1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Traditionsverein feiert seinen 125. Geburtstag

Jubiläum

26.07.2019

Traditionsverein feiert seinen 125. Geburtstag

Das Bier ist bereits angeliefert, Bierbänke und Tische ebenso. An diesem Wochenende feiert der Verein sein 125. Jubiläum. Vor allem am Samstag ist am Sportheim und auf den Sportplätzen einiges geboten. Foto: Vicky Jeanty

Am Wochenende findet das Gründungsfest des TSV Pöttmes statt. Schon Ende des 19. Jahrhunderts ging es um sportliche Leistungen

Der Turn-und Sportverein (TSV) Pöttmes machte von Anfang an eine gute Figur: Vor exakt 125 Jahren, fast auf den Tag genau, vollführte ein gewisser Herr Wegscheider im Garten eines gewissen Herrn Klopfer Turnübungen, die eine Reihe junger Männer derart faszinierte, dass am 29. Juli 1894 im Schlößlesaal der „Allgemeine Turnverband Pöttmes“ ins Leben gerufen wurde – mit dem hehren Ziel die Körperkraft der Jungmänner zu stählen, heißt es in der Vereinschronik.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die Mannen waren hart im Nehmen: Geturnt wurde zunächst weiterhin im Freien – auf einem Platz am Krankenhaus, auf vier Matratzen und an einem Reck, gespendet vom Graf von Sandizell. Erst 1924 zogen sie um in eine „richtige“ Turnhalle an der Schrobenhausener Straße. Der Baron von Gumppenberg hatte das Dach gestiftet, Ludwig Käufl die Dachplatten, das gesamte Gebäude wurde zum Großteil aus Abbruchziegel hergestellt. Zuvor war man dem Turngau Ingolstadt beigetreten und nahm eifrig an Gauturnfesten mit zum Teil beachtlichen Erfolgen teil. Der Ehrgeiz und die Begeisterung waren so ausgeprägt, dass die Sportler zum Turnfest nach Kösching die 48 Kilometer hin und zurück mit dem Fahrrad zurücklegten. Um die Mitglieder bei der Stange zu halten, spielte sich das Vereinsleben maßgeblich in den Wirtshäusern ab. Sie wurden regelrecht angemahnt, diese auch regelmäßig aufzusuchen.

Bis 1932 herrschte reger Sportbetrieb. Zum Turnen und zur Leichtathletik kamen Fußball und Faustball hinzu. Adolf Veit bot als neue Disziplin Schwimmen im Klausenweiher an. Nach den Kriegswirren nahm der Verein 1946 wieder Fahrt auf. Dank eines Grundstücktauschs wurde der jetzige Sportplatz erworben, zwischen 1947 und 1949 wurden eine Platzwartwohnung und ein Turnraum gebaut. Die Kinder- und Jugendabteilungen waren sehr aktiv und ließen ihre Jungsportler regelmäßig an Bezirksjugendfesten und Turnfesten teilnehmen. Auch die Herren- und Damen-Riegen schrieben Geschichte: Klingende Pöttmeser Namen zeichneten sich als exzellente Geräteturner aus, unter ihnen Ernst Haile, Fritz Schiller, Franz Barton, Kurt Schlaegel, Emmi Eitelhuber und Maria Neugebauer.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die nachlassende Begeisterung am Turnbetrieb bahnte sich ab 1954 an: Das Üben im Keller der Platzwartwohnung war unerfreulich, zudem ließen sich die junge Leute zunehmend vom Fußball begeistern. Im gleichen Jahr schlossen sich die Gymnastik-und die Tennisabteilung dem TSV an.

Im Lauf der Jahre wurden die Anlagen am Sportheim vergrößert, das Clubheim erweitert und modernisiert. Immer dank des Engagements und der großartigen Mitarbeit der Vereinsmitglieder. Weiterhin bestimmten das Auf und Ab der sportlichen Erfolge das Vereinsleben, während die Feierlichkeiten rund um das 75-und das 100-jährige Jubiläum hervor stachen. Einzelnen Sportarten wie Basketball war ein kurzes Leben bestimmt. Dafür gelang es, von 1975 bis 1989 die beliebte Vereinszeitschrift „Sport-Echo“ in Eigenregie zu editieren.

Die derzeit über 1000 Mitglieder zeigen deutlich, dass die sportliche Attraktivität des TSV ungebrochen ist. Das Angebot ist breit gefächert. Für Kinder und Senioren gibt es eigene Trainingseinheiten und Freizeitangebote. In Pöttmes kann man Karate lernen, erfolgreich Tischtennis oder Volleyball spielen. Rund um das moderne Sportheim liegen die Fußball- und Tennisplätze. Im Winter wird das Training in geeignete Hallen verlegt.

Für Bürgermeister Franz Schindele trägt der TSV Pöttmes zur Attraktivität der Gemeinde bei. Der Verein leiste zudem eine ausgezeichnete Jugendarbeit, lobt Schindele.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren