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Diedorf

03.08.2020

Diedorfer Gymnasiasten entwickeln Datenbrillen für Sortimo

Viele Firmen setzen Datenbrillen bei der täglichen Arbeit ein.
Bild: Daniel Reinhardt, dpa (Symbolbild)

Plus Das Projekt der Diedorfer Gymnasiasten fing als P-Seminar an. Nun will Sortimo die Datenbrillen international einsetzen. Eine Erfolgsgeschichte. 

Was Thomas Hafner ursprünglich als P-Seminar für die 11. Klasse anbot, wurde schließlich ein prämierter, bayernweiter Erfolg. Mit ihrem Projekt nahmen die Diedorfer Schüler am „Technik-Scouts“-Wettbewerb teil und belegten den zweiten Platz.

Zum Hintergrund: In der Oberstufe wählen alle Schüler ein P-Seminar zu einem bestimmten Thema. Möglich sind alle Bereiche, die mit den unterrichteten Fächern etwas zu tun haben. „Zum einen organisieren die Schüler ein Projekt, zum anderen geht es um Berufsorientierung“, erklärt Hafner.

An Datenbrillen arbeiten und die Abläufe bei Sortimo kennenlernen

Das von ihm angebotene Seminar „Industrie 4.0“ fand in Zusammenarbeit mit der Firma Sortimo an deren Standort in Zusmarshausen statt. Dabei arbeiteten die Schüler an Datenbrillen und lernten die Abläufe im Betrieb kennen. Sortimo stellte die Brillen, die Jugendlichen überlegten sich mögliche Einsatzgebiete. Sie präsentierten der Firma ihre Ideen und bearbeiteten die Brillen dementsprechend. „Die Datenbrille ist wie ein kleines Handy“, beschreibt einer der Teilnehmer. „Im Blickfeld werden Daten angezeigt, im Idealfall so, dass man seine Umgebung trotzdem wahrnimmt.“ An der Seite befinde sich ein Touchpad, über das die Brille sich steuern lasse.

Die Idee, an der gearbeitet werde, sei die Anzeige von Bauplänen. So sollen Azubis einfache Komponenten mithilfe der Pläne zusammenbauen können, ohne dass immer ein erfahrener Mitarbeiter dabei sein muss. „Sortimo nimmt sich wirklich Zeit für uns und nimmt uns ernst“, berichten die Schüler. „Zwei Leute waren für uns zuständig, die auch mal einen ganzen Tag nichts anderes machten.“

Diedorfer Gymnasiasten beim Wettbewerb „Technik-Scouts“

Im Wettbewerb „Technik-Scouts“ geht es darum, dass Jugendliche einen Beruf kennenlernen, dazu einen Angestellten befragen und die Ergebnisse kreativ präsentieren. Der Kurs sei gemeinsam mit Thomas Hafner auf die Idee gekommen, am Wettbewerb teilzunehmen. Eine eigene Gruppe innerhalb des Kurses habe sich besonders damit auseinandergesetzt. „Wir mussten einen Beitrag einreichen und eine Projektmappe erstellen“, berichtet ein Schüler. Kurz vor Schuljahresende war dann das Finale des Wettbewerbs angesetzt. Im letzten Moment musste noch mal die Technik getestet werden. Der Wettbewerb lief wegen Corona nämlich spontan online ab.

Das P-Seminar Industrie 4.0 “ fand in Zusammenarbeit mit der Firma Sortimo an deren Standort in Zusmarshausen statt.
Bild: Vanessa Ahnert

Zunächst hatten die Gymnasiasten ein paar Schwierigkeiten: „In der Firma waren vor Ort Termine geplant, ein Workshop und Drehtermine.“ Dank der Online-Vorstellung ihres Projektes mussten die Schüler sich mit Filmtechnik auseinandersetzen. Ein Teil des Beitrags sei ein Interview mit einem Azubi und seiner Ausbildungsleiterin gewesen. „Der Ton und das Bild mussten stimmen, in ordentlicher Qualität und dass man alles sieht“, sagt Schülerin Alina Schneible. „Außerdem mussten wir auf die Aussprache achten und immer fröhlich sein und freundlich gucken“, berichtet ihr Kollege. „Das mussten wir schon ein paar Mal wiederholen“.

Bayernweit nahmen 115 Schulen teil

„Die Schüler konnten sich aber schnell umstellen“, sagt Hafner, zufrieden mit der Arbeit seines Kurses. „Die haben sich alles selbst beigebracht.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Sie belegten den zweiten Platz, bayernweit nahmen 115 Schulen teil, im Finale noch sieben. Auch die Elftklässler selbst sind zufrieden: „Es war viel Arbeit, aber es war schön zu sehen, dass am Ende alles geklappt hat.“ Corona habe zwar ein wenig verunsichert, jetzt seien die Diedorfer beeindruckt, was man alles schaffen könne, ohne sich tatsächlich zu treffen.

In Zukunft möchten viele Kursteilnehmer weiterhin mit Informatik oder in anderen technischen Bereichen arbeiten. Selbst ein Schüler, der am Anfang des Schuljahres nicht überzeugt gewesen sei, meint jetzt: „Im Nachhinein finde ich es gut. Wir lernen, mit Zeitdruck zu arbeiten und im Team. Das werden wir später mal brauchen.“ Die Arbeit am eigentlichen Projekt des Seminars läuft noch bis Oktober weiter. Noch sei die Brille zu fehlerhaft. Sortimo plant, die Datenbrille nach Fertigstellung international einzusetzen. Im Rahmen der Schulpartnerschaft mit Sortimo habe es bereits vor zwei Jahren eine Zusammenarbeit mit der Firma gegeben, die auch in Zukunft fortgeführt werden soll. Jetzt geht es erst mal drei Tage in den Bayerischen Wald – das hat der Kurs mit Lennart Dhonau, Maximilian Estner, Elias Geh, Tobias Gunesch, Simon Güller, Johannes Ilg, Ben Raich, Lukas Riegel, Christopher Rowe, Maximilian Schindler, Alina Schneible und Bastian Weidner mit dem zweiten Platz gewonnen.

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