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Archäologie im Landkreis Augsburg

03.03.2009

Der Landkreisboden zeigt sich als Geschichtsarchiv

Die Jungsteinzeit machte im Oktober den Anfang. Nun setzt der Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg einen zweiten Gang drauf: Eine neue Ausstellung im Foyer des Landratsamtes widmet sich der Bronzezeit. Anhand von Originalen und Kopien kann sich der Betrachter ein anschauliches Bild machen, was die ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises meist an Samstagen an Relikten unserer Vorfahren freigelegt und geborgen haben, bevor sie zum Beispiel durch Bau- oder Straßenprojekte endgültig vernichtet worden wären. Von Gerald Lindner

Landkreis Augsburg Die Jungsteinzeit machte im Oktober den Anfang. Nun setzt der Arbeitskreis für Vor- und Frühgeschichte im Heimatverein für den Landkreis Augsburg einen zweiten Gang drauf: Eine neue Ausstellung im Foyer des Landratsamtes widmet sich der Bronzezeit. Anhand von Originalen und Kopien kann sich der Betrachter ein anschauliches Bild machen, was die ehrenamtlichen Mitglieder des Arbeitskreises meist an Samstagen an Relikten unserer Vorfahren freigelegt und geborgen haben, bevor sie zum Beispiel durch Bau- oder Straßenprojekte endgültig vernichtet worden wären.

Fitz Hölzl, der stellvertretende Vorsitzende des Kreisheimatvereins, zeigte sich erfreut über die Schau: "Einmal mehr kann der Besucher erleben, welch geschichtsträchtiger Boden unser Landkreis Augsburg ist - er stellt fast so etwas wie ein Geschichtsarchiv dar." Dass die Funde geborgen und gesichert werden konnten, sei vor allem dem ehrenamtlichen Engagement des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte zu verdanken. Die meisten Exponate in der Schau stammen aus dem südlichen Landkreis, zum Beispiel aus Grabungen bei Königsbrunn und Oberottmarshausen. Grabungsleiter Rainer Linke vom Arbeitskreis im südlichen Landkreis erläuterte den Eröffnungsgästen die Ausstellung. "Bis auf ein 1917 entdecktes Tuffplattengrab war Königsbrunn ein weißer Fleck."

Zahlreiche Grabungen ab dem Jahr 1970

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Erst ab 1970 wurden zahlreiche Funde aus der Bronzezeit gemacht. "Heute haben wir den lückenlosen Nachweis der Besiedlung von 2300 vor Christus bis zum Abzug der Römer", so Linke. Die Mitglieder des Arbeitskreises kämpfen bei ihren Grabungen nicht nur mit manchmal schlechtem Wetter - ein Foto zeigt zum Beispiel die Arbeit in den Schneewehen, ein anderes mit dem lachenden Udo Gruber auch den Spaß, den die Ehrenamtlichen haben. Gegen einen Gegner können sie nichts machen: "Schon in vorgeschichtlicher Zeit wurden die Gräber geplündert, weil die Bronzebeigaben sehr wertvoll waren", so Linke. Gezeigt werden Leihgaben des Arbeitskreises für Vor- und Frühgeschichte sowie der Archäologischen Museen in Gablingen und Königsbrunn. Zu den Glanzstücken gehört ein Bronzeschwert. Wie damals üblich, wurde es nur zerbrochen in das Grab gelegt. Um dem Betrachter zu zeigen, wie es ursprünglich aussah, wurde eine Rekonstruktion beigelegt.

Programm Zur Ausstellung "Bronzezeit" werden noch zwei begleitende Vorträge angeboten: Prof. Dr. Stefan Wirth (Dijon/ Augsburg) erläutert am Montag, 9. März, "Neufunde der Bronzezeit im Landkreis". Christiana Eggl spricht am Montag, 6. April, über "Keltische Funde in Bayern". Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamts. Die Ausstellung ist noch bis zum Freitag, 27. März, zu den Öffnungszeiten des Landratsamtes zu sehen.

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