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Ustersbach

16.11.2019

Befragung bringt Ideen für das Leben in Ustersbach

Gleich bei der Auftaktveranstaltung zum Gemeindeentwicklungskonzept brachten sich viele Ustersbacher Bürger ein. Wirtschaftlichen Strukturen oder örtliche Grundversorgung waren Thema.
Foto: Siegfried P. Rupprecht

Das Konzept soll die Standort- und Lebensqualität der Kommune verbessern. Bei der Auftaktveranstaltung signalisieren viele Bürger Bereitschaft.

Was kann man in Ustersbach neu schaffen und gestalten? Was soll bewahrt werden? Mit diesen und anderen Fragen wurden die Bürger im Forum im Anschluss an die Bürgerversammlung bei der Auftaktveranstaltung zur Gemeindeentwicklung konfrontiert. Verbunden war damit die Aufforderung, in den nächsten eineinhalb Jahren ein tragfähiges Zukunftskonzept für die gesamte Gemeinde unter Beteiligung der Einwohner zu erstellen.

Viele Bürger wollen sich aktiv einbringen

Die Reaktion darauf war selbst für die Konzeptleiterin Franziska Burlefinger vom Planungsbüro Herb und Partner aus Thierhaupten überraschend: Ungewöhnlich viele Bürger signalisierten bereits vorab ihr aktives Mitmachen.

Von amtlicher Seite wird die Gemeindeentwicklung vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben (ALE) betreut. Es gelte, die Gesamtgemeinde nachhaltig zu stärken, verdeutlichte eingangs ALE-Bauoberrat Manfred Pfeifer. Um dies zu verwirklichen, sei die Erstellung von prioritären Entwicklungsprojekten wichtig. Damit könne man Herausforderungen wie Mobilität und leerstehenden Bausubstanzen im Ortskern entgegentreten.

Gemeindeentwicklung steigert Lebensqualität im Ort

Franziska Burlefinger wies eindringlich darauf hin, dass die Gemeindeentwicklung ausschließlich den Bürgern zugutekomme und dem Ort die Standort-und Lebensqualität sichere und verbessere. Für die Planer sei die Mitarbeit der Einwohner deshalb unabdingbar. Wenn nämlich nichts passiere, dann würden unter anderem eine Vergreisung des Altorts und der Wegfall von Einkaufsmöglichkeiten eintreten, verdeutlichte sie.

Gleichzeitig machte die Planerin aufmerksam, was ihr bei einem Rundgang durch Ustersbach aufgefallen sei: „Da ist einmal die idyllische Lage, die gute Anbindung des Individualverkehrs, die positive Demografie und als Alleinstellungsmerkmal die Brauerei, aber auch der schlechte Öffentliche Personennahverkehr und der große Autoverkehr.“ Die Grundversorgungsstrukturen seien im Hauptort mit Bäckerei, Tankstelle, Bank, Kindergarten, Schule und Gastronomie nur zum Teil vorhanden. Im Ortsteil Mödishofen gebe es diese Strukturen dagegen kaum.

Die Kommune soll attraktiver werden

„In den letzten 13 Jahren wurden neun landwirtschaftliche Betriebe aufgegeben“, informierte sie. Das bedeute einen Agrarstrukturwandel. Ziel der Gemeindeentwicklung sei es, den allgemein feststellbaren Abwärtstrend entgegenzuwirken und die Attraktivität der Kommune zu steigern.

Dazu werden nun drei Arbeitskreise - zuständig für Dorfmitten, Dorfleben sowie Dorfbild und Ökologie - eingerichtet. Dabei werde der angestrebte Neubau von Kindergarten und Feuerwehrgerätehaus ihrer Meinung nach Priorität besitzen, meinte Burlefinger. Als erste Phase des Konzeptablaufs nannte sie die Problemerkennung, der damit verbundene Wunschkatalog der Bürger und die städtebauliche Analyse der Planer. Danach erfolgen mit den Zielen und Visionen ein städtebauliches Leitbild sowie die Konkretisierung der Wünsche und Kosten. Diese drei Phasen sollen bis Sommer 2020 abgeschlossen sein. Danach kommt es zur Planung der Einzelmaßnahmen und schließlich - irgendwann - zur Umsetzung.

Erste Arbeitskreise finden bereits Ende November statt

Franziska Burlefinger appellierte an die Bürger, sich in den Arbeitskreisen zu engagieren. Nur so könne ein optimales Ergebnis erzielt und Bürgerwünsche berücksichtigt werden. Dabei sei keinesfalls eine Beteiligung über die ganze Laufzeit der Vorbereitungs- und Objektplanung notwendig. Die erste Sitzung der Arbeitskreise plante sie für Ende November, Anfang Dezember.

Mit dem Konzept schien der Nerv der Bürger getroffen worden zu sein. Vielen Besuchern brannten vor allem das dörfliche Miteinander, Naherholungsangebote, Siedlungsentwicklungen, schnelles Internet sowie die Ortsmitten von Ustersbach und Mödishofen auf den Nägeln.

Aber auch zu grundlegenden Fragen äußerten sie sich, so zur Ansiedlung von wirtschaftlichen Strukturen, zur Nutzung von leer stehenden Gebäuden und Höfen und zu Strategiemaßnahmen zur Förderung örtlicher Grundversorgung.

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