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Landkreis Augsburg

11.05.2016

Die ersten Babystörche sind da

Im Dinkelscherber Storchennest sind die ersten Küken aus ihren Eiern geschlüpft.
Bild: Thomas Wurschy

In mindestens sechs Storchennestern sind schon Junge geschlüpft. Ein Experte erklärt, wie man erkennt, dass Nachwuchs im Horst sitzt.

Thomas Wurschy beobachtet die Dinkelscherber Störche ganz genau. Er weiß: „Nach einer Brutdauer von 34 Tagen schlüpfen die Jungen normalerweise im Abstand von einem Tag.“ Als Schlupftermin hatte er sich den 6. Mai errechnet und im Kalender angekreuzt. Als er am Samstag, 7. Mai, dann auf den Turm von St. Anna stieg, saßen schon drei Jungstörche im Horst auf dem Kirchendach, erzählt er. Und in einem weiteren Ei war bereits ein Loch – wahrscheinlich sind also mittlerweile schon weitere Küken geschlüpft. Sechs Eier lagen Ende April im Nest. Es könnte also ein erfreuliches Jahr für die Dinkelscherber Störche werden. Wurschy befürchtet aber: „Sechs Junge bringen die Störche nicht durch. Das sind zu viele.“

Die Dinkelscherber Storchenbabys sind nicht die einzigen im Landkreis. In mindestens sechs Nestern sind schon Junge geschlüpft. Der Vogelexperte Anton Burnhauser von der Regierung von Schwaben hat festgestellt: „Dieses Jahr läuft alles auffallend synchronisiert ab.“ Weil die Störche so früh aus dem Süden zurückgekehrt sind, hätten sie fast gleichzeitig mit dem Brüten begonnen. Burnhauser erklärt: „Das Brüten beginnt nach der biologischen Uhr. Wenn alle rechtzeitig wieder da sind, können sie auch pünktlich mit dem Brüten beginnen.“

Und weil dieses Jahr bisher nicht so trocken war wie manche Jahren davor, passt auch das Nahrungsangebot. Burnhauser blickt deshalb optimistisch ins Storchenjahr: „Es sieht gut bis optimal aus.“

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Er weiß, dass in Gablingen und Willmatshofen schon Junge geschlüpft sind und in den beiden Diedorfer Nestern. Über die Webcam sind übers Internet auch schon zwei Küken in Zusmarshausen zu sehen. Anton Burnhauser betont aber, dass man eigentlich gar keine technischen Hilfsmittel braucht, um herauszufinden, ob es schon Nachwuchs gibt. „Mit ein bisschen Sachverstand“ könne man das am Verhalten der Vögel erkennen: Bei Wind und Regen sitzen sie auf den Jungen um sie zu schützen. Wenn es heiß wird (so wie am Sonntag), dann stehen sie auf und spenden mit ihren Flügeln Schatten. Und wenn sich die Vögel im Nest ständig abwechseln, dann wird gefüttert – ein klares Indiz für hungrigen Nachwuchs.

Im Landkreis sind bisher zwölf Nester besetzt, sagt Burnhauser und zählt auf: zweimal Diedorf, Dinkelscherben, Dinkelscherben-Stadel, Gablingen, Gennach, Neusäß-Ottmarshausen, Westendorf, Fischach-Willmatshofen, Zusmarshausen, Zusmarshausen-Wörleschwang und Altenmünster-Zusamzell. In Fischach und Gessertshausen sind die Nester dagegen noch leer. Dafür gibt es noch ein Storchenpaar, das regelmäßig gemeinsam in der Nähe des Gessertshauser Ortsteils Wollishausen unterwegs ist. „Ich schätze, dass die was Festes suchen“, sagt Burnhauser. Er könnte sich vorstellen, dass das junge Paar noch in diesem Jahr mit dem Nestbau beginnt. Oder vielleicht hat es schon ganz unbemerkt auf einem Hausdach damit begonnen?

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