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Gersthofen

02.03.2017

Gersthofen kämpft für Plakate in Augsburg

Die alten Plakatständer (rechts) sollen aus dem Stadtbild von Augsburg verschwinden. Von der neuen Variante werden jedoch weniger installiert.
Bild: Silvio Wyszengrad

Helmut Gieber fühlt sich bei der Stadthallenwerbung von der Satzung in Augsburg ausgebootet. In Stadtbergen und Neusäß sieht es anders aus.

Wer darf in Augsburg wo plakatieren? Ausgebootet fühlt sich Gersthofens Kulturreferent Helmut Gieber mit seiner Stadthalle von der neuen Plakatierungsregelung in Augsburg. Diese lässt Werbung für Veranstaltungen in der Stadthalle nur noch an den neuen rund 800 Flächen an Bus- und Straßenbahnhaltestellen zu.

Bei der aktuellen Änderung sollten zunächst Veranstalter von Konzerten und Co., zu denen mehr als 500 Besucher kommen können, in Augsburg ganz von der Plakatierung ausgeschlossen werden. Das betraf vor allem die Messe und den Kongress am Park – und eben auch die Stadthalle Gersthofen mit ihren bis zu 913 Plätzen. Werbung für solche größeren Veranstaltungen soll im Augsburger Stadtgebiet nun aber doch erlaubt bleiben. Nach großen Protesten ist jetzt eine Staffelung vorgesehen, nach der sich der Plakatierungspreis berechnen soll. Sie reicht in mehreren Stufen von 600 bis mehr als 2000 Gästen. Unklar ist allerdings noch, was die Plakatierungen künftig kosten sollen.

„Ein massiver Eingriff“  

„Letztendlich können wir nach der neuen Regelung nur noch an den Straßenbahn- und Bushaltestellen plakatieren“, schimpft Gieber. „Und bisher habe ich gehört, dass die Preise dafür viermal so hoch sein werden wie bisher.“ Das sei ein „massiver Eingriff in die Werbefreiheit“. Dabei habe die Stadthalle Gersthofen auch für Augsburg großen Nutzen. „Sie deckt genau die Lücke zwischen kleineren Veranstaltungsorten wie Barbarasaal oder Kurhaus und großen wie Kongresshalle und Messe ab“, betont der Kulturreferent.

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Nicht nur die Augsburger Philharmoniker hätten während des Umbaus der Kongresshalle hier Quartier gefunden, „auch zahlreiche Augsburger Einrichtungen, Schulen oder Ballettschulen sind regelmäßig bei uns.“ Die kulturelle Bedeutung für die Fuggerstadt unterstreiche auch, so Gieber, „dass von den jährlich etwa 80.000 Besuchern der Stadthalle etwa 25.000 bis 30.000 aus Augsburg stammen“.

Große Plakatständer stehen an den Ortseingängen Gersthofens. Dort darf nur für Aufführungen der Stadthalle geworben werden. Weiter gibt es Säulen (recht hinten) auf denen nur örtliche Vereine für ihre Veranstaltungen werben dürfen. Auswärtige bleiben außen vor.
Bild: Silvio Wyszengrad

Nun will der Kulturreferent gemeinsam mit Gersthofens Bürgermeister Michael Wörle in einem Brief an Augsburgs OB Kurt Gribl seine Argumente darlegen. „Je nach dem lassen wir die Rechtmäßigkeit der neuen Regelung überprüfen.“

Den Kampf um Werbeplätze ist Helmut Gieber gewöhnt: Bereits vor 13 Jahren ging er gemeinsam mit anderen Kulturveranstaltern gegen den Verkauf des Plakatmonopols an die Firma Günther und Schiffmann in Augsburg vor. So habe Gersthofen zunächst genauso viel für seine Plakate zahlen müssen, wie zum Beispiel große internationale Zigarettenfirmen. „Der Kompromiss war letzten Endes, dass die Stadt Augsburg einen Zuschuss an Günther und Schiffmann zahlte, damit diese einen Kulturrabatt gewährten.“

Strenge Satzung in Gersthofen

Selbst hat die Stadt Gersthofen beim Thema Plakate eine strenge Satzung: Nur die Stadthalle und örtliche Vereine dürfen für eigene Veranstaltungen werben. „Und in den Nachbarorten mit Kulturprogramm wie Neusäß und Stadtbergen halten wir uns mit der Werbung eher zurück um keine Konkurrenz zu machen.“

Dies sieht Anneli Bronner vom Kulturbüro Neusäß, dass die Stadthalle verwaltet, etwas anders: „In der letzten Zeit hat Gersthofen wieder stark bei uns plakatiert, das habe ich unterbinden lassen.“ Die Stadthalle Neusäß sei von den Augsburger Plänen kaum betroffen. „Wir haben kaum Veranstaltungen mit mehr als 600 Plätzen, mit denen wir überregional werben“, sagt Anneli Bronner. Und auswärtigen Veranstaltern genehmigt die Stadt Plakataktionen. „Zwar wollten wir das mehrfach ändern, aber die Politik hat nicht mitgezogen.“

„Werbung in Augsburg ist für unseren Bürgersaal essenziell“, sagt Stephanie Navarra vom Kulturamt Stadtbergen. Allerdings gibt es, weil der Saal keine 600 Plätze hat, die Möglichkeit, die neuen Augsburger Ständer mit kleineren Kombiplakaten zu bestücken. In Stadtbergen dürfen laut Satzung auswärtige Veranstalter plakatieren. 

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