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Fischach

05.03.2020

Mahnwache: So setzen Fischacher Zeichen gegen Rassismus und Hetze

Mit Kerzen erinnerten die Besucher der Mahnwache auf dem Marktplatz in Fischach an die Opfer rassistischer und gewaltvoller Handlungen.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Rund 100 Menschen setzen auf dem Marktplatz in Fischach ein Zeichen gegen Hass und Gewalt. Viele Teilnehmer belassen es nicht bei ihrer bloßen Anwesenheit.

Das war deutlich. Eindrucksvoll setzten rund 100 Menschen auf dem Marktplatz mit einer Mahnwache ein Symbol gegen Rassismus , Hetze, Hass, Antisemitismus und rechte Gewalt. Bürgermeister Peter Ziegelmeier ( SPD ) appellierte, nicht auseinanderzulaufen, sondern zusammenzustehen. Nur so könne gemeinsam ein Zeichen für Empathie, Menschlichkeit und Anstand gesetzt werden.

Ziegelmeier verwies auf die nur wenige Meter von der Mahnwache entlanglaufende Hauptstraße. „Im Jahr 1942 wurden dort die letzten 66 Mitbürger der jüdischen Gemeinde in Fischach von den Nazis deportiert“, erinnerte er. Davor hätten sie rund 400 Jahren friedlich hier gelebt.

Fischach: Die Auswüchse mit aller Leidenschaft bekämpfen

Rassismus und Hass seien keine Antwort, so Ziegelmeier weiter. Dabei zitierte er Bundesinnenminister Horst Seehofer : „Rechtsextreme, antisemitische und rassistische Thesen sind Gift. Gift, das Verwirrung in den Köpfen auslöst und dafür sorgt, dass das Böse hervortritt.“ Ziegelmeier forderte auf, Rassismus , Hass und rechte Gewalt zu ächten. Es gelte, diese Auswüchse mit aller Leidenschaft und Konsequenz zu bekämpfen. Dazu seien sowohl Gesellschaft als auch Politik aufgerufen.

Maximilian Deisenhofer bemühte das Grundgesetz. Die Würde des Menschen sei unantastbar, verdeutlichte der Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen. „Doch diese Verpflichtung muss gelebt werden“, betonte er. „Überall, auf der Straße oder wie hier auf dem Marktplatz in Fischach.“

Verantwortung sichtbar machen

Ähnlich CSU-Ortsvorsitzende und Gemeinderätin Ines Penzhorn. Rassismus , Hass und rechte Gewalt seien vielschichtige Probleme, verdeutlichte sie. „Hier müssen wir Verantwortung sichtbar machen. Das heißt, wir müssen sie zeigen und auch dafür mit Nachdruck eintreten.“ Die Mahnwache entstand unter dem Eindruck des rassistischen Anschlags in Hanau und mit Blick auf die NSU-Morde, den Anschlag auf die Synagoge in Halle und den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Nicht zuletzt aber auch wegen der Spur des rechten Terrors, die sich zuletzt bis in unsere Region zog. Die Veranstaltung wurde von den drei vor Ort vertretenen Parteien – dem Ortsverband Stauden von Bündnis 90/Die Grünen , dem Ortsverein SPD Stauden und der Fischacher CSU – unterstützt.

„In Zeiten, in denen offene Menschenverachtung, Hetze und Hass zur Tagesordnung gehören, ist es mehr denn je notwendig, die sonst so stillen Begleiter, Nächstenliebe und Solidarität, sichtbar zu machen und ihnen eine Stimme zu geben“, resümierten sie.

Fischach: Das Motto lautet „Vielfalt statt Einfalt“

Viele Besucher der Mahnwache beließen es dabei nicht nur mit ihrer bloßen Anwesenheit. Eine Reihe hob demonstrativ Transparente oder Plakate hoch. „Hass ist keine Meinung“ und „Nie wieder Rassismus “ standen darauf. Oder: „Vielfalt statt Einfalt“. Andere zündeten Kerzen an, um damit der Opfer von rechtsextremistischen Taten zu gedenken.

Ein Besucher bedauerte, dass rassistische Strukturen und Handlungsmuster mittlerweile in sämtlichen Bereichen und Institutionen der Gesellschaft beheimatet seien. „Hier muss man klare Kante zeigen“, forderte er unmissverständlich.

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