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Kultur

23.01.2015

Statt Stadthalle ein Haus der Vereine?

Als Stadthalle fungiert in Aichach die TSV-Turnhalle, hier bei einem Konzert der Crazy Oak Big Band.
Bild: Archivbild: Gerda Zach

Aichachs Kulturreferent Stefan Stocker wünscht sich statt eines „Millionengrabs“ ein Kulturzentrum für viele. Der Bürgermeister sieht auch das skeptisch

Aichach hat viel zu bieten. Eine Stadthalle sucht man hier aber bislang vergeblich. Eine solche ist immer wieder Thema. Angesichts drängenderer Projekte, wie zum Beispiel dem Hochwasserschutz, ist sie aber bislang Zukunftsmusik geblieben. Aichachs neuer Kulturreferent hält eine Stadthalle zudem schlicht für überflüssig, wie er auf Nachfrage sagt. Er würde sich stattdessen ein Kulturzentrum wünschen, in dem Vereine aus diesem Bereich eine Heimat finden könnten.

Als Stadthalle wird seit vielen Jahren die Turnhalle des TSV Aichach genutzt. Für Stocker steht auch deshalb fest: „Wir brauchen keine Stadthalle.“ Diese würden in anderen Städten meist nur für etwa 20 Veranstaltungen im Jahr genutzt und stünden ansonsten leer – „Millionengräber“, so der Referent, die teuer unterhalten werden müssen. Gut vorstellen kann er sich dagegen ein „Haus der Vereine“ mit kleinen Veranstaltungsräumen. Schließlich gebe es rund 40 kulturelle Vereine in Aichach – angefangen vom Briefmarkenklub über Trachtenvereine und Squaredancer bis hin zur Philharmonie. „Etwas Lebendiges, wo Vereine zu Hause sind“, fasst Stocker zusammen. Sein Wunsch wäre, dass 2020, am Ende der aktuellen Legislaturperiode, ein Plan für ein solches Kulturzentrum steht.

Für eine Stadthalle sieht auch Bürgermeister Klaus Habermann keinen echten Bedarf. „Dabei kann es nur darum gehen, ein Defizit abzudecken“, sagt er. Das habe Aichach aber erst für Veranstaltungen ab 500 Besuchern aufwärts. „Da stellt sich die Frage: Lohnt das?“ Eine klassische Stadthalle werde sich die Stadt nicht leisten können, glaubt er. Dazu komme: „Die ideale Halle gibt es nicht.“ Was für den Kunstverein gut sei, sei noch lange nicht für andere Vereine gut. Als Beispiel nennt er Friedberg: Dort gibt es zwar eine Stadthalle, die sei jedoch für Kammermusik nicht geeignet. „Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht.“ Skeptisch sieht er aber auch die Idee für ein Haus der Vereine. Zu unterschiedlich seien die Bedürfnisse, zu viele Vereine gebe es in der Stadt.

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Mit Veranstaltungsräumen sieht der Bürgermeister die Stadt zudem gut versorgt. Neben der TSV-Turnhalle gibt es für größere Veranstaltungen das katholische Pfarrzentrum St. Michael. Dort steht zwar eine Generalsanierung an. Wie Kirchenpfleger Günther Füllenbach bestätigt, hält die Gemeinde an dem Bauwerk fest und hat bereits die größten Schäden behoben: Das Dach ist neu gedeckt, die Schäden am Eichenparkett repariert. Die Herrentoiletten folgen noch. Dadurch habe man Zeit gewonnen, so Füllenbach. Derzeit haben die Sanierung der Stadtpfarrkirche und des Pfarrhauses Vorrang.

Veranstaltungen finden außerdem in der Aula des Deutschherren-Gymnasiums oder der Grundschule Aichach-Nord statt, kleinere Konzerte oder Lesungen im Sisi-Schloss oder im Stadtmuseum. Ein Zuhause auf Zeit haben zumindest drei Vereine derzeit im San-Depot. Der Kunstverein präsentiert dort Ausstellungen. Das Volkstheater Aichach studiert seine Stücke ein, die IG Rock unterhält Probenräume. Wie lange das noch möglich ist, ist ungewiss. Der Kunstverein hat eine Zusage bis Ende dieses Jahres.

Denn das Gelände zählt zu den Perspektivgrundstücken der Stadt. Das Stadtentwicklungskonzept sieht dort ein Veranstaltungszentrum vor, für das Neusa-Gelände, auf dem unter anderem das Jugendzentrum untergebracht ist, Wohnbau. Für Habermann ist die Entscheidung, wie es dort auf dem städtischen Grundstück an der Franz-Beck-Straße und beim alten Feuerwehrhaus an der Martinstraße weitergeht, die nächste wichtige städtebauliche Weichenstellung. Deshalb solle man sich ausreichend Zeit nehmen und mit möglichst breiter Mehrheit entscheiden. Der Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrats trifft sich dazu voraussichtlich Ende März zu einem nichtöffentlichen Workshop.

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