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Dinkelscherben

03.11.2019

Immer mehr Verkehr in Dinkelscherben

Immer mehr Autos und Lastwagen rollen durch Dinkelscherben.
Bild: Marcus Merk

Eine aktuelle Statistik zeigt: In der Marktgemeinde ist auch immer mehr Schwerlastverkehr unterwegs. Das ruft auch das Thema Umfahrung wieder auf den Plan.

Immer mehr Autos und Lastwagen rollen durch Dinkelscherben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Verkehrszählung. Im Schnitt sind demnach heute etwa zehn Prozent mehr Fahrzeuge in der Marktgemeinde unterwegs als vor zehn Jahren. Das könnte Folgen haben. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats ging es um die Kreuzung am Marktplatz. Seit Langem wird über eine Umfahrung diskutiert. Doch woher kommt die zunehmende Belastung?

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Auffällig ist vor allem, dass deutlich mehr Lastwagen in Dinkelscherben unterwegs sind. Durch den Ort fahren etwa 36 Prozent mehr Laster am Tag als vor zehn Jahren. In absoluten Zahlen sind das etwa 75 Lastwagen mehr. Sieht man sich die Zahl derer an, die in Dinkelscherben starten oder den Ort als Ziel haben, ist sogar eine Steigerung von knapp 90 Prozent festzustellen. 562 Lastwagen pro Tag. Hauptgrund dafür sei die gute Konjunktur und der in Dinkelscherben ansässige Baustahlbetrieb. Hinzu komme eine allgemeine Verkehrssteigerung, meint Kalb.

Die Zahlen liegen nun vor

Die Verkehrszählung wurde vom Büro Modus Consult durchgeführt. Untersucht wurden dazu mehrere Knotenpunkte in Dinkelscherben. Dazu wurden etwa zehn Kameras aufgestellt, die zwei Tage lang aufgezeichnet haben, erklärt Kalb. Zusätzlich wurden Autofahrer befragt, wohin sie fahren und woher sie kommen. Nach monatelanger Auswertung liegen die Zahlen nun vor.

Immer mehr Verkehr in Dinkelscherben

Sie zeigen: Auch am Marktplatz ist deutlich mehr los als bei der vergangenen Erhebung von vor zehn Jahren. Auch hier sind es vor allem die Lastwagen, die ins Auge fallen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung war der Verkehrsknotenpunkt in der Ortsmitte ein Thema. Die Frage: Braucht es eine neue Verkehrsführung?

Zur Wahl standen dazu verschiedene Varianten, über die das Gremium abstimmte. Marktrat Tobias Mayr (CSU) sprach sich für eine neue Vorfahrtsregelung aus. Demnach hätten die Abbieger von der Bahnhofsstraße in die Marktstraße Vorfahrt. An der Augsburger Straße würde ein Stoppschild stehen. Laut Mayr hätte das zur Konsequenz, dass der Stau in der Bahnhofstraße zu Stoßzeiten ein Ende habe. Peter Kraus (Freie Wähler) brachte hingegen eine ganz andere Lösung ins Spiel: Ein Kreisverkehr sei möglich, so Kraus. „Ich weiß, das nimmt einen Haufen Platz weg“, ein Verkehrsplaner habe sich allerdings für diese Lösung ausgesprochen.

Umgehung wäre ein absolutes Horror-Szenario

Hans Marz (SPD) erklärte, man solle das Verkehrskonzept in Dinkelscherben ganzheitlicher angehen. Keiner der Vorschläge sei „der ganz große Wurf“. Stattdessen müsse überlegt werden, wie man den Auto- und Lastwagenverkehr insgesamt reduzieren könne. Gleichzeitig machte Marz klar: „Eine Umgehung wäre ein absolutes Horror-Szenario.“

Darüber wird in Dinkelscherben schon lange nachgedacht. Die aktuellen Zahlen der Verkehrszählung könnten nun Bewegung ins Spiel bringen. Derzeit werde auf Basis der aktuellen Zahlen berechnet, inwiefern eine Umfahrung den Verkehr entlasten würde, erklärt Bürgermeister Kalb. Dabei geht es vor allem ums Geld. Denn nur, wenn über die Hälfte des Verkehrs potenziell auf eine Umgehungsstraße ausweichen würde, könnte die Gemeinde die notwendigen Zuschüsse vom Freistaat zum Bau bekommen.

Für Kalb bestätigen die vorliegenden Zahlen den Bedarf für eine Umfahrung. Kalb: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass eine Umfahrung gut wäre.“ Letztlich könnte sie auch die angespannte Situation am Marktplatz entlasten.

Bürgerinitiative ist gegen die Umfahrung

Anders sehen das viele Naturschützer. Bis zu acht Hektar Land würde die Umgehung verbrauchen, rechnete der Bund Naturschutz Dinkelscherben vor. Außerdem gibt es eine Bürgerinitiative gegen die Umfahrung. Aus ihrer Sicht hätte die Umgehung nicht nur eine deutlich spürbare Zerstörung wertvoller Natur zur Folge. Auch die betroffenen Anwohner hätten darunter erheblich zu leiden. Stattdessen setze man auf alternative Lösungen. Ein Vorschlag ist es zum Beispiel, in mehr Fahrradwege zu investieren, um den Verkehr aus der Gemeinde zu bringen.

An der Verkehrssituation am Marktplatz wird sich so schnell nichts ändern. Nach langer Diskussion beschloss der Rat, dass erst mal nichts verändert werden soll. Mit deutlicher Mehrheit sprach sich das Gremium gegen eine Änderung der Verkehrsregelung aus.

Die wichtigsten Zahlen zum Verkehr im Überblick

  • Durchgangsverkehr Rund 33 Prozent mehr Autos als vor zehn Jahren fahren aktuell durch Dinkelscherben. Beim Schwerlastverkehr ist eine Steigerung von rund 36 Prozent festzustellen.
  • Quell- und Zielverkehr Anders als beim Durchgangsverkehr zeigen diese Zahlen diejenigen an, die den Ort Dinkelscherben als Ziel haben oder von hier starten. Insgesamt liegt die Steigerung hier bei rund 22 Prozent. Interessant ist: Der Schwerverkehr hat in diesem Bereich in den vergangenen zehn Jahren beinahe um 90 Prozent zugenommen.
  • Marktplatz Auch zur Verkehrssituation an der Kreuzung in der Ortsmitte gibt es Zahlen. Insgesamt sind hier etwa zehn Prozent mehr Fahrzeuge unterwegs als vor zehn Jahren. Besonders zugenommen hat auch hier die Zahl des Schwerlastverkehrs. Eine Steigerung von mehr als 50 Prozent ist zu erkennen. (kinp, Quelle: Markt Dinkelscherben)


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