Gesundheit

22.02.2016

Fleischlos glücklich

Bild: Fotoloia

Eine Ernährungsberaterin erklärt bei einem Vortrag in Adelsried, welche Vorteile vegetarisches und veganes Essen hat. Und auch, welche Gefahren es dabei gibt

Nie wieder Steak, Würstchen, Schweinebraten und Käse – das klingt für viele wie die reinste Folter. Aber ist es tatsächlich so? Wie eine Lebenshaltung ohne tierische Produkte kulinarisch umsetzbar ist, hat Ernährungsberaterin Tinatin Deisenhofer aus Gersthofen jetzt in Adelsried erklärt. „Eine vegetarische oder vegane Lebensweise bedeutet nicht Verzicht“, sagt sie. „Denn es gibt sehr viele fleischlose, aber gut gewürzte Alternativen.“

Das Thema stieß in Adelsried auf großes Interesse. Mittlerweile ist „vegan“ im Lifestyle angekommen. Das bestätigte auch Elmar Willsch, Arzt in Adelsried: „Immer mehr Menschen kommen in die Praxis, die sich über vegetarische und vegane Ernährung informieren möchten.“ Beim Fleisch sind sich Vegetarier und Veganer einig: Es kommt nicht auf den Teller. Der Begriff „Vegetarismus“ – vegetarisch kommt vom lateinischen Wort „vegetus“, das „gesund, frisch oder lebendig“ bezeichnet – deutet zwar auf eine pflanzliche Ernährung hin, gemeint ist aber eine Ernährung ohne Produkte vom toten Tier. Speisen mit Milch und Eiern werden durchaus verzehrt. Veganer hingegen lehnen sämtliche Tierprodukte ab, darunter auch Milch, Eier, Nudeln und Honig.

Ob sich eine vegetarische oder vegane Ernährung auf den Körper positiv auswirkt, ist nach wie vor umstritten. Fest steht, dass Vegetarier und Veganer oft gesundheitsbewusster leben, hieß es im Vortrag. Sie rauchten weniger, trieben mehr Sport und ernährten sich von Obst und Gemüse. Auch auf das Herz- Kreislaufsystem wirke sich der Verzicht auf Fleisch und tierisches Fett positiv aus. Das Risiko, Gicht oder Rheuma zu bekommen, sei bei Vegetariern deutlich niedriger. Die Motive für ein fleischloses Essen sind unterschiedlich. So spielen ethisch-moralische Gründe (Leid der Tiere), ökologische Aspekte, gesundheitliche Gründe oder auch die Ablehnung des Geschmacks von Fleisch eine große Rolle.

Doch wer weglässt, muss auch etwas dazunehmen. Nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Nüsse, viel Getreide und Supplemente seien wichtig, denn ohne gezielte Nährstoffergänzung gehe es nicht, erklärte Deisenhofer. Menschen, die auf Fleisch und/oder tierische Produkte verzichten, tragen ein erhöhtes Risiko, mit bestimmten Vitaminen unterversorgt zu sein. Somit sollten Veganer ihre Ernährung besonders gut planen und sich mit den Inhaltsstoffen auskennen, betonte sie. Bei vollwertiger, ausgewogener Lebensmittelauswahl könne allerdings die fleischlose Ernährungsweise durchaus gesundheitsfördernd sein. Man solle sich umfangreich informieren, bevor man seine Kost umstellt. Kindern, Jugendlichen und Schwangeren rät die Ernährungsberaterin von einer rein veganen Ernährungsweise strikt ab: „Selbst eine hohe Aufnahme von pflanzlichem Eisen reicht oft nicht aus, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Mit einer reinen Pflanzenkost fällt es schwer, die Nährstoffversorgung bei Kindern sicherzustellen.“

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