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Projekt

07.06.2015

Wolle, Wiwi und Wawa suchen Wuwu

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5 Bilder
Autorin Nicole Matthes und ihr Mann Andreas, der die Lieder komponiert hat, haben viel Herzblut in das Projekt gesteckt.
Bild: Gerlinde Drexler

Beim integrativen Kindermusical der Elisabethschule arbeiten 100 Aichacher mit. Die Autorin ist Nicole Matthes. Es ist nicht das einzige Projekt über Wolle und seine Freunde.

Wiwi ist tollpatschig. Wie so viele kleine Enten. Sie lebt im Ecknachtal im Wittelsbacher Land und ihre beiden großen Hobbys sind Reden und Schneckenfangen. Wiwi hat viele Freunde. Da ist zum Beispiel Wawa, die blinde, aber weise Ratte. Zusammen mit ihrem Freund Wolle, einem Erfinder, machen sich die beiden auf die Suche nach Wuwu. Die Geschichte dieser Suche erzählt das integrative Kindermusical, das am Samstag, 27. Juni, in der Elisabethschule der Lebenshilfe Aichach-Friedberg uraufgeführt wird. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von Schülern und Musikern.

Priscilla ist aufgeregt. Sie spielt in dem Musical die Ente Wiwi. Heute ist der erste Tag, an dem die Kinder der Aichacher Elisabethschule auf der Bühne in der Aula proben. „Ich weiß, wer Wuwu ist“, ruft Priscilla ausgelassen. „Das ist doch ein Geheimnis“, sagt Soziologin Nicole Matthes aus Aichach und legt ihren Finger verschwörerisch auf die Lippen. Sie ist die Autorin der Geschichte. Geheimnis hin oder her. Priscilla gibt so leicht nicht auf. „Mein Bruder spielt den Wuwu“, verrät sie. Dann muss die Schülerin als Wiwi auf die Bühne und das Geheimnis um Wuwu wird doch nicht so schnell gelüftet, wie Matthes schon befürchtet hatte.

Die Fantasiefiguren Wiwi, Wawa und alle ihre Freunde hat die Aichacherin erfunden. Wobei erfunden nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Als Kind hatte sie tatsächlich Kuscheltiere, die diese Namen trugen: die Ente Wiwi und die Ratte Wawa. Es gab auch noch einen Wuwu. Daran erinnert sich Matthes. Wer oder was Wuwu war, weiß sie aber nicht mehr.

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Im Kinderbuch geht es um die Suche nach Wuwu

Schon war die Idee für ein Kinderbuch geboren, in dem es um die Suche nach dem geheimnisvollen Wuwu geht. Und wie es so ist: Wenn die erste Idee da ist, dann kommen schnell die zweite und die dritte. Die Geschichte könnte sich auch für ein Musical eignen, fand das Ehepaar Matthes. Was sich auch anbot, weil Mediengestalter Andreas Matthes der Ehemann, Fotograf, Filmemacher und Hobbymusiker ist.

Vor zwei Jahren, als die Aichacherin mit ihrem Buchprojekt begann, ging es aber erst einmal darum, den Fantasiefiguren Gesichter zu geben. Matthes wandte sich mit ihrer Idee an Alice Alshut, Erzieherin an der Elisabethschule der Lebenshilfe Aichach-Friedberg. Die war gerade auf der Suche nach einem Kunstprojekt für ihre Schüler an der Mittelschule und in der Berufsschulstufe. Die Schüler machten bei dem Projekt begeistert mit, malten Bilder von den Figuren und überlegten sich Details wie Wohnort, Hobbys oder Eigenheiten.

Klappi, der schielende Storch, kommt aus dem Donaumoos bei Pöttmes und ärgert gerne Fluglotsen. Froggo ist ein Frosch, der im Oberbernbacher Wald lebt. Er will Abenteuer erleben und einmal Mafiaboss werden. Wawa ist eine blinde Ratte, die aber sehr weise ist. Die Hauptfigur ist Wolle, ein Erfinderjunge. Er ist ein Fan von Daniel Düsentrieb und trägt immer einen Handschuh. Die Kinder hätten sich sofort in das Projekt hineinversetzen können, freut sich Autorin und Drehbuchschreiberin Matthes.

Das Kinderbuch hat sie inzwischen fast fertig. Es soll spätestens im Herbst herauskommen, ist ihr Ziel.

Für das Musical wird fleißig geprobt. Die Lieder dafür hat Andreas Matthes komponiert. Eigentlich waren die zwölf Lieder, die so verschiedene Stilrichtungen wie Hip- Hop, Rock, Jazz, Blues, Blasmusik oder Klassik haben, ursprünglich für ein Hörbuch, das dritte Projekt über Wolle und seine Freunde, geplant. Als Mitglied des „Christmas on the Rocks“-Ensembles der IG Rock konnte er weitere Musiker dafür begeistern.

25 Musiker aus dem Wittelsbacher Land wirkten bei dem Hörbuch mit, das ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinen wird. Darunter die Band Adrenalin, Bastian Zeiselmair von den Instant Vibes oder Sängerin Uli Mill. Beim Titellied singt der 30-köpfige Kinderchor des Deutschherren-Gymnasiums unter Leitung von Arnold Fritscher mit. Vom Hörbuch war der Schritt zum Musical nicht mehr weit.

Die Waldgeräusche aus dem Grubet sind echt

Das Ehepaar wollte möglichst viele Beteiligte mit ins Boot nehmen. Die 25 Musiker, die schon beim Hörbuch dabei waren, machen auch beim Musical mit. Bei der Aufführung werden der große und der kleine Schulchor der Elisabethschule singen. Die Schüler haben die Figuren entwickelt und die Kostüme von Wiwi, Wawa und allen ihren Freunden geschneidert. Zusammen mit Erzieherin Alshut entwarfen sie das Bühnenbild. „Seit 2014 wird fleißig produziert und gearbeitet“, erzählt Matthes. Insgesamt arbeiten mehr als 100 Menschen aus Aichach an dem integrativen Projekt mit.

Bei ihrem Projekt hat das Ehepaar viel Wert auf den regionalen Bezug gelegt. Sie gingen sogar so weit, für die Aufnahme der Geräusche an die Originalorte zu fahren. Die Plätschergeräusche am Silberbrünnl sind also genauso echt wie das Froschquaken aus Froschham oder die Waldgeräusche aus dem Grubet, durch das die Freunde bei ihrer Suche nach Wuwu kommen.

Die Abenteuer von Wolle und seinen Freunden finden sich auch auf Facebook. Dort ist zu sehen, wie Bilder, Musik und Handpuppen für ein Video entstanden sind. Das ist neben Kinder-, Hörbuch und Musical das vierte Projekt, das es rund um Wiwi, Wawa und Wuwu geben wird: einen Film, den das Ehepaar produzieren möchte.

Aufführung: Die Welturaufführung des Musicals „Wolle, Wiwi und Wawa auf der Suche nach Wuwu“ ist am Samstag, 27. Juni, um 16 Uhr in der Elisabethschule in der Aichacher Lebenshilfe. Weitere Aufführungen sind am Montag, 30. Juni, um 19 Uhr und Mittwoch, 1. Juli, um 9.30 Uhr.

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