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Sportporträt

08.03.2018

So tickt Tanzlehrer Aznor Ragadio

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2 Bilder
Aznor Ragadio hält seine Pokale stolz in Händen. Der Trainer für Standard-/Latein-Tänze, Salsa, Disco sowie Fox/Ambassodor und Tonemeup ist bayerischer Meister Senioren D-Latein und zweimal bayerischer Meister C-Latein.
Bild: Sabine Roth

Wenn der 47-Jährige Musik hört, muss er sich dazu bewegen. Das ist beim Kissinger seit seiner Kindheit so. Heute führt er als Tanzlehrer andere in seine Welt ein.

Das Markenzeichen des über 1,80 Meter großen, schlanken Sportlers ist sein schwarzer Hut. Seine dunklen langen glatten Haare hat Aznor Ragadio darunter zu einem Zopf geflochten. Der geborene Philippiner hat schon als kleines Kind gerne getanzt. Am liebsten zu Michael Jackson und zu den Filmen Footloose und Grease. Mit dieser Leidenschaft hat der heute 47-Jährige, der inzwischen in Kissing lebt, schon einige Trophäen gewonnen.

Dreimal hintereinander holte er gemeinsam mit seiner Tanzpartnerin Helga Kreps, die heute ebenfalls als Tanzlehrerin arbeitet, den bayerischen Meistertitel. 2007 im Senioren D-Latein und 2008 sowie 2009 eine Klasse höher – im C-Latein.

Dafür hat Ragadio viel Zeit investieren müssen. Mit dem Turniertanzen hat er vor über 20 Jahren begonnen. „Das war in der Tanzschule Braunmüller in Augsburg“, erinnert er sich. Damals machte er auch seine Ausbildung zum Tanzlehrer für Standard- und Latein-Tänze, Salsa, Tango-Argentino und Disco-Fox. Was liegt da näher, als selbst eine Tanzschule zu leiten? Im Jahr 2002 erfüllte er sich seinen Traum mit Unterstützung von Kurt Braunmüller in Augsburg. Vor fünf Jahren gab er die Tanzschule aber wieder ab. Er wollte mehr Zeit für seine Fortbildungen haben.

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Viel Zeit braucht er auch für seine Lehrertätigkeit. Ragadio hat seinen Trainer-C-Latein und seinen Wertungsrichter-Schein sowie das Zertifikat zum Tonemeup-Trainer erst vor Kurzem gemacht. Bei Letzterem handelt es sich um eine Haltungs- und Bewegungsmethode mit einem elastischen Sportband.

Darauf achtet Aznor Ragadio bei seinen Schülern

Fast jeden Abend ist Ragadio heute als Tanzlehrer in vielen Vereinen und Tanzschulen aktiv. Seit fast drei Jahren beim TSV Friedberg. Er freut sich sehr, den ehrgeizigen Schülerinnen und Schülern seiner Jugend-Showtanzgruppe und den erwachsenen Paaren seiner Hobbytanzgruppe viel beizubringen. Sie wiederrum haben ihren einfühlsamen Lehrer sehr ins Herz geschlossen. Denn Aznor akzeptiert jeden in seiner Leistungsklasse und verlangt von keinem Schritte auf Profi-Tanzniveau. Für ihn muss alles passen und harmonisch sein. Sonst haben die Paare keinen Spaß dabei und sind unglücklich.

Ragadio unterrichtet zudem in der Tanzschule Kuschill in Königsbrunn. Dort ist auch seine derzeitige Trainerin: die Inhaberin und Profitänzerin Tanja Kuschill.

Ob er wieder auf Turnieren voll durchstartet, weiß er noch nicht. Da fehle ihm einfach die Zeit. Neben dem Tanzen kocht er unwahrscheinlich gerne. Das ist auch heute noch sein Beruf. Aznor ist gelernter Koch und war deshalb früher auf der ganzen Welt unterwegs. Als er 13 Jahre alt war, ist er mit seiner Mutter von den Philippinen weggezogen. Zuerst verschlug es die beiden nach Lübeck, bis er 1995 im bayerischen Bad Tölz seine neue Heimat fand. Bald darauf kam er nach Augsburg. Inzwischen fühlt sich Aznor als echter Schwabe. Mit seiner Lebensgefährtin Helena wohnt er seit einigen Jahren in Kissing. Auch sie ist leidenschaftliche Tänzerin. „Sie tanzt verdammt gut. Von ihr lerne ich noch was“, verrät er. Kennengelernt hat er Helena in der Tanzschule bei einer Lehrerausbildung. Sie war seine Prüferin.

Ragadio tanzt gerne, weil es ihm einfach Spaß macht. Sein Taktgefühl sei dem Südasiaten bereits in die Wiege gelegt worden. „Ich höre auf mein Herz und bewege dann meine Füße“, sagt er. So entwickelt der 47-Jährige seinen eigenen Tanzstil. Am liebsten mag er lateinamerikanische Tänze. Der Salsa hat es ihm hier besonders angetan. „Ich verbinde die Musik, die ich höre zu Salsa-Figuren. Das kann sogar Hip Hop oder Tango sein. Mit der Bewegung des Salsa komme ich in jede Musik hinein“, sagt er und lacht. Sein Erfolgsrezept ist einfach: Man muss den Takt nur hören.

Drei Fragen an Aznor Ragadio

Wen würden Sie gerne einmal kennenlernen oder treffen?

„Es wäre mein Traum gewesen, einmal Michael Jackson zu treffen. Das ist einer der besten Tänzer, die ich kenne.“

Mit welcher Sportart können Sie gar nichts anfangen?

„Mit Fußball. Das interessiert mich gar nicht.“

Womit kann man Sie so richtig auf die Palme bringen?

„Generell mit Trainern bzw. Tanzlehrern, die keine Rücksicht auf ihre Schüler nehmen und schwierige für den Breitensport ungeeignete Figuren zeigen.“

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