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Nachruf

19.02.2021

In Neusäß trauern Grüne und andere Wegbegleiter um Michael Frey

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Neusässer Stadtrat, Michael Frey, ist gestorben.
Bild: Grüne Neusäß

Der Fraktionschef der Neusässer Grünen Dr. Michael Frey ist tot. Politische Weggefährten und viele Neusässer erinnern sich an seine zahlreichen Verdienste.

An ihre erste Begegnung mit Michael Frey erinnert sich Silvia Daßler noch sehr gut: "Wir standen im Kommunalwahlkampf 2002 bei Schneeregen am Infostand und Michael sagte, dass er sich sehr für grüne Themen interessiere und uns gerne unterstützen würde", erzählt die Kreis-Fraktionsvorsitzende der Grünen, die sehr um ihren Freund und politischen Weggefährten trauert. "Wir stehen alle noch ein bisschen neben uns", sagt Daßler auch über die Trauer all jener, die Michael Frey kannten und schätzten. Der Vater von zwei erwachsenen Töchtern starb nach langer Krankheit im Alter von 64 Jahren. Er war Opa eines Enkelkindes.

Seit 2002 war der gebürtige Franke und promovierte Chemiker Dr. Michael Frey aktiv bei den Neusässer Grünen dabei und saß ab 2008 im Stadtrat, seit 2017 war er bis zuletzt Fraktionsvorsitzender. Bei der Kommunalwahl 2020 bewarb er sich für das Bürgermeisteramt. Außerdem brachte sich Michael Frey von 2014 bis 2017 als Beirat der Sportstätten Neusäß GmbH für das Titania ein und war Verbandsmitglied des Zweckverbandes Abwasserbeseitigung Schmuttertal.

"Dabei ging es ihm immer um die Sache, nie um persönliche Profilierung. Wir konnten auf seine Einschätzung, seine Zuverlässigkeit, seinen Rat und seine Fachkompetenz vertrauen", beschreibt Silvia Daßler Freys Haltung in einem Nachruf für die Grünen.

Auch Bürgermeister Richard Greiner (CSU) hebt Freys Fachwissen und seine konstruktive Haltung hervor: "Er war ein absolut integrer Mensch und im Stadtrat immer gesprächsbereit und kompromissfähig." Das habe er sehr an ihm geschätzt. Freys oberstes Ziel sei immer gewesen, das Gemeinwesen gemeinsam voranzubringen. Besonders in Erinnerung sei Greiner geblieben, wie hilfreich Michael Freys fachliche Expertise 2013 beim Legionellenbefall im Titania war.

Leidenschaftlicher Klimaschützer und Radfahrer

Michael Freys Herzensthemen waren Klimaschutz, Energiewende und Verbesserungen im Radverkehr, da er selbst leidenschaftlicher Radler war. Jahrelang fuhr er bei jedem Wetter von Ottmarshausen zu seiner Arbeitsstelle nach Gersthofen. In den letzten Jahren hat er an der Technikerschule unterrichtet.

Sein Lebensmotto wird im Nachruf der Grünen so beschrieben: "Mit offenen Augen und Ohren durch unsere Welt gehen, nachdenken, Fragen stellen, analysieren, diskutieren und dann handeln." Michael Frey sei als Naturwissenschaftler nicht auf sein Fach Chemie begrenzt gewesen. "Er war überaus belesen - Philosophie und fremde Sprachen waren ein Steckenpferd von ihm. So war er selbstverständlich Mitglied in den Städtepartnerschaftsvereinen und gerne bei den Reisen dabei. Michael war nicht nur ein Kopfmensch, sondern auch ein Mensch, der Musik liebte, der sich gerne in Wald und Natur aufhielt."

Sein gesellschaftliches Engagement beschränkte sich nicht auf die Politik. Als aktiver Protestant beschäftigte sich Michael Frey auch intensiv mit Fragen der Kirche und des Glaubens, weiß Silvia Daßler. Er engagierte sich zunächst in der Kirchengemeinde von St. Vitus und zuletzt im Kirchenvorstand der Philippuskirche in Westheim.

Feinsinniger Humor und fränkischer Charme

Für die Grünen sagt Silvia Daßler stellvertretend: "Trotz aller Sorgen, die ihm und uns die Politik und der Zustand der Gesellschaft manchmal bereitet haben, konnten wir gemeinsam viel miteinander lachen und uns über Michaels fränkischen Charme und seinen feinsinnigen Humor freuen. Das alles werden wir nun schmerzlich vermissen."

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