1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Wie geht’s weiter mit der Bahnhofstraße?

Sitzung

14.09.2017

Wie geht’s weiter mit der Bahnhofstraße?

Wie es mit der Bahnhofstraße in Aichach weitergeht, muss der Stadtrat entscheiden. Im Bauausschuss fand sich weder eine Mehrheit dafür, den beschlossenen Bebauungsplan weiter aufzustellen, noch dafür, ihn aufzuheben.

Der Aichacher Bauausschuss ist sich nicht einig, ob es beim Bebauungsplan für die Achse zwischen Bahnhof und Innenstadt bleibt oder nicht. Auch ein Kompromissvorschlag fällt durch. Jetzt fällt Entscheidung im Stadtrat

Wie geht es mit der Bahnhofstraße in Aichach weiter? Klarheit wird es wohl erst nach der nächsten Stadtratssitzung geben: Im Bauausschuss fand sich am Dienstagabend für keine Vorgehensweise eine Mehrheit. Diese Wende hatte sich bereits im Juli angedeutet, als der städtebauliche Wettbewerb für den Bereich gestoppt wurde.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Zur Vorgeschichte: Vor knapp zwei Jahren beschloss der Stadtrat mit knapper Mehrheit, für den Bereich südlich der Bahnhofstraße vom Bahnhof bis zur Einmündung der Prieferstraße einen Bebauungsplan aufzustellen. Anlass war unter anderem ein Bauvorhaben von Erol Duman (BZA), damals noch nicht im Stadtrat, und seinem Bruder, auf ihrem Grundstück neben der Paar, das dem Stadtrat zu massiv erschien.

Mit dem Bebauungsplan sollte ein städtebauliches Konzept entwickelt werden, das die zentrale Verbindung vom Bahnhof zur Innenstadt städtebaulich aufwertet und die absehbare Nachverdichtung der Bebauung regelt. Zudem sollten historische Spuren im Stadtbild so gesichert und gestärkt werden.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Für den Bebauungsplan hätte ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt werden sollen – Voraussetzung für Zuschüsse aus der Städtebauförderung. Als es im Juli um diese Ausschreibung gehen sollte, kam aber die Kehrtwende: Der Stadtrat stoppte den Wettbewerb (wir berichteten). Begründet wurde das vor allem mit der Einmündung der Franz-Beck-Straße in die Bahnhofstraße, an der sich in Hauptverkehrszeiten in Richtung Bahnunterführung der Verkehr staut. Sie soll zum Kreisverkehr umgebaut werden. Ohne Wettbewerb gehe das schneller, wurde argumentiert. Ziel ist, dort 2018 zu bauen. Der Stadtrat soll den Planungsauftrag vergeben.

Im Bauausschuss ging es nun auch um die Bereiche jenseits der Einmündung. Mit dem Bebauungsplan war 2015 auch eine Veränderungssperre beschlossen worden, die unter anderem den Duman’schen Bauantrag auf Eis legte. Diese läuft Mitte Oktober aus, wenn sie der Stadtrat nicht um ein Jahr verlängert.

Wie schon 2015 war Georg Robert Jung (Freie Wählergemeinschaft) auch jetzt der Ansicht, dass man dort keinen Bebauungsplan brauche. „Ein Bebauungsplan dort ist mit Kanonen auf Spatzen schießen“, sagte Jung. Es seien nur wenige Grundstücke, bei denen eine Bebauung in Betracht komme. Diese wenigen Fälle könne man auch ohne Bebauungsplan im Einzelfall beurteilen. Nach §34 des Baugesetzes geht es dann danach, ob sich ein Vorhaben in die Umgebung einfügt oder nicht. Derselben Ansicht wie Jung war Marc Sturm (CSU). „Wir stehen nach zwei Jahren immer noch bei Null.“ Jung plädierte dafür, den Bebauungsplan aufzuheben, „und die Veränderungssperre sowieso“.

Anders sah das Kristina Kolb-Djoka (SPD). Die Bahnhofstraße sei ein wichtiges Einfallstor in die Stadt. Mit dem Bebauungsplan könne man für den gesamten Bereich festlegen, was dort möglich ist. „Dann ist das aus einem Guss“, sagte sie.

Auch Bürgermeister Klaus Habermann plädierte für den Bebauungsplan. Er sah weitere Wünsche nach Nachverdichtung auf die Stadt zukommen, die man so in geregelte Bahnen lenken könne. Auf Jungs Anmerkung, der Bebauungsplan sei ein Wunsch der (nun ehemaligen) Bauamtsleiterin Martina Illgner gewesen, entgegnete Helmut Baumann vom Bauamt: „Die Empfehlung hat nichts mit Arbeitsmangel im Bauamt zu tun.“ Auch er plädierte für den Bebauungsplan.

Helmut Beck (CSU) machte einen Vorschlag zur Güte: Der Bebauungsplan sollte nur für den Bereich zwischen dem noch zu bauenden Kreisverkehr und der Prieferstraße aufgestellt werden. Das Duman’sche Grundstück wäre in diesem Fall nicht mehr betroffen. Sein Vorschlag fand aber mit 5:7 Stimmen keine Mehrheit im Bauausschuss. Zuvor war bereits der Vorschlag, den Bebauungsplan vom Büro Brugger ausarbeiten zu lassen, mit 4:8 Stimmen abgelehnt worden. Mit 6:6 ist bei Stimmengleichheit auch Jungs Antrag, den Bebauungsplan aufzuheben, abgelehnt worden. Nun muss der Stadtrat entscheiden. Die nächste Sitzung ist am Donnerstag, 28. September.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren