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Welden

11.10.2018

Autofahrer absichtlich ausgebremst?

Was hat es mit der Streckenführung der Staatsstraße zwischen Welden und Ehgatten auf sich?
Bild: Kristian Kunert

Die kurvige Streckenführung zwischen Ehgatten und Welden verwundert. Sie hat allerdings einen ganz einfachen Grund.

Ist es eine verkehrserzieherische Maßnahme oder ist am Ende gar das Geld ausgegangen? Sind es die Hecken am Radweg, die zur Abweichung gezwungen haben? Mancher Autofahrer spekuliert schon, warum das neue Straßenstück der Verbindung von Ehgatten und Welden nach wenigen Hundert Metern eine Kurve macht, dann etwa 700 Meter auf dem alten Stück der Staatsstraße 2032 verläuft, um schließlich wieder auf die neue Strecke vor Welden einzumünden. Die kurvige Verkehrsführung hat aber einen einfachen Grund.

Er geht auf die Straßenbaustelle zwischen Ehgatten und Welden zurück. Um die Sperre während der Bauzeit auf ein Mindestmaß zu reduzieren, wurden zunächst die Bereiche erneuert, die auf der bestehenden Trasse liegen und eine Sperrung für den Verkehr erforderten. Der Bereich, in dem die Trasse zwischen Welden und Ehgatten neben der bestehenden Straße liegt, soll im kommenden Frühjahr entstehen. Der Verkehr kann dann während der Bauarbeiten fließen – es kommt zu keinen neuen Behinderungen. „Ist die neue Strecke fertig, dann wird die alte Straße zurückgebaut und renaturiert“, erklärt Stefan Heiß vom Staatlichen Bauamt in Augsburg. Es kam so den Wünschen des Gewerbevereins Attraktives Welden entgegen.

Der schlug nämlich Alarm: Wegen der Baustelle der wichtigsten Holzwinkel-Verkehrsader und der weiträumigen Umfahrung über Heretsried oder Zusmarshausen waren Umsatzeinbußen in der Geschäftswelt zu befürchten. Der Gewerbevereins-Vorsitzende Andreas Däubler setzte sich dafür ein, dass die Sperrung nur vier Monate dauert – und nicht wie ursprünglich geplant ein ganzes Jahr. Das Staatliche Bauamt unterteilte die Baustelle in mehrere Abschnitte.

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Bislang wurden rund 60000 Kubikmeter Boden bewegt, 1,3 Kilometer Leitungen verlegt, 3300 Tonnen Asphalt ausgebaut und 5500 Tonnen Asphalt neu eingebaut. Für den Bauabschnitt wurden 1,9 Millionen Euro investiert. Die neue Straße wird mit 7,5 Metern gut einen Meter breiter als die bisherige, ist übersichtlicher und damit auch sicherer. Ende 2020 soll die größte Straßenbaustelle im Holzwinkel beendet sein. Dazu gehört auch die gesamte Umfahrung von Adelsried. Rund 20 Millionen Euro wird die 6,5 Kilometer lange Straße kosten. Sie führt auf der seit Februar gesperrten Verbindung von Ehgatten nach Streitheim und macht dann einen Knick, um daraufhin parallel zur Autobahn von Streitheim bis nach Adelsried zu führen.

Nach der Mammut-Baustelle könnte es östlich von Welden weitergehen: Die Staatsstraße 2036 zwischen Heretsried und Holzhausen soll ausgebaut werden. Allerdings anders als bisher geplant.

Nach massiven Protesten gab der Verkehrs- und Wirtschaftsausschuss des Bayerischen Landtags im Juli einstimmig vier Petitionen recht. Jetzt sollen unter anderem Naturschutz und Flächenverbrauch in einer überarbeiteten Planung besser gewürdigt werden. Aber auch der Wunsch der Holzwinkel-Gemeinden, eine zeitgemäße Verkehrsanbindung in Richtung Neusäß und Gersthofen zu bekommen, wird berücksichtigt.

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