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Fleckvieh

24.01.2018

Weniger Milchbauern, mehr Milch pro Kuh

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2 Bilder
Die Zahl der Milchbetriebe im Landkreis sinkt weiter, aber die setzen immer mehr auf moderne Melk- und Stalltechnik.
Bild: Symbolfoto: Ralf Lienert

Acht von 13 der vom Verband und Erzeugerring ausgezeichneten Züchtern aus dem Kreis haben ihre Betriebe in den Aindlinger Ortsteilen, Affing, Petersdorf und Todtenweis.

Der Strukturwandel in der Milchwirtschaft geht scheinbar weiter. Die Zahl der Betriebe im Wittelsbacher Land sinkt, die Zahl der Tiere pro Hof steigt und die Kühe geben im Schnitt auch immer mehr Milch. Im vergangenen Jahr waren es in dem ehemaligen „Milch-Landkreis“ gerade noch 320 Betriebe. Eine Landwirtsgeneration zuvor (1982, also vor 35 Jahren) wurde dagegen noch von 2030 Bauern täglich gemolken.

Die verbliebenen Milchviehbetriebe werden im Gegenzug immer professioneller und setzen moderne Technik im Stall ein. Bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung des Fleckviehzuchtverbandes und des Milcherzeugerringes Wertingen für den Landkreis Aichach-Friedberg zog Verbandsvorsitzender Georg Kraus im Bauernmarkt in Dasing eine sehr positive Bilanz zu Zucht und Vermarktung. Er ging auch auf den Milchpreis ein. Kraus hofft, dass die momentan gute Lage anhalte und sich fortsetze, wenngleich einige Vorzeichen schon wieder Rückgänge befürchten lassen.

Zuchtbilanz Friedrich Wiedenmann, Zuchtleiter des Verbandes und fachlicher Leiter des Milcherzeugerringes, legte in seinem Jahresbericht Zahlen und Tendenzen zur Leistungsentwicklung und Zuchtarbeit vor. Der Herdbuchkuhbestand sei erneut auf mittlerweile fast 55000 Kühe in 1013 Betrieben ausgedehnt worden. In der Betriebsstruktur seien weiterhin Zuwächse in der Herdengröße feststellbar (siehe Infoartikel). Dies sei ein klares Indiz für die optimalen Haltungsbedingungen und Tierpflege in den Betrieben. Sensationell sei: 29 Kühe im Zuchtgebiet hätten die magische Grenze von 100000 Kilo Lebensleistung überschritten. Eine davon steht im Landkreis und zwar im Stall von Michael Schoder (Aindling-Eisingersdorf). Sie erwartet im Sommer ihr zwölftes Kalb. Zuchtleiter Wiedenmann zeichnete Schoder aus.

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Vermarktung Die Gesamtzahl aller verkauften Tiere sei erneut gesteigert worden und habe mit fast 12000 Tieren eine neue Höchstmarke erreicht, berichtete Georg Veh. Wegen des guten Milchpreises sei die Zahl der angebotenen und verkauften Jungkühe bei den Auktionen knapper gewesen. Dies sei im Stallverkauf mit einem deutlichen Zuwachs mehr als kompensiert worden. Einen Boom erlebte der Zuchtviehexport von Kalbinnen und Jungrindern. Fast 1900 Tiere wurden so verkauft. Veh animierte die Landwirte, verstärkt Jungrinder und Kalbinnen anzubieten. Auch für Kühe beständen aktuell mehrere Nachfragen aus Aufstockungsbetrieben. Bei den Zucht- und Nutzkälbern konnten die Vorjahreszahlen nicht ganz erreicht werden. Der Bedarf an den Kälbern sei regelmäßig nicht gedeckt, es bestehe also noch erhebliches Potenzial.

Leistungsprüfung Teamleiter Hermann Rager-Kempter vom LKV berichtete über Neuerungen in der Milchleistungsprüfung: Stark etabliert habe sich der Trächtigkeitstest in der Routinekontrolle. Die Weiterentwicklung des EDV-Herdenmanagers mit einem Frühwarnsystem für Stoffwechselerkrankungen und das Modul Kälbergesundheit helfen beim Betriebsmanagement.

Kreisvertreter Bei den Neuwahlen wurden die bisherigen Zuchtverbands-Vertreter Martin Gschossmann (Kühbach-Unterschönbach) und Josef Strobl (Petersdorf-Axtbrunn bestätigt. Beim Erzeugerring vertreten Hubert Wunder (Ried-Eismannsberg, neu) sowie die wiedergewählten Martin Gschossmann und Josef Strobl den Landkreis in den nächsten fünf Jahren. (AN, cli)

Fleckviehprofis: Beste Züchter im Wittelsbacher Land

Die 13 „Fleckvieh-Profi 2017“ wurden nach einem Punktesystem nach Milchleistung, Gesundheit, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit bewertet:

Helene Mahl Affing-Aulzhausen

Anton Schmidberger Aindling-Binnenbach

Michael Hartmann Aindling-Edenhausen

Michael Schoder Aindling-Eisingersdorf

Andreas Seemüller Aindling-Pichl

Richard Wörle Aindling-Stotzard

Franz Demmelmair Aichach-Gallenbach

Gottfried Hagg Friedberg-Derching

Josef Grießer Inchenhofen-Ingstetten

Josef Strobl Petersdorf-Axtbrunn

Martin Gschossmann Kühbach-Unterschönbach

Roland Winter Schiltberg-Rapperzell

Johannes Reich Todtenweis-Sand

Milcherzeuger 2017

Milcherzeugerring Wertingen

Betriebe (unter Milchleistungsprüfung) 1272 (2010: 1830)

Zuchtbetriebe 952

Kühe (unter Milchleistungsprüfung) 70200 (2010: 74 000)

Kühe pro Betrieb55 im Durchschnitt (2010: 40)

Milchleistung pro Kuh (alle Betriebe in Leistungsprüfung) 7770 Kilogramm im Schnitt (2010: 7120)

Milchleistung pro Kuh (Zuchtbetriebe) 7870 Kilogramm im Schnitt (2010: 7120)

Milchbetriebe Aichach-Friedberg

Milchbetriebe Im Kreis gibt es derzeit rund 320 Milchlieferanten (Stand 2017). Zum Vergleich: 2010 waren es 538, im Jahr 2005 waren es rund 800 und 1982 hielten noch 2030 Betriebe im Landkreis Milchkühe. Nicht jeder Milcherzeuger ist Mitglied in einem Zuchtverband oder im Erzeugerring.

Betriebe (unter Milchleistungsprüfung) 181 (2010: 261)

Zuchtbetriebe 126 (2013: 123)

Kühe (unter Milchleistungsprüfung) 9830 (2010: 10400)

Kühe pro Betrieb (Mitgliedsbetriebe Zuchtverband) 54 im Schnitt (2010: 40)

Milchleistung pro Kuh (alle Betriebe in Leistungsprüfung) 7720 Kilogramm im Schnitt (2010: 7645)

Milchleistung pro Kuh (Zuchtbetriebe) 7970 Kilogramm im Schnitt. (AN)

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