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Informationsveranstaltung

22.09.2011

Gablinger wollen beim Sendemast mitreden

Standort am Wasserhochbehälter wird kritisiert

Gablingen „In Bayern wächst der Widerstand gegen BOS!“ Der Gablinger Jürgen Köhn, Sprecher der Bürgerinitiative „Neuer Standort Funkmast Gablingen“, ist wie seine Mitkämpfer aus Gablingen nicht unbedingt komplett dagegen, dass Gablingen Standort eines Sendemastes für das bundesweit geplante Digitalfunknetz BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) wird.

Aber muss es Gablingen sein, und muss es beim Wasserhochbehälter an exponierter Stelle, in 650 Meter Entfernung zur Wohnbebauung sein? Bürgermeister Karl Hörmann sah sich, wie viele Gemeindechefs in Bayern, damit konfrontiert, dass Gablingen im Suchkreis des bayerischen Innenministeriums für den BOS-Sendemast liegt. Ein schon 2010 erstelltes Immissionsgutachten des Umweltinstituts München, von der Gemeinde daraufhin in Auftrag gegeben, hatte den Wasserhochbehälter als – von den Immissionen her betrachtet – idealen Standort für den 40 Meter hohen Stahlbetonmast ermittelt. Wenn schon, dann wollte Karl Hörmann mit dem BOS-Mast wenigstens gleich einen seit Jahren bestehenden Zankapfel in der Kommune beseitigen: nämlich den E-Plus-Sendemast, der in Lützelburg mitten im Dorf auf einem Stadeldach angebracht wurde, aus diesem Ortsteil heraus- und auf den BOS-Mast verlagern.

Das sieht auch Gutachter Dipom-Ingenieur Hans Ulrich Raithel, beim Umweltinstitut Referent für elektromagnetische Felder, so. Im vorigen Jahr hatte er im Auftrag Gablingens das Immissionsgutachten für den vom bayerischen Innenministerium favorisierten Standort erstellt.

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Raithel begründete den Standort beim Wasserhochbehälter als den besten: Er weise im Vergleich zu alternativ untersuchten Plätzen den geringsten Immissionswert auf (0,05mW/m²). Und zusätzlich sei es für E Plus sinnvoll, den Standort aus Lützelburg heraus zum Hochbehälter zu verlegen. Für die Bürger brächte das trotz Hinzunahme des BOS-Digitalfunks eine Immissionsminimierung von 99 Prozent.

TÜV Rheinland hat die Abstimmung in der Hand

Zunächst erläuterte Peter Forstmaier von der Projektgruppe DigiNet des bayerischen Innenministeriums die Standortsuche. Unterstützt wurde er von Diplom-Physiker Wilhelm Kielmann, der wie Forstmaier vom TÜV Rheinland ist und die Abstimmung mit den Gemeinden in der Hand hat.

In Deutschland entstehe das weltweit modernste BOS-Digitalfunknetz. Feuerwehren, Polizei, Rettungsdienste zum Beispiel kommunizieren über dieses Funknetz im Notfall. Gersthofen, Aystetten, Bonstetten seien die benachbarten Standorte. Wie Raithel kam auch die DigiNet-Projektgruppe zum Schluss, dass in Gablingen der Wasserhochbehälter der beste Standort sei. Der Mast werde 40 Meter hoch (wenn E-Plus einsteige, 45 Meter).

Bei der Diskussion ging es vor allem darum, die Bürger zu überzeugen, dass der Zuwachs (durch E-Plus) beim Wasserhochbehälter immer „x-fach günstiger“, so Raithel, ist, als wenn weitere Masten auf Dächern montiert würden. Die Kritiker des Standorts am Hochbehälter favorisierten einen Standort weiter westlich, eingebettet in Bäume. Dort könnte der BOS-Mast zusammen mit E-Plus errichtet werden, Letzteres reiche dann wie jetzt für Lützelburg, das Problem dort sei gelöst. Wilhelm Kielmann betonte, dass dieser Mast dann mindestens 60 Meter hoch werden müsse. Der Gersthofer BOS-Mast genüge nicht für einwandfreien Empfang in Gablingen. „Man hat die Bürger vergessen, sie sollen in dieser Sache mitreden“, appellierte Jürgen Köhn letztendlich an Bürgermeister Hörmann, das Standortthema und die Alternativvorschläge der Bürgerinitiative noch einmal mit dem Gemeinderat zu besprechen. Das sagte Karl Hörmann schließlich zu.

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