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Ammersee: Riederau: Der Kunsthistoriker Dr. Thomas Raff ist gestorben

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Riederau: Der Kunsthistoriker Dr. Thomas Raff ist gestorben

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    Der Dießener Kunsthistoriker, Dr. Thomas Raff, ist im Alter von 75 Jahren gestorben.
    Der Dießener Kunsthistoriker, Dr. Thomas Raff, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Foto: Uschi Nagl, Archiv

    Dr. Thomas Raff, der langjährige Vorsitzende des Heimatvereins Dießen ist in der Nacht auf Sonntag im Alter von 75 Jahren in Riederau gestorben. Gezeichnet von seiner Krankheit hatte er zuletzt am 3. Oktober an der Gedenkveranstaltung für Adelheid Helm, seine vor etwa einem Jahr verstorbene Ehefrau, teilgenommen. Erst im Januar wurde ihm von Dießens Bürgermeisterin Sandra Perzul der Goldene Ehrenring der Marktgemeinde überreicht als Würdigung für seine Verdienste um die Kultur und Erforschung der Ortsgeschichte.

    Thomas Raff wurde 1947 in München geboren. In seiner Kindheit und Jugend verbrachte er mit seiner Familie viel Zeit in Dießen und besuchte in Schondorf das Landheim, trug Perzul vor. Nach einem nahezu abgeschlossenen Jurastudium folgte Raff seiner Leidenschaft und wechselte in die Geisteswissenschaft. Er studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Europäische Ethnologie. Seit 1985 war er als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Universität Augsburg tätig. Nach seiner Habilitation 1991 übernahm er die Lehrstuhlvertretung und ab 1996 eine außerplanmäßige Professur.

    Schüleraufsatz über Dießener Kirche geschrieben

    1986 bis 1991 engagierte sich der Kunsthistoriker als Stellvertreter des 1. Vorsitzenden und langjährigen SPD-Gemeinderats Uli Schmidt. „Von 1991 bis 2021 war ich dann erster Vorsitzender, also tatsächlich 30 Jahre lang“, erinnerte sich Raff in einem Telefonat mit unserer Redaktion. Mitgemacht habe der junge Raff beim Heimatverein schon als Student in den 1970er-Jahren, gemeinsam mit einigen „Künstlerfreunden“. „Man muss bedenken, ich habe meine Gymnasialzeit in Schondorf im Landheim verbracht, und mein Vater hatte dieses Haus in Riederau am See. Ich war also sehr stark geprägt“. Schon als Schüler habe er einen Aufsatz über die Dießener Kirche geschrieben und die ganzen Kapellen im Landkreis mit dem Fahrrad abgeklappert.

    Bereits in den späten 1970er-Jahren übernahm Raff das Referat Ortsgeschichte im Heimatverein. 1982, noch bevor Thomas Raff der zweite Vorsitzender des Heimatvereins wurde, erschien sein Buch „Spaziergänge durch Dießen“.

    Dießen in alten Ansichten

    Bereits 1985 erschien Raffs zweites großes Werk, das Buch „Dießen in alten Ansichten“, an dem der Kunsthistoriker mehrere Jahre gearbeitet hatte. Die gleichnamige Ausstellung wurde im Taubenturm gezeigt. Es dürfte eine der aufwendigsten Ausstellungen im Dießener Taubenturm gewesen sein, denn Raff war darum bemüht, alle Originale, die im Buch abgebildet waren, auch in der Ausstellung zu zeigen. Darunter wertvolle Kupferstiche und Gemälde als Leihgaben aus privaten Sammlungen und staatlichen Museen und Archiven.

    Erst im Januar wurde Dr. Thomas Raff der Goldene Ehrenring der Marktgemeinde Dießen von Bürgermeisterin Sandra Perzul verliehen. Jetzt ist der Kunsthistoriker im Alter von 75 Jahren gestorben.
    Erst im Januar wurde Dr. Thomas Raff der Goldene Ehrenring der Marktgemeinde Dießen von Bürgermeisterin Sandra Perzul verliehen. Jetzt ist der Kunsthistoriker im Alter von 75 Jahren gestorben. Foto: Uschi Nagl (Archivfoto)

    Anfang der 1990er-Jahre engagierte sich der Heimatverein für das ehemalige Gut Romenthal als Schulstandort für das Ammersee-Gymnasium, konnte sich mit dieser Idee aber nicht durchsetzen. Der damalige 1. Vorsitzende Uli Schmidt verließ den Heimatverein. Thomas Raff wurde sein Nachfolger und stand dem Heimatverein Dießen bis 2021 vor.

    Gutachter für die Gemeinde Dießen

    Thomas Raff war auch der „Erfinder“ der Auszeichnung „Das Haus des Jahres“. Seit vielen Jahren werden vorbildliche Sanierungen von alten Gebäuden mit dieser Auszeichnung des Heimatvereins gewürdigt. „Dabei standen meist nicht großen Villen, sondern eher kleine Projekte, die mit großem Engagement hergerichtet wurden, im Mittelpunkt“. Wichtig waren ihm auch die Gutachten, die er für die Gemeinde schreiben durfte, zum Beispiel zur Nutzung des Seerichterhauses oder zur optischen Funktion des Bauernhauses gegenüber vom Taubenturm oder über das Wirtshaus Stadler, die ehemalige Klosterwirtschaft an der Herrenstraße, deren Erhalt ihm ebenfalls am Herzen lag.

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