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Dinkelscherben

20.09.2019

Manuela Grün will eine Schule mit „Kopf, Herz und Hand“ in Dinkelscherben

Manuela Grün ist die neue Leiterin der Grund- und Mittelschule in Dinkelscherben. 
Bild: Tobias Karrer

Manuela Grün ist die neue Schulleiterin der Grund- und Mittelschule in Dinkelscherben. Was sich die neue Leiterin vorgenommen hat.

An ihrem neuen Arbeitsplatz fühlt sich Manuela Grün schon nach weniger als zwei Monaten wohl. Seit Beginn des Schuljahres ist sie die Schulleiterin der Grund- und Mittelschule in Dinkelscherben und folgt damit auf Manfred Hörmann – sein Name steht noch immer auf dem Schild neben der Bürotür. Grün sagt: „Die Kollegen hier haben es mir denkbar einfach gemacht, es war ein guter Einstand.“

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Erfahrungen als Schulleiterin bringt Grün schon mit. Bevor sie nach Dinkelscherben wechselte, leitete sie vier Jahre die Grund- und Mittelschule in Kühbach (Landkreis Aichach-Friedberg). Die Gründe für ihren Wechsel sind einfach erklärt: „Mein Lebensmittelpunkt waren eigentlich immer die Stauden.“ Der Weg in die Schule dauert jetzt nur noch ein paar Minuten, davor waren es über 50 Kilometer.

Erasmus-Projekt an der Dinkelscherber Grund- und Mittelschule

Es habe sie auch gereizt, „wieder eine neue Aufgabe zu übernehmen“. Besonders interessant sei das Erasmus-Projekt, das an der Schule in Dinkelscherben läuft, erklärt Grün. Schon nach den Allerheiligenferien geht es für sie zusammen mit einer Gruppe von Schülern ins Ausland: In Castellana Grotte, Süditalien, treffen sich Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Nationen, um über „die Stadt der Zukunft“ zu diskutieren.

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Doch von Anfang an: Nach dem Studium des Lehramts Mittelschule trat Manuela Grün 1991 in den Schuldienst ein. Sie unterrichtete viele Jahre an der Mittelschule in Fischach, bevor sie als Konrektorin nach Diedorf wechselte. Die nächste Station war die Mittelschule in Friedberg, wo sie ebenfalls als Konrektorin arbeitete, bevor sie nach Kühbach wechselte, um dort Schulleiterin zu werden. Schon im aktiven Schuldienst bildete sie sich zur Beratungslehrkraft weiter und wurde in Dinkelscherben eingesetzt. Durch die Spezialausbildung lernte sie die Grund- und Mittelschule in Dinkelscherben und ihren Vorgänger Manfred Hörmann kennen.

Als Schulleiterin in Dinkelscherben hat sich Grün klare Ziele gesetzt. Sie will die starke Schulfamilie pflegen und fördern. Die Zusammenarbeit von Lehrern, Eltern, Betreuern, Schülern und natürlich der Schulleitung ist ihr besonders wichtig. „Wir wollen alle an einem Strang ziehen, um die Kinder, so gut es geht, auf die Zukunft vorzubereiten“, betont sie. Die Schüler sollen „gegenseitige Wertschätzung, Achtung und Respekt“ nicht nur erfahren, sondern auch lernen. Diese Schulphilosophie könne man als neue Schulleiterin allerdings nicht einfach einfordern. „Man muss das, was da ist, weiterentwickeln und pflegen“, erklärt Grün.

Digitalisierung ist eine der Herausforderungen in Dinkelscherben

Zum Schulalltag gehört für Manuela Grün nicht nur das Lernen im Unterricht. Vor allem mit Blick auf den offenen Ganztag betont sie: „Die Schüler sollen sich hier auch bis 16 Uhr nachmittags wohlfühlen.“ Dafür brauche es Zusatzangebote. Ein Schwerpunkt könnte das Musikalische und Künstlerische sein. Privat macht Grün selbst gerne Musik, und sie weiß, dass unter ihren Kollegen einige kunstaffine Lehrer sind. Aber auch das Sportliche dürfe auf keinen Fall zu kurz kommen: „Wir haben hier zum Beispiel eine AG Mountainbike.“ Alles in allem geht es Grün um einen einfachen Dreisatz: „Schule mit Kopf, Herz und Hand.“ Während der Kopf hier für das klassische Lernen im Unterricht steht, symbolisiert das Herz den künstlerischen Bereich und die Hand den sportlichen.

Manuela Grün kennt auch die Herausforderungen, die auf sie zukommen – zum Beispiel die Digitalisierung. Technisch sei die Schule gut ausgestattet, besonders wichtig ist ihr aber die Erziehung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien. Außerdem beobachtet Grün, dass die Mittelschule immer mehr an Zuspruch verliert, obwohl die Schulart in ihren Augen einige klare Vorteile gegenüber Realschule und Gymnasium hat. Einerseits bräuchten manche Schüler nach der Grundschule einfach noch etwas mehr Zeit, andererseits komme das Klassleiterprinzip sowohl den Schülern als auch den Lehrern zugute. So könne man individuelle Stärken erkennen und fördern. „Vielleicht haben sie jemanden in der Klasse, der zwar nicht gut in Mathe oder Englisch ist, bei dem sie aber ein tolles Einfühlungsvermögen und soziale Fähigkeiten beobachten“, so die Schulleiterin. Die Mittelschule sei außerdem gut geeignet, praktische Fähigkeiten zu fördern.

Alles in allem betont Grün: „Ich gehe gern in die Schule.“ Es sei nicht so, dass sie mit dem Feierabend auch alle Gedanken an die Arbeit von sich schiebt. Trotzdem müsse jeder mal Abstand gewinnen. Deshalb reist Grün gerne. Kürzlich war sie zum Beispiel im Piemont, eine Lieblingsregion hat sie aber nicht: „Ich reise überall gerne hin.“ Zu Hause ist ihr großer Anker die Familie.

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