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Aichach

28.10.2019

Untersuchung zur Einschulung: Der Protest der Eltern ist abgeebbt

Vor dem Schulbesuch steht für die künftigen Erstklässler zunächst eine gründliche Schuleingangsuntersuchung an.
Bild: Markus Scholz, dpa (Symbol)

Plus Die Schuleingangsuntersuchung wurde vor gut einem Jahr von Kitas ins Gesundheitsamt verlegt. Anfänglich regte sich Widerstand.

Zuerst waren viele Eltern nicht so begeistert, als die Schuleingangsuntersuchung vor gut einem Jahr in die Räume des Gesundheitsamtes nach Aichach verlegt wurden. Vor allem im südlichen Landkreis regte sich Widerstand wegen der Anfahrt.

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Bis zum Oktober 2018 hatten zwei sozialmedizinische Assistentinnen die Kindergärten im gesamten Landkreis abgeklappert, um die rund 1300 Kinder, die jedes Jahr auf ihre Schultauglichkeit geprüft werden, in den Räumen der Kitas in Augenschein zu nehmen.

Für die Mitarbeiterinnen waren die Außentermine nicht einfach

Dort gab es freilich Hintergrundgeräusche und nicht immer waren die Räume für die Untersuchungen geeignet. Zudem schleppten die sozialmedizinischen Assistentinnen die nicht ganz leichten Untersuchungsgeräte von einem Kindergarten zum nächsten weiter. Auch wegen personeller Probleme im Gesundheitsamt konnten etwa 300 Kinder schließlich gar nicht mehr untersucht werden.

Untersuchung zur Einschulung: Der Protest der Eltern ist abgeebbt

Der Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg, Dr. Friedrich Pürner, führte damals all diese Gründe an, um die Schuleingangsuntersuchung in Aichach zu zentralisieren. Im Gesundheitsamt seien die Bedingungen für eine solche Untersuchung besser, hieß es im vergangenen Herbst. Die Familien könnten individuelle Termine vereinbaren und bei längeren Anfahrten möglicherweise Fahrgemeinschaften mit anderen Eltern bilden.

Jetzt bleibt mehr Zeit für die Kinder

Inzwischen sei der Protest abgeebbt, berichtet Pürner ein Jahr nach der Umstellung. Die meisten Eltern hätten die gut ausgestatteten Räume im Gesundheitsamt nun gesehen. Auch hätten die sozialmedizinischen Assistenten jetzt mehr Zeit für die Vorschulkinder. Das wirke sich auch auf die Kinder aus, die recht entspannt in die Tests gehen würden.

Nur noch ganz wenige Eltern hätten sich beschwert, wobei es hauptsächlich um die Terminfindung gegangen sei, erzählt der Leiter des Gesundheitsamtes. Insgesamt würden die Mitarbeiter gut in der Zeit liegen.

Alle Erstklässler konnten untersucht werden

Alle angehenden Erstklässler konnten wieder untersucht werden. Für die Schuleingangsuntersuchung ist auch die medizinische Untersuchung U9 nötig, die normalerweise vom Kinderarzt vorgenommen wird. War diese noch nicht erledigt, kam Dr. Pürner selbst zum Untersuchungstermin, um einzuspringen.

Nachdem das Modellprojekt des Gesundheits- und Entwicklungsscreenings im Kindergartenalter (Gesik) unter anderem in Augsburg erfolgreich getestet wurde, soll es schrittweise in ganz Bayern eingeführt werden.

Kinder werden schon mit etwa vier Jahren untersucht

Unter dem Titel Reformierte Schuleingangsuntersuchung werden die Kinder dann bereits mit etwa vier Jahren auf ihre schulische Eignung hin untersucht. Wird schon in diesem Alter festgestellt, dass ein Kind in einem bestimmten Bereich Förderbedarf hat, bleibt mehr Spielraum, um die Lücke bis zum Schulbeginn zu schließen. Eine spätere Einschulungsuntersuchung wäre dann nicht mehr nötig.

Für diese Reformierte Schuleingangsuntersuchung hat das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit als geeigneten Untersuchungsort das Gesundheitsamt nahegelegt.

Doch wann diese Untersuchung auch im Landkreis Aichach-Friedberg eingeführt wird, ist unklar. „Wir würden es gerne machen“, sagt Pürner. „Wir bräuchten dafür aber mehr Personal und das haben wir nicht.“

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