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Sportporträt

15.02.2018

In der Ruhe liegt ihre Kraft

Volle Konzentration: Andrea Fritz muss sich am Schießstand entspannen, um möglichst erfolgreich zu sein. Die Jagdlustschützen aus Gallenbach müssen aber bis Herbst auf ihre Nummer eins verzichten.
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Volle Konzentration: Andrea Fritz muss sich am Schießstand entspannen, um möglichst erfolgreich zu sein. Die Jagdlustschützen aus Gallenbach müssen aber bis Herbst auf ihre Nummer eins verzichten.
Bild: Sebastian Richly

Starken Resultaten mit dem Luftgewehr verdankt Andrea Fritz die Auszeichnung zur Sportlerin des Jahres der Stadt Aichach. Warum die 31-jährige Schützin von Jagdlust Gallenbach erst im Herbst wieder ihr Können zeigen will.

Sport und Meditation – passen die beiden Begriffe irgendwie zusammen? Auf den ersten Blick handelt es sich um einen klaren Gegensatz. Hier der laute Jubel nach einem Erfolg, dort die Ruhe, die Besinnlichkeit, das Abschalten vom Lärm dieser Welt. Für Sportschützin Andrea Fritz von Jagdlust Gallenbach ist Meditation ein wichtiger Teil ihres Sports. Er vermittelt ihr die Ruhe, die sie am Schießstand braucht. Und weil das 2017 so gut geklappt hat, wurde die 31-Jährige aus dem Stadtteil vor zwei Wochen als Sportlerin des Jahres in Aichach geehrt.

Wie hat sie den Abend in der TSV-Turnhalle erlebt? „Totale Freude, eine totale Ehre für mich, vor allem der erste Platz, das ist ganz was Besonderes.“ Nicht zuletzt haben ihr auch der schöne Rahmen und die Musik gefallen. Voll des Lobes ist die Sozialpädagogin auch, wenn die Rede auf ihren Verein kommt, den Jagdlust-Schützen Gallenbach: „Es macht Spaß in Gallenbach. Sport ist wichtig, auch der Zusammenhalt und die Gaudi. Wir machen auch privat sehr viel zusammen.“ Ihr Vater, selbst ein Schütze, inspirierte sie im Alter von zwölf Jahren, in seine Fußstapfen zu treten. Das Mädchen versuchte sich im Kleinkaliber-Englisch-Match, im Kleinkaliber-Dreistellungskampf und auch mit dem Luftgewehr im Dreistellungskampf. Doch das war des Guten zu viel für Fritz, die zunächst in Gundelsdorf (Gemeinde Pöttmes) aktiv war. Seit drei Jahren schießt sie nun für Gallenbach. Dazwischen lag eine mehrjährige Pause. Als Teenagerin hatte Fritz damals auch andere Interessen. Der Aufwand war recht groß geworden. Etwa bei den vielen Fahrten zur Anlage in München-Hochbrück. Als Andrea Fitz sich dann wieder mal mit dem Luftgewehr versuchte, kam sie quasi aus dem Stand auf 380 Ringe. Das war ein wichtiges Argument für die Rückkehr in den Schießsport.

Den Trainingsumfang macht sie abhängig von den Resultaten, eine Einheit dauert zwischen 60 und 90 Minuten. Eine gute Kondition sei am Schießstand von großer Bedeutung. Bei den Einsätzen in der Oberbayernliga war sie zweimal zwei Stunden gefordert, dazwischen lag eine Pause von 30 Minuten. Um die Ausdauer zu verbessern, stehen längere Spaziergänge mit Bruno, dem Hund der Familie, an. In nächster Zeit wird man den Namen von Andrea Fritz vergebens suchen in den Ergebnislisten. „Ich bin schwanger“, verrät sie. Im Juli wird das erste Kind erwartet: „Im Herbst will ich wieder einsteigen.“

391 von 400 möglichen Ringen stellen ihre Bestmarke dar. Wer auf internationaler Ebene bestehen will, der muss beständig über 395 Ringe vorweisen. „Sie ist sehr ausgeglichen“, sagt ihr Ehemann Jürgen. Diese Eigenschaft rührt sicher von der Art her, wie Andrea Fritz im Wettkampf sich um die innere Ruhe bemüht. Der Körper muss immer gleich stehen. „Nach jedem Schuss weiß ich, was der andere geschossen hat.“ Doch das Ergebnis am Stand nebenan muss sie ausblenden, die Konzentration gilt allein der eigenen Leistung. Und das war beispielsweise in der Oberbayernliga nicht so ganz einfach, da kam es schon mal vor, dass das Publikum sich etwa mit Kuhglocken bemerkbar machte. Atmung ist ebenfalls ein wichtiges Thema am Schießstand. Andrea Fritz weiß: „Je sauberer ich das mache, desto besser bin ich dann. Man ist in einer totalen Entspannung, das ist eine Stunde Auszeit, bis man glücklich rausgeht.“ In der Oberbayernliga waren nicht selten lange Fahrten angesagt. Galt es, in Garmisch zu schießen, ging’s am frühen Morgen weg, und die Rückkehr erfolgte erst am Abend. In der Bezirksoberliga ist das Pensum leichter zu bewältigen. Um die Jahrtausendwende nahm Andrea Fritz des Öfteren bei bayerischen und auch bei deutschen Meisterschaften teil. Aus dem Jahr 2001 hat sie eine silberne Plakette aufbewahrt. Damals hatte sie als Schülerin im Kleinkaliber-Dreistellungskampf nach dreimal 20 Schuss den zweiten Platz belegt. Nach wie vor eines ihrer wertvollsten Resultate.

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