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Langenneufnach

20.04.2015

Drei Kilometer Natur pur: Das bietet der neue Streuobstweg

Der Streuobstweg in Langenneufnach wird Ende April eröffnet. Am Bienenhaus wird derzeit noch fleißig gearbeitet. Spätestens Mitte Mai soll es komplett fertig sein.
Bild: Carmen Janzen

Der Langenneufnach Streuobstweg ist reif für die ersten Spaziergänger: Ende April eröffnet Bürgermeister Josef Böck den Rundweg offiziell. Was dort geboten ist.

Beim Streuobstweg handelt sich um ein von der EU gefördertes Bildungs- und Naturschutzprojekt. Eingebettet in die hügelige Staudenlandschaft bietet der Weg neben Erholung und einer schönen Aussicht auf die Alpen viele Informationen über Obstbäume, Bienenzucht und Insekten.

Obst Auf dem Weg können sich Besucher über mehr als 40 verschiedene und teilweise sehr alte Obstsorten informieren. Vor jedem Baum steht eine Tafel mit den wichtigsten Daten zu Sorte, Geschmack, Erntezeitpunkt und Haltbarkeit. Es wachsen dort Apfel-, Kirsch- und Birnbäume. Besuchern ist es erlaubt, sich für den persönlichen Bedarf ein paar reife Früchte vom Baum zu pflücken.

Bienen Neu errichtet und derzeit noch im Bau ist das Bienenhaus am Lehrpfad. Drei Völker sollen demnächst dort einziehen. Zusammen mit dem Imkerverein können dann Schulklassen oder interessierte Gruppen das Haus besichtigen. Für die Spaziergänger wird außen ein Schaukasten angebracht sein. Durch einen Schlitz können sie einen Blick in das Innere eines Bienenstocks werfen. Später soll es dann von den fleißigen Bienchen auch Honig geben.

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Insekten Auf dem Weg befinden sich mehrere Insektenhotels, die den kleinen Tieren einen sicheren Rückzugsraum bieten.

Streuobstwiesen Sie gelten als wertvolle Kulturlandschaft mit großem Artenreichtum. In dieser ökologischen Nische leben bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten. Die Streuobstwiesen zählen damit zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa.

Anfänge Der Ursprung des Projekts geht einige Jahre zurück. Bereits bei der Flurbereinigung vor zehn Jahren wurde der Grundstein für den heutigen Weg gelegt. Damals hatten einige Langenneufnacher Bürger anlässlich der Dorferneuerung einen Arbeitskreis gebildet, um die Wege rund um das Dorf zu planen. Es wurden viele Bäume gepflanzt, die nun bereits Früchte tragen. Ein Pavillon wurde errichtet, der im Sommer Schatten spendet und eine tolle Aussicht bietet. „Die Idee, einen Streuobstweg anzulegen, lag schnell auf der Hand“, sagte Joachim Schoner, einer der Motoren des Langenneufnacher Vorzeigeprojektes, als es mit den Planungen für den Weg konkret wurde. Die Stauden waren noch in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts der Hauptlieferant für Obst der Augsburger Märkte. „Zwar waren die meisten Streuobstbestände in den 1960er Jahren gerodet, doch in den vergangenen Jahren hat sich ein Umdenken vollzogen“, so Schoner. Im Zug der Flurerneuerungen wurden in den Stauden insgesamt mehr als 4000 Obstbäume neu angepflanzt. Ausgangspunkt des neuen Streuobstwegs in Langenneufnach war eine bestehende private Streuobstwiese mit einigen Bäumen. An einem Wanderunterstand und entlang des Rundwegs wurden dann zusätzliche Obstbäume angepflanzt.

Ziele Der Streuobstweg fördert den Erhalt der Kulturlandschaft und den Fortbestand einer Tradition. Vom Projekt gehen positive Effekte für die Landwirtschaft und regionale Streuobstinitiativen sowie für Natur- und Umweltschutz aus. In der Region wird außerdem ein Bildungsangebot etabliert, welches über die wichtige Bedeutung der Streuobstwiesen und die Zusammenhänge des Ökosystems informiert. Insbesondere Kinder im Kindergarten- und Schulalter sollen damit angesprochen werden. Für Naherholungssuchende wird mit dem Rundweg ein Angebot zur Freizeitgestaltung und zum Erleben von Natur und Landschaft geschaffen. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern sind Führungen geplant. Ein Flyer informiert über den Rundweg und weist auf die Bedeutung von Streuobstwiesen sowie Bienen und Insekten hin.

Beteiligte Der Streuobstweg ist ein Gemeinschaftsprojekt von ReAL-West (Regionalentwicklung Augsburger Land West), der Gemeinde Langenneufnach, dem Amt für Landwirtschaft und Forsten, der Interessensgemeinschaft Streuobstwiese, dem Imkerverein, der Bürgerinitiative Langenneufnach aktiv und vieler weiterer Gruppen.

Zuschüsse Das Bayerische Ministerium für Landwirtschaft und Forsten sowie der Europäische Landwirtschaftsfond zum Erhalt des ländlichen Raumes (kurz: ELER) fördern das Projekt „Streuobstweg Langenneufnach“ mit knapp 19 000 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Angaben von Bürgermeister Böck auf etwa 35 000 Euro, etwa 10 000 Euro weniger, als ursprünglich geplant war. Der Termin für die Eröffnung des Streuobstweges ist am Mittwoch, 29. April, ab 18 Uhr. Treffpunkt ist am Bienenhaus. Dort findet die Begrüßung statt, dann gehen die Gäste zum Pavillon. Eingeladen sind viele Vertreter der Vereine und aus der Politik. Aber auch interessierte Bürger können teilnehmen und ein Stück mitlaufen.                "Kommentar

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