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Fußball

14.02.2015

Kinder stürmen wieder in die Vereine

Zusammenhalten wie in der Nationallmannschaft: Die Fußballbegeisterung bei Kindern größer geworden. Im vergangenen Jahr stellte der Bayerische Fußballverband so viele neue Spielerpässe aus wie seit sechs Jahren nicht mehr.
Bild: Ramona Eberle

Der Verband stellt so viele Spielerpässe aus wie seit sechs Jahren nicht mehr und spricht von einem WM-Effekt. Viele Abteilungsleiter bezweifeln aber, dass ein Zusammenhang besteht.

Im vergangenen Jahr hat Joachim Löw mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien Fußballgeschichte geschrieben. Der Sieg bei der Weltmeisterschaft versetzte jedoch nicht nur die Fans in Freudentaumel – anscheinend profitieren auch die Vereine vom WM-Effekt. Zumindest gab es einen Ansturm auf die Fußballabteilungen. Fast 50000 neue Spielerpässe stellte der Bayerische Fußball-Verband (BFV) im vergangenen Jahr aus – das sind so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Vor allem der Vergleich zum Vorjahr zeigt, wie stark der Andrang ist: Hier gingen zwölf Prozent mehr Passanträge ein. „Die WM in Brasilien schlägt sich als Fußballgroßereignis im Vergleich zu den Jahren ohne WM und EM deutlich positiv in der Statistik nieder“, heißt es beim Verband. Die Vereine in der Region sind davon aber nicht überzeugt.

"Auch die Bayern sind erfolgreich"

Ludwig Guggert ist stellvertretender Jugendleiter beim TSV Pöttmes. Er sagt, dass im Verein in den vergangenen Jahren gerade im unteren Bereich – vor allem bei den Bambini – die Anmeldungen konstant zugenommen haben. Er sieht aber keinen Zusammenhang mit der WM. Seiner Erfahrung nach fangen viele Sechs- bis Siebenjährige mit dem Fußball an. In der E- spätestens der D-Jugend entscheide sich, ob die Kinder am Ball bleiben. „Meistens dann, wenn es auf eine weiterführende Schule geht und Nachmittagsunterricht hinzukommt.“ Warum die Anmeldezahlen in den vergangenen Jahren gestiegen sind, kann er sich nicht genau erklären. „Die Bayern sind auch sehr erfolgreich, es muss ja nicht immer die Nationalmannschaft sein“, sagt er. Zudem verfüge der TSV Pöttmes über gute Trainer.

BFV-Kreisjugendleiter Oskar Dankesreiter hat auch bemerkt, dass es einen Schwung an Nachmeldungen gibt. Ob ein direkter Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft besteht, kann er aber nicht einschätzen. „Es könnte in unserer Region ja auch damit zu tun haben, dass der FCA erfolgreicher geworden ist.“ Zudem seien in den vergangenen zwei Jahren die Zahlen eher zurückgegangen, während es vor drei Jahren ein Hoch gab. Dankesreiter denkt, dass geburtenschwache und -starke Jahrgänge viel mehr Einfluss auf die Entwicklung haben. Zudem sagt er: „Es kann natürlich auch sein, dass die Vereine und die Jugendleiter bessere Arbeit gemacht haben.“ Vielleicht hätten sie im vergangenen Jahr mehr Schul- und Kindergartenkinder für den Fußball begeistert.

Franz Ziegler bemerkt keinen WM-Effekt

Beim BC Aichach hat der stellvertretende Vorsitzende Franz Ziegler keinen Effekt durch die WM bemerkt. Im Bereich der F- und E-Jugend habe der Verein zwar mehr Mitglieder gewonnen. „Das liegt aber daran, dass wir gute Trainer und Betreuer haben“, sagt Ziegler. Allgemein sei der Verein im Jugendbereich gut aufgestellt. Daher will die Führung ja auch, wie berichtet, aus der JFG Wittelsbacher Land, aussteigen. Dort sind die Altersklassen D bis A des BCA, SC Griesbeckerzell und SV Obergriesbach zusammengelegt. Ziegler sagt, dass der Erfolg der Nationalmannschaft am ehesten noch auf die ganz jungen Kicker Einfluss habe. In den höheren Altersklassen sei das kein Thema. In den erfolgreichen Bundesliga-Clubs sieht er eine Konkurrenz, die die Kinder und Jugendlichen davon abhält, im Verein zu spielen. „Die Älteren schauen dann lieber Fußball im Fernsehen oder gehen ins Stadion.“

Gerhard Hohenbichler ist Jugendleiter beim FC Affing. Er sagt: „Wir haben einen ganzen Schwung bei den Kleinen.“ Da er erst seit eineinhalb Jahren im Einsatz ist, fällt es ihm aber schwer, einzuschätzen, ob das mit der WM zusammenhängt. „Ich denke schon, dass der Erfolg der Nationalmannschaft einen Effekt hat.“ Dieser wirke sich aber wohl nur auf die jüngeren Spieler aus. „Bei den Zwölfjährigen wird das nicht mehr so sein.“

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