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Gersthofen

06.12.2019

Der „Pop Papst“ lebt in Gersthofen

Mit Peter Maffay und Udo Lindenberg trifft sich Lengenfelder immer wieder.
8 Bilder
Mit Peter Maffay und Udo Lindenberg trifft sich Lengenfelder immer wieder.
Bild: Marcus Merk

Plus Hausbesuche: Werner G. Lengenfelder hat schon fast alle Großen der Pop- und Rockszene interviewt. Dass er für die Musik lebt, sieht man in jedem Winkel.

Wer Werner G. Lengenfelder auf Facebook folgt, der hat sicher hin und wieder schon gelesen „I love my life!“ Der Musikredakteur und Fotograf macht schließlich etwas, um das ihn viele Menschen sicher beneiden: Er interviewt die großen Stars der internationalen Pop- und manchmal auch Rockszene.

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„Ja, ich liebe mein Leben“, räumt er am großen modernen Holztisch in seinem geräumigen Wohnzimmer in Gersthofen sitzend, ein. Bewusst heißt es für den 59-Jährigen nicht „I love my job.“ Denn Leben und arbeiten trennt er nicht. Und das, obwohl er schon seit mehr als 40 Jahren Größen aus dem Popmusik-Geschäft interviewt.

Im Wohnzimmer hat er sein Home-Office

Das wird schon im bewussten Wohnzimmer deutlich, denn durch einen Bogen hindurch ist der große Schreibtisch mit mehreren Monitoren zu sehen. Hier hat er sein Home-Office, bearbeitet seine Bilder und schneidet die Originaltöne seiner Interviews. „Meine Frau achtet sehr darauf, dass der Schreibtisch nicht noch weiter ins Wohnzimmer hineinwächst.“

Der „Pop Papst“ lebt in Gersthofen

Die halbe Woche ist Werner G. Lengenfelder aber unterwegs. „Dienstag und Mittwoch bin ich meistens in Erfurt bei meinem Sender.“ Da kommt ihm die ICE-Schnellfahrtstrecke Erfurt – Berlin sehr gelegen. Seit sechseinhalb Jahren wohnt er mit seiner Frau Maria in seinem Zweifamilienhaus im Süden Gersthofens. „Wir haben nach Jahren im in der sündteuren Münchner Innenstadt etwas schöneres und günstigeres in Gersthofen gefunden.“

Sein Archiv ist das Internet

Wer bei ihm große Mengen an CDs in den Regalen sucht, ist fehl am Platz. Dafür steht ein unscheinbares kleines Kästchen auf einem Regal. „Alexa, spiel mal RT.1!“ – und schon erklingen die Songs, die der Augsburger Sender gerade spielt: „Mein Archiv ist das Internet – es gehört für mich ja zum Beruf, dass ich bei der Popmusik immer auf dem Laufenden bin und muss daher alle einschlägigen Sender verfolgen.“ Musik schallt dabei in der Wohnung aus jeder Ecke. Er hat eine Luxusanlage mit acht Zonen und 28 Lautsprechern – alles voll digital. „Aber das ist im Grunde ja nur Arbeitsmaterial.“

Aber verborgen hinter der Garage hütet Lengenfelder noch seinen „Analog-Raum“. Dort lagern 3000 Langspielplatten sowie eine alte Technics-Tonbandmaschine aus seiner Anfangszeit.

Mehr als 1000 Sänger und Musiker interviewt

Ob Udo Lindenberg, Anastacia, Sarah Brightman, Katie Melua oder Peter Maffay – mehr als 1000 Sänger und Musiker hat er bereits interviewt. Aber nicht nur das: „Vor vielen Jahren habe ich den Pop-Albert, den damaligen Musikförderpreis der Stadt Gersthofen zehn Jahre lang komplett organisiert.“ Als DJ legte er schon in jungen Jahren in der Diskothek Morning Star auf, später in der Sound Factory.

Blickfänger im Wohnzimmer ist dieser Werkzeugkasten von Lengenfelders Vater, der ursprünglich Schreiner gelernt hatte.
Bild: Marcus Merk

Als Organisator war er auch zuletzt in Gersthofen aufgetreten: Zehn Jahre lang veranstaltete Werner G. Lengenfelder in Zusammenarbeit mit der Stadt den Wintertraum auf dem Rathausplatz mit einer Kunsteisfläche. Wegen der hohen Energiekosten entschied sich dann der Stadtrat dafür, auf die Eisfläche zu verzichten.

Hunderte von Fotos hängen an den Wänden

Doch sein Herz brennt für die Musiker. Das ist in der Wohnung an allen Ecken zu sehen. Hunderte von Fotos hängen an den Wänden. Die Starbilder in der Gästetoilette erinnern den Besucher an Kultlocations in Städten wie Berlin, Hamburg oder London: Kaum ein Star der nicht von Lengenfelder fotografiert wurde oder sich mit ihm fotografieren ließ. Alle hängen an der Wand.

Seine Fotos von Konzerten hat Lengenfelder bereits ausgestellt, unter anderem auch im Gersthofer Ballonmuseum. Udo Lindenberg hat eine Aufnahme persönlich signiert. Außerdem hat der „Panikrocker“ ihm ein Programm seiner Viermaster-Tour unterzeichnet. „Eine Kreuzfahrt mit Udo war auch eindeutig mein schönstes Gesamterlebnis in den 40 Jahren“, sagt er.

Wegen seiner guten Verbindungen zu den Stars nennen ihn seine Freunde auch scherzhaft „Pop Papst“. Dies hat Werner G. Lengenfelder für sein neues Buch aufgegriffen: Es heißt „Mein Leben als Pop Papst“ und kommt im Februar, zu seinem 60. Geburtstag, heraus. „Ich habe es geschrieben, damit wenigstens ein Teil der Geschichten, die ich erlebt habe, nicht verloren geht.“ Auch die Fotos sind von ihm – außer Lengenfelder ist selbst drauf zu sehen. Er bietet dabei einen ungewöhnlichen Blick hinter die Kulissen der Musik- und Medienbranche.

Bereits erschienen in unserer Serie "Hausbesuche":

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