rente oder junge Familien können da oft nur schwer mithalten. Für sie sei der öffentlich geförderte Wohnraum gedacht, wie Edgar Nahles sagt. 464 solcher Wohnungen gibt es im Wittelsbacher Land nach Angaben des Amtes für Soziale Leistungen. 286 sind in Aichach, 14 in Kissing und 133 in Mering.

Wo im Landkreis werden Sozialwohnungen gebaut?

2018 wurde eine geförderte Wohnanlage in Friedberg gebaut. Hier entstanden 31 Wohnungen. Die Neubauten in der Kissinger Straße und in der Schwägerlestraße in Mering sind im Laufe dieses Jahres bezogen worden. Ein weiterer Neubau in der Reiferbrunnerstraße/Theresienstraße in Mering ist 2019 ebenfalls bezugsfertig geworden. Gebaut wird seit Anfang September an 18 Wohnungen in der Wendelsteinstraße. In Aindling endete die Mietpreis- und Belegungsbindung der Sozialwohnungen in diesem Jahr.

Hier werden seit Kurzem neun neue Sozialwohnungen im Bussardweg gebaut. Spatenstich war vor gut zwei Wochen. Bei diesem Termin sprach Robert Englmeier als Geschäftsführer der Wohnbau Aichach GmbH die Wartelisten für bezahlbaren Wohnraum an. „Derzeit liegen uns ca. 850 Mietbewerbungen für den Landkreis Aichach-Friedberg vor“, erklärte er jetzt auf Anfrage der Aichacher Nachrichten. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate habe es 67 Mieterwechsel gegeben.

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