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Affing/Kühbach

09.09.2019

Tag des offenen Denkmals stößt auf großes Interesse

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Zahlreiche Besucher lauschen Heimatpfleger Hubert Raabs Ausführungen über die Geschichte der Windener Kapelle. 
Bild: Erich Echter

Was es beim Tag des offenen Denkmals in der alten Schule im Affinger Ortsteil Gebenhofen und in den Kapellen in Winden und Stockensau zu sehen gab.

Einblicke hinter sonst verschlossene Türen gewährte der Tag des offenen Denkmals am Sonntag. Im nördlichen Teil des Landkreises konnten Besucher sich in der alten Schule im Affinger Ortsteil Gebenhofen sowie in den Hof- und Schlosskapellen in den Kühbacher Ortsteilen Stockensau und Winden umsehen.

Trotz des Regens ist die Resonanz der Besucher beachtlich

Trotz des Regens war das Interesse an der Baugeschichte der Kapellen in Winden und Stockensau beachtlich. Fast 100 Besucher kamen zu den Führungen mit Kreisheimatpfleger Hubert Raab. Landrat Klaus Metzger eröffnete den Tag des offenen Denkmals in Winden offiziell. „Dieses Denkmal ist ein wunderschöner Ort“, sagte er über die dortige Kapelle St. Johannes Baptist. Metzger kündigte an, dass heuer noch ein neues Buch von Gabriele und Hubert Raab über die Kapellen im Landkreis erscheinen soll. Kühbachs Bürgermeister Hans Lotterschmid zeigte sich angetan, dass das Interesse an den beiden Kapellen in seinem Gemeindegebiet so groß ist.

Wappen lässt auf Erbauer der Kapelle in Winden schließen

Georg Hermann aus Winden, dessen Bauernhof an die Kapelle angrenzt, freute sich, dass sie für diesen Tag ausgewählt worden war. Zu ihrer Historie erzählte Raab, dass der Ort urkundlich erstmals 1008 ins Licht der Geschichte rückte. Abt Johannes Merk (1600-1632) dürfte die Kapelle erbaut haben. Darauf lässt ein Wappen über dem Eingang schließen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kapelle zerstört, später wieder aufgebaut und 1713 von Weihbischof Johann Casimir Röls von Amyelawieder geweiht. Eine Besonderheit ihrer Ausstattung ist das Bildnis der heiligen Kümmernis: Es ist nur in vier Kapellen und Kirchen im Landkreis zu finden. Heute ist das Augsburger Bistum Besitzer der Kapelle.

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Besucher in Stockensau warten schon vor der Eröffnung

An der Schlosskapelle St. Jakobus der Ältere in Stockensau warteten bereits ein halbe Stunde vor der Öffnung der Kirchentür zahlreiche Besucher. Johann Breitsameter, Schlossbauer von Stockensau, erinnert sich, dass der verstorbene Pater Waldemar von Maria Beinberg (Gachenbach) den Verkauf des Kirchleins durch die Gemeinde Kühbach an die Pfarrei Peutenhausen eingefädelt hat. Heute ist Kirchenpfleger Alfred Fischhaber aus Weilach für den Bau verantwortlich. Er sagte: „Es ist schön, dass man das Kirchlein beim Tag des offenen Denkmals eingebunden hat.“

Die Heilige Dreifaltigkeit dominiert in der Schlosskapelle von Stockensau.
Bild: Erich Echter

Bildnis der heiligen Dreifaltigkeit dominiert in Kapelle in Stockensau

Dominant in der ehemaligen Hofkapelle ist das Bildnis der heiligen Dreifaltigkeit rechts neben dem Altar. Abt Willibald Popp dürfte die Kapelle in Stockensau anfangs des 18. Jahrhunderts erbaut haben. Am benachbarten ehemaligen Herrenhaus befindet sich sein Wappen über der Tür. Eine Besucherin kam mit ihrem Mann aus dem Schiltberger Ortsteil Gundertshausen nach Stockensau. Leni Friedl aus dem Aichacher Stadtteil Mauerbach hatte vom Tag des offenen Denkmals in der Zeitung gelesen. „Da wollten wir ja schon lange rein“, sagte sie über die Kapelle in Stockensau.

Großes Interesse herrschte bei den Vorträgen von Heimatpflegerin Susanne Kühnlein-Vollmar in der alten Schule in Gebenhofen.
Bild: Christine Schmid-Mägele

In der Schule in Gebenhofen herrscht „volles Haus“

In der alten Gebenhofener Schule, die seit November 2018 in der Denkmalliste steht, herrschte „volles Haus“. Bürgermeister Markus Winklhofer und Heimatpflegerin Susanne Kühnlein-Vollmar eröffneten die Veranstaltung. Der Kirchenchor Gebenhofen-Anwalting sang dazu. Die Heimatpflegerin informierte in zwei Vorträgen über die alte Schule. Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz war unter den Zuhörern. „Da oa und die andan“, die Blaskapelle aus Haunswies unter Leitung von Michael Billhardt, spielte Musik.

Um 1760 wurde in dem damaligen Mesnerhaus unterrichtet. „Lehrer“ waren Handwerker oder Mesner. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Unterricht ins Wirtshaus auf den „Tanzboden“ verlegt. 1811 wurde an das Mesnerhaus eine Art Schulhaus angebaut. Denn seit 1802 gab es die „gesetzliche Unterrichtspflicht“ in Bayern. Die Kommunen mussten Schulen bauen. Ein solches historisches Zeugnis ist die Gebenhofener Schule. Bis 1970 fand hier Unterricht statt. 1859 wurde der „Altbau“ errichtet: der westliche Teil mit Lehrerwohnung im Erdgeschoss und darüberliegendem Schulsaal inklusive Treppenaufgang. Dieser Teil gilt mit dem Terrazoboden als herausragend.

Pfarrer Max Bauer erklärte den Besuchern die Gebenhofener Kirche Mariae Geburt.
Bild: Christine Schmid-Mägele

Wie geht es weiter mit der alten Schule in Gebenhofen?

1907 wurde der Schulbau um den Anbau in den Osten erweitert. Damit sich die Besucher den Saal vorstellen konnten, wurden alte Schulbänke aufgestellt. Eine Besucherin aus Gundelsdorf sagte über das Gebäude: „Ich finde es wunderbar, dass es so etwas gibt in Gebenhofen.“ Herbert Wimmer aus Hahnenkamm (Heidenheim) hakte nach: Wie es weitergehe mit dem Denkmal? Ob städtebauliche Förderung beantragt werde? Winklhofer betonte, er habe „die alte Schule in seinem Horizont“ und sehe ihre Bedeutung. Kühnlein-Vollmar zitierte aus der Bewertung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Es schreibt über die alte Schule, die mit Kirche und Pfarrhaus einen städtebaulich prägnanten Ortsmittelpunkt bildet: „Aufgrund seiner geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung erfüllt das Gebenhofener Schulhaus die Kriterien nach dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz.“ Später bot Pfarrer Max Bauer eine Führung durch die Pfarrkirche Mariae Geburt an.

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