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Neusäß

25.10.2020

Eine Halbzeit gleichwertig

Eine artistische Ballannahme versucht hier Neusäß’ Neuzugang Johannes Lotter. Eine Halbzeit lang war das Kellerkind auf Augenhöhe mit dem spitzenteam aus Erkheim.
Bild: Marcus Merk

Der TSV Neusäß verschläft gegen den TV Erkheim die Anfangsphase. Warum selbst zwei triftige Gründe nicht zu einer Spielabsage führten

Für den TSV Neusäß ist der Klassenerhalt ein weiteres Stück in die Ferne gerückt. Der Vorletzte der Fußball-Bezirksliga Süd unterlag dem Spitzenteam TV Erkheim mit 1:4, weil er erst in der zweiten halbzeit dagegen und mithielt.

Der Dauerregen in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte den Rasen im Lohwaldstadion völlig durchwässert, so dass an ein Spiel darauf nicht zu denken war. Am Samstag war auch der Corona-Inzidenzwert im Landkreis Augsburg auf über 100 geschnellt. Alles gute Gründe für eine Spielabsage. Nicht jedoch für den TSV Neusäß, der sein Heimspiel gegen den TV Erkheim auf dem Kunstrasenplatz austrug und auch nicht von der Sonderregelung des Bayerischen Fußball-Verbandes Gebrauch machte. Dabei können Vereine, die aus einem Gebiet mit einem Inzidenzwert von über 50 kommen dorthin reisen müssen, ohne weiter Gründe absagen. „Das würde das Chaos völlig perfekt machen“, wollte Günther Hausmann davon nichts wissen. Der Sportliche Leiter des TSV Neusäß übt Kritik am Verband: „Alles wird auf die Funktionäre in den Vereinen abgewälzt.“ In seinen Augen wäre es besten, wenn man die „Saison einstampfen“ würde. Nicht nur aufgrund der permanten Verletzungssorgen beim TSV Neusäß.

Noch am Vormittag hatten mit Nelson Wongo und Marcel Bernhardt zwei weitere Akteure abgesagt, so dass Trainer Charly Pecher wieder einmal sein letztes Aufgebot aufs Feld schicken musste. Das hatte zunächst Orientierungsprobleme. Insbesondere Luka Markovic gegen den agilen Valentin Wiest. Zunächst war auch der Rest der Abwehr nach einem Einwurf nicht im Bilde, so dass Wiest bereits nach sechs Minuten das 1:0 für Richard Geiger vorbereiten konnte. In der 18. Minute hielt sich Markovic gegen Wiest auch auf dem Spielfeld an die Abstandsregel. Völlig allein gelassen netzte der zum 0:2 ein. Zu allem Übel unterlief dem 18-Jährigen dann noch ein Handspiel im Strafraum. Den fälligen Elfmeter nutzte Richard Geiger zum 0:3 (32.).

Es schien eigentlich alles gelaufen und es roch nach einem Debakel, doch zwei Szenen brachte eine Wende ins Spiel. Zum einen ein Eigentor zum 1:3, bei dem sich Richard Ness und Torhüter Markus Stetter beim Rückpass wie in einem Slapstick anstellten (33.), zum anderen wechselte Trainer Pecher die beiden Außenbahn-Spieler. Plötzlich war der TSV Neusäß im Spiel.

Das setzte sich dann insbesondere in der zweiten Halbzeit fort, als die Pecher-Schützlinge fast gleichwertig waren. Und es gab auch Chancen: Zunächst flog Philipp Scherer nur knapp an einer Flanke vorbei, dann scheiterten Benni Gerstmeier nach flotter Kombination (65.) und später Raphael Schimunek nach einer Einzelaktion (69.) am Gästekeeper. Zudem übersah Schiedsrichter einen Handelfmeter. Hier hätte durchaus der Anschlusstreffer fallen können, doch die Neusässer agierten zu hektisch. So kam es, wie es kommen musste: Nach einem Fauxpas von Philipp Scherer zog Manuel Merk auf und davon und ließ Axel Rehm beim 1:4 keine Chance (71.). Dafür konnte sich der TSV-Keeper gegen Manuel Reichenberger und Valentin Wiest auszeichnen.

In den letzten Minuten kam dann noch Moritz Schiele erstmals nach seinem Kreuzbandriss wieder zum Einsatz. Der Torjäger der Aufstiegssaison konnte sich mit einer Dreier–Eckball-Serie in Erinnerung bringen.

TSV Neusäß: A. Rehm – Markovic, Ph. Scherer (75. Joof), Lehrmann, Tesic (88. Schiele), Schimuneck, Gerstmeier, Siedlaczek, Koch, Lotter (58. D. Scherer), Müller.

TV Erkheim: Stetter – R. Ness, Th. Petrich (61. Reichenberger), Honold, Wiest, Scheel, Michl (85. Ch. Ness), S. Oswald (85. J. Petrich), Ch. Oswald, Vogel (61. Merk), Geiger (80. Jöchle).

Tore: 0:1 Geiger (6.), 0:2 Wiest (18.), 0:3 Geiger (Handelfmeter/32.), 1:3 R. Ness (Eigentor/33.). – Schiedsrichter: Daniel Uhrmann (Kaufbeuren). – Zuschauer: 30.

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