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Aichach-Friedberg

10.08.2020

So will der Landkreis seine Klimaschutzziele erreichen

Wärme aus regenerativen Quellen wie Hackschnitzel sollen Bürger und Kommunen im Wittelsbacher Land verwenden, um den Klimazielen näher zu kommen.
Bild: Marcus Merk (Symbolbild)

Plus Bürger und Kommunen im Landkreis Aichach-Friedberg sollen "regenerative" Wärme verwenden. Dafür bekommen sie einen Plan an die Hand.

Beim Strom liegt das Wittelsbacher Land gut im Rennen. Schon seit 2014 wird im Landkreis mehr elektrische Energie durch Sonne, Wind und mit Wasserkraft regenerativ erzeugt, als hier verbraucht wird. Deutlich schlechter schaut es dagegen bei der Wärme aus. Rund 60 Prozent des Endenergieverbrauchs im Landkreis Aichach-Friedberg werden für Wärme benötigt, davon wiederum 60 Prozent allein für die Heizung und Warmwassererzeugung in privaten Haushalten. Die Nutzung regenerativer Energiequellen wie Holz oder Biomasse steigt zwar, doch fossile Brennstoffe und vor allem Öl halten immer noch den Löwenanteil. Wie der Wechsel gelingen soll.

Landkreis Aichach-Friedberg will 55 Prozent CO2 bis 2030 sparen

Allein durch Einsparung und Steigerung der Energieeffizienz der Wärmeversorger seien die vom Landkreis beschlossenen Klimaschutzziele nicht zu erreichen, so die zuständige Fachstelle im Landratsamt. Bis 2030 will der Landkreis seinen Kohlendioxidausstoß um 55 Prozent reduzieren. Das geht nur, wenn die Heizungen von Wohnhäusern und die Gebäude von Kommunen und Gewerbe in der Industrie auf CO2-ärmere Energieträger umgestellt werden. Die Grundlage dafür soll ein übergreifender digitaler Energienutzungsplan (ENP) sein, den der Landkreis jetzt gemeinsam mit den Kommunen erarbeitet. Den Plan erstellt das Institut für Energietechnik IfE GmbH an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Klimaschutz im Landratsamt in Aichach.

Auf der ganzen Welt demonstrierten am Freitag, 20. September, Menschen für den Klimaschutz. Auch in Aichach gingen Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei der Fridays-for-Future-Demo auf die Straße.
24 Bilder
Fridays for Future: Aichacher gehen für Klimaschutz auf die Straße
Bild: Andreas Dengler

Die Kosten von rund 100.000 Euro werden zum Großteil durch einen Zuschuss des Freistaats gedeckt. Das Wirtschaftsministerium fördert solche Energiekonzepte mit 70 Prozent. Mit dem ENP sollen die Kommunen, aber auch die Bürger, eine ganz konkrete Entscheidungsgrundlage bekommen, wie sie ihre Gebäude am besten heizen können. Dann soll zum Beispiel bei einem anstehenden Austausch eines alten Ölbrenners abfragbar sein, ob vor Ort ein Nahwärmenetz oder ein Anschluss an die Gasversorgung die beste Lösung ist.

Der Landkreis will Vorbild beim Klimaschutz sein

Der Landkreis wolle so zum Vorbild im Klimaschutz und in der regionalen Energieversorgung werden, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes. Energie solle künftig zu bezahlbaren Preisen, ressourcenschonend, weitgehend aus regionalen Quellen, umweltverträglich und im Einklang mit dem Klimaschutz bereitgestellt werden.

Im Landratsamt fand dazu jüngst ein Gespräch mit den Bürgermeistern der 24 Städte und Gemeinden statt. Die Ausarbeitung des Energienutzungsplans dauert rund ein Jahr. Zunächst wird der Istzustand der Energiebilanz für Wärme und Strom ermittelt. In den nächsten Wochen werden dazu Fragebögen an Unternehmen, Wasserkraft-, Biogas- und Wärmenetzbetreiber versendet. Die letzte Datenerhebung im Landkreis ist über zehn Jahre alt. Dann werden die Potenziale für Einsparung, Effizienzsteigerung und den Ausbau erneuerbarer Energien für jede Kommune ermittelt. Daraus wird ein Maßnahmenkatalog abgeleitet. Für wirklich flächenscharfe Vorschläge müssen die Kommunen allerdings selbst Konzepte erstellen lassen.

Klimaschutz: Aichach hat schon einen Plan

In der Umsetzung ist das schon in der Kreisstadt. Aichach hat so einen Energienutzungsplan bereits im Herbst 2019 in Auftrag gegeben. Generell geht es um die effiziente Nutzung von möglichen Potenzialen, zum Beispiel von Biogas für Wärmekonzepte, gemeinschaftliche Versorgungen in Wohnsiedlungen und energieeinsparende Renovierungen. Konkret wird es etwa bei der Frage, wie der künftige Kindergarten auf dem Neusa-Gelände beheizt oder das Baugebiet auf der Beckwiese versorgt werden soll.

Eine Fragestellung ist aber auch, wie Unternehmen bei der Umstellung auf regenerative Energie unterstützt werden könnten. Im Bauausschuss des Stadtrats wurde damals als Beispiel die Firma Schweiger genannt. Die könnte ihre Asphaltmischanlage von Heizöl auf Hackschnitzel umstellen. Dadurch würden etwa eine halbe Million Liter Heizöl jährlich eingespart. Die Hackschnitzel könnte die Biomasse Wärmeverbund (BWA) liefern. Diese würde dadurch ihre Sommerauslastung steigern.

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