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Neusäß-Täfertingen

24.04.2018

Dürfen Laster nicht mehr durch Täfertingen?

Die Anwohner im Osten des Neusässer Stadtteils beklagen sich über den Schwerlastverkehr. (Symbolfoto)
Bild: Julian Leitenstorfer

Die Anwohner im Osten des Neusässer Stadtteils beklagen sich über den Schwerlastverkehr.

Einige Täfertinger Bürger fordern ein Lkw-Fahrverbot in der Täfertinger Straße. Rund 80 Bürger haben diese Forderung unterschrieben. Und jetzt wurden die Unterschriften der Stadt Neusäß übergeben. Auch in der Bürgerversammlung waren Klagen über den Schwerlastverkehr laut geworden.

Die Stadtverwaltung hat den Verkehr am östlichen Ortseingang, also auf der Seite des Geländes des Kieswerks Thaler, schon mehrfach zählen lassen. Es wurden innerhalb von 24 Stunden etwa 2500 Fahrzeuge gezählt. Diese Zahl ist in den Jahren von 2011 bis 2017 in etwa gleich geblieben, sagte Bauamtsleiter Gerald Adolf im Planungs- und Umweltausschuss.

Der Anteil ist mehr als der Durchschnitt

Die wichtige Zahl dabei: Der Anteil des Schwerlastverkehrs schwankt zwischen 9 und 11 Prozent. Das ist mehr als der Durchschnitt, der für eine Hauptstraße in einem Ort auf rund 5 bis 7 Prozent angegeben wird. Etwa die Hälfte der Fahrer, die vom Osten nach Täfertingen reinkommen, fährt über die Raiffeisenstraße weiter. Die anderen setzen ihre Fahrt auf der Täfertinger Straße Richtung Norden fort.

Sowohl die Bäckerei Balletshofer als auch die Metzgerei Reithmeier rechnen bei einer Sperre für Lkw mit „erheblichen Einbußen“, sagte Adolf. Beide Betreiber der Geschäfte würden sich gegen eine Veränderung aussprechen. Die Metzgerei teilte mit, dass sie am Hauptgeschäft in Eurasburg allein wegen der Ausweisung eines Parkverbots einen Umsatzrückgang von 40 Prozent festgestellt habe.

Das Fazit der Stadtverwaltung: In der Regel würden die Transportfahrten in Täfertingen vom Kieswerk Richtung Nord-Süd-Spange abfließen. Doch richtig sei auch, dass der Schwerlastverkehr in dem Ort im Vergleich zu anderen Hauptstraße erhöht sei.

Ein Vorschlag ist, die Verkehrsüberwachung zu intensivieren

Doch die rechtliche Lage für ein Lkw-Verbot ist nicht einfach: Die Täfertinger Straße verbindet die Kreisstraße A 15 mit der Umgehungsstraße. Ihr wird laut Adolf also eine gewisse Verbindungsfunktion zugesprochen. Um Verkehrsarten auszusperren, müssten nach der Straßenverkehrsordnung triftige Gründe vorliegen. Eine Aussage dazu könne nur aufgrund eines Verkehrs- und Lärmgutachtens getroffen werden. Adolf fasste es so zusammen: „Es gibt sehr hohe rechtliche Hürden, Lkw-Verkehr auszusperren.“

Der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner sprach sich dafür aus, die Verkehrsüberwachung zu intensiveren, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu drosseln. Die Verwaltung schlug weitere Zählungen im Bereich der östlichen Täfertinger Straße vor. Wenn die Ergebnisse beider Maßnahmen vorliegen, soll das Thema im Herbst neu diskutiert werden.

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