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Schulen

19.05.2015

Die nächste teure Notlösung

Hier bleibt in den kommenden Jahren kaum ein Stein auf dem anderen: Gersthofen baut für über 30 Millionen Euro eine neue Mittelschule, vermutlich ab 2018 will der Kreis das Gymnasium neu oder grundlegend umbauen.

Gersthofens Gymnasium erhält weitere Container. Die Kosten dafür entsetzen Kommunalpolitiker. Doch bald könnte es noch viel mehr Behelfsklassenzimmer geben

Schon in drei Jahren könnte die Abrissbirne kommen und selbst, wenn es „nur“ eine Generalsanierung würde, wird das Gebäude nachher kaum noch wieder zu erkennen sein. Dennoch: Der Landkreis steckt noch einmal rund 1,3 Millionen Euro in das Gersthofer Paul-Klee-Gymnasium. Für das Geld sollen eine neue Brandmeldeanlage (wir berichteten) und zusätzliche Klassenzimmer her.

Den verbesserten Feueralarm fordern verschärfte Vorschriften, die zusätzlichen Klassenzimmer der stete Zuwachs an Schülern im nördlichsten Gymnasium des Landkreises. Allein in den vergangenen zehn Jahren stieg die Schülerzahl um rund ein Drittel. Wie es weitergeht, soll ein neues Schulgutachten für den Landkreis zeigen. Aktuell aber fehlen dem Gersthofer Gymnasium für das kommende Schuljahr fünf Klassenzimmer.

Die sollen in Form von Containern aus Diedorf herangeschafft werden, wo der Neubau des Schmuttertal-Gymnasiums im Herbst in Betrieb geht und die „Blechklassenzimmer“ entbehrlich werden. Mehr als 20 Container müssen nach Angaben der Bauverwaltung umziehen und eingerichtet werden, gleichzeitig will man die zehn schon bestehenden Container-Klassenzimmer in Gersthofen besser ausstatten, damit dort an Computern unterrichtet werden kann. Kostenpunkt: 490000 Euro.

Als diese Summe gestern im Bauausschuss des Landkreises genannt wurde, schnappte Franz Neher (SPD) nach Luft: „Eine halbe Million ist schon grenzwertig.“ Das seien die marktkonformen Preise, beschied die Bauverwaltung.

Genau diese Preise könnten in den kommenden Monaten noch eine wichtige Rolle spielen, wenn über die Zukunft des „Paul-Klee“ entschieden wird. Eines der Planspiele nämlich ist, die gut 1000 Schüler und ihre Lehrer während des Um- oder Neubaus (auch das ist noch nicht entschieden) auf den Festplatz zu verlagern. Dort könnte der Landkreis für die etwa zweijährige Bauzeit eine riesige Container-Schule errichten.

Dafür müsste allerdings die Stadt Gersthofen als Eignerin des Volksfestplatzes mitspielen, zudem müsste sich die Sache auch rechnen. Die Überlegung ist, dass die Bauarbeiter schneller und günstiger vorankommen, wenn sie keine Rücksicht auf Schüler und Lehrer nehmen müssen – für diese wiederum wäre der Unterricht abseits der Baustelle angenehmer.

Mit dem Ob und Wie des Schulumbaus schlagen sich Bauverwaltung und Kreispolitik nun schon seit Monaten herum. Als ausgemacht gilt, dass das ganz grob auf 40 Millionen Euro geschätzte Vorhaben nach dem Abschluss des Neubaus des Berufsschulzentrums in Neusäß angepackt wird, das könnte 2018 sein.

Dieses Tempo kritisierte Ludwig Fröhlich (FW). Die jetzige Situation sei nur aufgrund „mangelnder politischer Entscheidungen“ entstanden. „Das schreit zum Himmel.“ Es müsse endlich etwas weitergehen in Gersthofen, der Landkreis dürfe keine Zeit mehr verlieren. Landrat Martin Sailer (CSU) kritisierte Fröhlich heftig: „So ein Schmarren. Wir sind genau im Zeitplan und 2018 geht es los.“ Nach den Erfahrungen mit den Großprojekten in Diedorf und Neusäß, wo Zeit- und Kostenpläne nicht hielten, hätten sich Verwaltung und Politik auf ein sorgfältiges Vorgehen geeinigt.

Stefan Steinbacher (Freie Wähler) erinnerte daran, dass Gersthofen ursprünglich einmal für 2016 auf dem Fahrplan stand: „Das haben wir nicht geschafft.“ Stefan Buck (CSU) lenkte den Blick noch einmal auf das aktuelle Problem: „Wir brauchen diese Container.“

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