1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Gersthofen: Architekt droht mit Klage gegen zusätzliche Stockwerke

Gersthofen

14.02.2020

Gersthofen: Architekt droht mit Klage gegen zusätzliche Stockwerke

Auf dieses Gebäude an der Augsburger Straße in Gersthofen  soll eine zweistöckige Penthouse -Wohnung aufgesetzt werden. Der ursprüngliche Architekt Hermann Fendt ist strikt gegen diese Pläne.
Bild: Marcus Merk

Plus Der ursprüngliche Planer wehrt sich gegen ein Penthouse über der Hypovereinsbank in der Augsburger Straße in Gersthofen. Doch die Stadträte sehen das anders.

Statt ständig immer neue große Flächen zu versiegeln, strebt die Stadt Gersthofen jetzt auch das Ziel an, bereits bebaute Innenbereiche der Stadt zu verdichten. Allerdings tut sie sich da nicht immer leicht. Und auch die Planer müssen mit mancher Überraschung aus unerwarteter Ecke rechnen, wie bei der jüngsten Sitzung des Gersthofer Bauausschusses deutlich wurde.

Vorgelegt wurde ein Antrag für ein Gebäude an der Augsburger Straße, in welchem sich eine Filiale der Hypovereinsbank befindet. Auf das Gebäude soll eine zweigeschossige Penthouse-Wohnung aufgesetzt werden. Dafür werden dann das Treppenhaus und der Aufzug entsprechend erhöht. Unmittelbar an dieses Gebäude angebaut hat Investor Robert Manhardt, der auch den vorliegenden Antrag gestellt hat, vor einigen Jahren ein hohes Ärztehaus errichtet, indem sich neben Arztpraxen und einer Apotheke auch ein Fitnesscenter sowie eine Bäckereifiliale mit Speise- und Cafébereich befinden.

Landratsamt beurteilt Penthouse in Gersthofen als machbar

Wie Stadtbaumeister Roland Schmidt erläuterte, liegt das Gebäude in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit einem festen Vorhabens- und Erschließungsplan: „Die beantragte Aufstockung ist nicht Bestandteil dieses Plans und damit auch nicht zulässig“, so Schmidt. In Gesprächen mit der Baubehörde beim Landratsamt sei das Vorhaben als „kritisch, aber durchaus machbar“ beurteilt worden. „Der Anbau ergänzt das bestehende, gleich hohe Gebäude daneben sinnvoll und führt zu einem harmonischen Abschluss nach norden.“ Einer vom Investor beantragten Befreiung kann Schmidt zufolge zugestimmt werden.

Gersthofen: Architekt droht mit Klage gegen zusätzliche Stockwerke

Weil inzwischen allerdings der ursprüngliche Planer des aufzustockenden Hauses, der Gersthofer Architekt Hermann Fendt in einem Brief seine Ablehnung geäußert hat, schlug der Stadtbaumeister vor, dass Vorhaben für höchstens zwölf Monate zurückzustellen, um strittige Punkte zu klären.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte Fendt: „Die Aufstockung macht mein ganzes architektonisches Konzept zunichte – ich werde in meinem Urheberrecht verletzt und werde gegen diese Pläne vor Gericht ziehen.“ Diese habe er auch in dem Brief an den Investor und die Stadt deutlich gemacht.

Die Stadträte wollten aber von einer Zurückstellung des Vorhabens nichts wissen. „Für eine Entscheidung über die Zulässigkeit der Aufstockung ist das Schreiben des Urhebers nicht relevant“, sagte Bernhard Happacher (FW), „das Vorhaben ist genehmigungsfähig. Darüber soll halt am Ende das Landratsamt entscheiden.“ Frank Arloth (CSU) stimmte ihm zu: „Laut Sitzungsvorlage ist es städteplanerisch durchaus machbar.“ So sah es auch Albert Kaps (Pro Gersthofen). Sandra Meitinger (CSU) entgegnete beiden: „In letzter Zeit ist die Baubehörde im Landratsamt allerdings wiederholt über unsere Wünsche hinweg gegangen.“

Warum weniger Diskussion als beim Gersthofer Loch?

Peter Schönfelder (SPD/Grüne) war gegen die Aufstockung: „Wenn das jetzt einfach so geht, warum haben wird dann ewig lange über fünf oder sechs Stockwerke bei einer Bebauung des Lochs herumgeritten?“

Gegen die Stimmen von Peter Schönfelder und Özcan Celep (Grüne) sprach eine Mehrheit im Bauausschuss dem Bauantrag das Einvernehmen aus.

Bereits im Januar hatte der Ausschuss zwei geplante Wohnanlagen im Zentrumsbereich vom Ausschuss abgelehnt, weil den Räten die dort vorgesehene bauliche Verdichtung zu groß erschien. Beantragt war zum einen ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten und einer Tiefgarage in der Römerstraße im Süden Gersthofens. Zu massiv war dem Ausschuss auch ein Mehrfamilienhaus mit elf Wohneinheiten für die Kapellenstraße.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren